Rassismus-Verdacht in Tuttlingen: „Zielgerichtet“ auf Mann aus Syrien geschossen
In Baden-Württemberg sitzt ein 43-Jähriger in U-Haft. Er soll schon im Februar mit einer Gaspistole auf einen Passanten geschossen haben.
afp | Nach Schüssen mit einer Gaspistole auf einen Syrer im baden-württembergischen Tuttlingen im Februar wird wegen des Verdachts einer ausländerfeindlichen Tat ermittelt. Das Staatsschutzzentrum bei der Generalstaatsanwaltschaft Stuttgart hat den Fall übernommen, wie die Behörde am Donnerstag in der baden-württembergischen Landeshauptstadt mitteilte. Der 43-jährige deutsche Tatverdächtige befindet sich demnach bereits seit vergangener Woche in Untersuchungshaft.
Nach Ermittlerangaben soll der Beschuldigte am Abend des 8. Februar auf einer Straße in Tuttlingen mehrfach mit einer Gasdruckpistole auf einen zufällig vorbeikommenden 39-Jährigen mit syrischer Staatsangehörigkeit geschossen haben. Zuvor soll er den Mann gefragt haben, ob er Ausländer sei. Als dieser bejahte, soll der Verdächtige mehrfach „zielgerichtet“ geschossen haben. Das Opfer wurde im Gesicht und am Oberkörper getroffen.
Der 39-Jährige wurde verletzt, begab sich aber erst mehrere Wochen später in ärztliche Behandlung und zeigte die Tat bei der Polizei an. Zunächst bearbeitete die Staatsanwaltschaft Rottweil den Fall, bei einer Hausdurchsuchung bei dem Beschuldigte wurde eine Gasdruckwaffe samt Munition beschlagnahmt. Seit Freitag vergangener Woche sitzt der Mann in Untersuchungshaft.
Das Staatsschutzzentrum der Generalstaatsanwaltschaft Stuttgart übernimmt nach eigenen Angaben „herausgehobene Ermittlungsverfahren, denen eine extremistische oder terroristische Motivation zugrunde liegt“. Seitens der Polizei führt weiterhin die Kriminalpolizei in Rottweil die Ermittlungen.
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