Queerfeminismus in Berlin: Selbsthilfe und Kampf

Strukturen des Sexismus und der Gewalt gegen FLINT* verschärfen sich im Lockdown. Doch es gibt Widerstand.

Drei Frauen, zwei haben eine Faust nach oben gestreckt. Die Mittlere hat die Arme über der Brust verkreuzt

„Gegen jeden Sexismus – auf der Straße und privat“ Foto: @mvictoria.rodriguez/Feministischer Streik Berlin

Dass die Coronamaßnahmen und der Anstieg häuslicher Gewalt Hand in Hand gehen, kann nicht mehr überraschen. Der Weiße Ring hat Ende letzten Jahres bereits bilanziert, dass es einen Anstieg gab an häuslichen Gewalttaten und dass man mit dem schlimmsten rechnen müsse. Das wirkliche Ausmaß zeige sich oft erst zeitversetzt. Betroffene bräuchten oft mehrere Versuche, um sich aus gewaltvollen Beziehungen zu befreien.

Der Opferschutzverein Berlin, El Faro e.V., bietet online eine Selbsthilfegruppe für Frauen an. Es geht um gegenseitige Unterstützung und Hilfe für Frauen, die sexuellen Missbrauch und Gewalt erfahren haben. Eine Selbsthilfegruppe, die konstruktive Zusammenarbeit fördern will. Wer teilnehmen möchte, meldet sich telefonisch unter 030 – 35 13 50 94. An dieser Stelle gibt es nähere Informationen zur geschützten Teilnahme.

Die Frauenselbsthilfegruppe findet wöchentlich am Donnerstag statt. Der Alternativtermin ist dienstags um 16 Uhr. Für ein vorheriges Kennenlernen kann ein Termin vereinbart werden. Zusätzlich zur Gruppe gibt es auf der Homepage ein gemischtes Forum (Donnerstag, 11.2., online, 18 Uhr).

Auch rückt der 8. März näher: Ein weiterer internationaler Frauentag und somit auch der nächste Feministische Streik in Berlin. Zuvor gibt es Planungstreffen zur Vorbereitung des Reprosupports von cis Männern. Organisiert wird das Treffen von der Initiative kritische Männlichkeit. Die Einladung bekommt man nach Anmeldung via Mail an profem030@riseup.net (Donnerstag, 11.2., online, 19:00 Uhr).

Der taz plan erscheint auf taz.de/tazplan und immer Mittwochs und Freitags in der Printausgabe der taz.

„Gegen jeden Sexismus“

Sexismus und sexualisierte Gewalt betreffen Frauen, Lesben, inter, nicht-binäre, trans, queere und asexuelle Menschen, kurz FLINTA* Personen, Tag für Tag. Die Initiativen Andere Zustände Ermöglichen und Feministischer Streik Berlin rufen zur Rache am Patriarchat auf: „Gegen jeden Sexismus – auf der Straße und privat #MyBodyIsNotYourPorn“ ist das Motto.

Gefordert wird eine dauerhafte Auseinandersetzung mit patriarchalen, gewaltvollen Strukturen. Und das überall, auch in den eigenen linken Kreisen. Aber auch in der Berichterstattung der Medien zu diesem Themenkomplex. Femizide, sexuelle Übergriffe und sexualisierte Gewalt müssen klar benannt und somit anerkannt werden. Aufgrund der Pandemie wird auf der ganzen Demo auf die geltenden Abstandsregeln und das Tragen von Mund-Nasen-Bedeckung geachtet. FLINTA* only (Sonntag, 14.2., Hermannplatz, 17 Uhr).

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Jahrgang 1984, Magistra Artium Kunstgeschichte/ Theaterwissenschaft, FU Berlin. In der taz seit 2011: Webentwicklung Abteilungsleiterin. Hauptthemen Subkultur und soziale/ politische Bewegungen in Berlin.

Ein roter Blitz auf lila Hintergrund.

Dass viele Menschen in Deutschland bis heute nicht über ihren eigenen Körper bestimmen dürfen, zeigt der 150 Jahre alte Paragraf 218. Wie es um die reproduktiven Rechte in Deutschland, Polen, Lateinamerika und andernorts bestellt ist – darüber berichtet die taz zum internationalen Frauentag: taz.de/Frauentag

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