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Queerer Coming-of-Age FilmDie wärmste Umarmung

Das Finale der „Hearstopper“-Reihe handelt von queerer Liebe. Und davon, warum es sich lohnt, dafür kämpfen.

Gibt es so etwas wie Seelenverwandtschaft? Wenn es nach den Freun­d*in­nen von Nick und Charlie geht, dann kommt die High-School-Romanze der beiden nah dran. Doch Nick und Charlie sind sich da im Finale der „Heartstopper“-Reihe nicht ganz so sicher. Während Rugbycaptain Nick kurz vor Unibeginn daran zweifelt, wer er eigentlich abseits von seiner Beziehung zu Charlie sein will, kämpft dieser mit einem wenig kommunikativen Nick und seiner eigenen Essstörung.

„Heartstopper“ fühlt sich an wie die wohligste warme Umarmung, die einem Netflix seit Langem beschert hat. Denn trotz aller Konflikte und Probleme für die beiden jungen Männer und ihre queeren Freun­d*in­nen ist sicher: Hier findet jede Person ihr Happy End. Auch im Finale springen und schweben die Gefühle von Nick und Charlie in Anlehnung an das Comic-Original als kleine illustrierte Herzen, Minifeuerwehr oder dunkle Schatten durch das Bild.

Es lohnt sich zu kämpfen, um zu sein, wie du willst, und du wirst dabei nie allein sein. Das vermittelt die Serie schon in der Anfangsszenen auf einer Hausparty. Isaac, der sich aus allem Drama heraushält und seine Nase selbst auf der Party demonstrativ nicht aus seinem Buch zieht, wird von Charlies Schwester gefragt, ob er nicht geärgert werde, für seine Verhalten. „Manchmal, aber mir ist es egal“ antwortet er und liest unbeirrt weiter.

Liebevoll erzähle Storylines

Das Finale zeigt klar politisch Haltung. Wie etwa, wenn Charlie versucht eine queere AG zu gründen und am Direktor scheitert. „Wir Queers haben in der Vergangenheit nie nach der Erlaubnis gefragt zu existieren“, muntert ihn danach einer seiner Lehrer auf und bietet ihm an, die AG in seinem Klassenzimmer auszurichten.

der film

„Heartstopper Forever“

Netflix

Besonders berührend ist, wenn Elle, eine der besten Freundinnen von Charlie und trans Frau, den voll Liebeskummer rumvegetierenden Charlie dazu auffordert, sie auf die Pride zu begleiten. „Ich habe Angst. Die Welt hasst mich. Die Regierung nimmt mir meine Rechte, und alles, wofür wir gekämpft haben. Ich brauche gerade einfach meine besten Freun­d*in­nen an meiner Seite auf der Pride“. Umso schöner der Moment, in dem Elle auf einem Wagen umringt von ihren Freun­d*in­nen steht.

Klar ist, dass ein knapp zweistündiger Film den vielen liebevoll erzählten Storylines der letzten drei Staffeln nicht gerecht werden kann. Und doch fühlt sich das Finale an, wie ein letzter lauer Sommerabend mit den besten Freund*innen.

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