Rente nur noch als Basisabsicherung: IG Metall meutert gegen Renten-Merz
Die Gewerkschaft kündigt Proteste an, sollten Renten gekürzt werden. SPD-Chefin Bas hat Merz’ Gerede von der „Basisabsicherung“ nicht verstanden.
rtr/afp/dpa/taz | Die Chefin der größten deutschen Gewerkschaft, der IG Metall, Christiane Benner, hat Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) für seine Äußerungen zur Rentenpolitik kritisiert und der Regierung mit Streiks gedroht. „Wenn die Regierung die gesetzliche Rente kürzt, dann brennt die Hütte“, sagte Benner der Süddeutschen Zeitung am Donnerstag. „Es gibt No-Gos, auf die wir mit Protesten reagieren würden.“
Merz hatte am Montag bei einer Veranstaltung des Bankenverbands gesagt, die Rente könne künftig „allenfalls noch die Basisabsicherung sein für das Alter“. Nicht nur Benner nannte das unverantwortlich. Auch SPD-Chefin und Arbeitsministerin Bärbel Bas legte am Mittwochabend mit ihrer Merz-Kritik noch einmal nach.
Von Merz sei „der Eindruck vermittelt worden, als sollen die Menschen alles jetzt privat absichern“, sagte Bas in der ARD-Sendung „Maischberger“. Diese Botschaft habe sie „nicht in Ordnung“ gefunden. Sie zeigte sich verwundert über den Begriff „Basisabsicherung“. „Ich habe die Formulierung nicht verstanden“, sagte sie. Sie habe am Mittwoch mit dem Kanzler über dessen Rentenäußerungen gesprochen. „Er hat das so nicht sagen wollen“, berichtete sie aus dem Gespräch.
Unterdessen kritisierte auch der Chef des CDU-Sozialflügels, Dennis Radtke, dass Parteifreund Merz in den Debatten über die anstehenden Sozialreformen die Leute weiter verunsichere. „Wir müssen aufhören, den Menschen Angst zu machen“, sagte der Vorsitzende der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA) dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) auf die Frage, was er von der Aussage des CDU-Chefs halte, die gesetzliche Rentenversicherung werde nur noch die Basisabsicherung für das Alter sein.
Gemeinsam für freie Presse
Als Genossenschaft gehören wir unseren Leser:innen. Und unser Journalismus ist nicht nur 100 % konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung. Unser nächstes Ziel: 50.000 – und mit Ihrer Beteiligung können wir es schaffen. Setzen Sie ein Zeichen für die taz und für die Zukunft unseres Journalismus. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen
meistkommentiert