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Bundesbank warnt„Die Lage bleibt insgesamt fragil“

Die Bundesbank warnt vor zunehmenden Risiken auf den Finanzmärkten. Trotz schlechter wirtschaftlicher Aussichten seien Wertpapiere hoch bewertet.

Bald ausgefeiert? Börsenhändler freuen sich über steigende Kurse Foto: Arne Dedert/dpa

Die Bundesbank warnt vor wachsenden Risiken auf den Finanzmärkten. „Handelspolitische Konflikte und anhaltende geopolitische Spannungen haben die Risiken für die Finanzstabilität im vergangenen Jahr erhöht, während strukturelle Herausforderungen die deutsche Wirtschaft zusätzlich belasten“, schreiben die obersten Wäh­rungs­hü­te­r*in­nen in ihrem am Donnerstag veröffentlichten Finanzstabilitätsbericht. In einem solchen Umfeld könnten Marktteilnehmer besonders empfindlich auf abrupte Veränderungen reagieren. Dadurch sei „das Risiko von Turbulenzen an den Finanzmärkten“ erhöht.

Damit schließt sich die Bundesbank Stimmen an, die warnen, dass die Stimmung auf den Finanzmärkten kippen könnte. So erklärte zuletzt auch der Internationale Währungsfonds, dass die globalen Finanzmärkte zunehmend nervöser würden. Neben steigenden Staatsschulden und der weiterhin bestehenden Gefahr, dass Handelskonflikte wieder eskalieren könnten, ist vor allem die Sorge groß, es könnte zu einem Platzen der Blase in der KI-Industrie kommen.

Die „Bewertungsniveaus“ seien „auf den Aktien- und Anleihemärkten deutlich erhöht“, schreibt nun die Bundesbank in ihrem Bericht. Das Risiko „abrupter Marktpreiskorrekturen“, also Kurseinbrüche, habe dadurch zugenommen. Ein Problem ist demnach, dass die exportorientierte hiesige Wirtschaft besonders von der US-Zollpolitik betroffen ist. „Die anhaltende konjunkturelle Schwäche in Deutschland sowie strukturelle Herausforderungen aus dem In- und Ausland üben zusätzlichen Druck auf den deutschen Unternehmenssektor aus“, so die Bundesbank.

Auch die Banken stehen offenbar nicht mehr so gut da. So sieht die Bundesbank die Kapitalausstattung zwar noch als „insgesamt solide“ an. Sie warnt aber zugleich, dass die Widerstandsfähigkeit insbesondere großer Banken nicht „überschätzt werden“ dürfe. So ist Anteil fauler Kredite von Ende 2022 bis Ende 2024 kontinuierlich gestiegen. Vor allem die Finanzierung von Gewerbeimmobilien stellt diesbezüglich eine Gefahr dar. „Die Preise auf den Gewerbeimmobilienmärkten stabilisieren sich, jedoch bleibt die Lage insgesamt fragil“, so die Bundesbank.

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