Privatisierte Flugsicherheitskontrollen: Eine hoheitliche Aufgabe

Dass auf Flughäfen an der Sicherheit gespart wird, ist eine Folge der Privatisierungen während der 1990er Jahre.

Warteschlangen am Flughafen Düsseldorf

Billig fliegen, lange warten: Schlange stehen am Düsseldorfer Flughafen Foto: dpa

Sie sollen die Sicherheit im Luftverkehr garantieren: An den Flughäfen durchsuchen Mitarbeiter*innen privater Firmen jede und jeden. Auf der Jagd nach Waffen, gefährlichen Gegenständen, gar Sprengstoff durchleuchten die Luftsicherheitsassistent*innen das Gepäck. Ihr Job, die Terrorabwehr, ist eine höchst verantwortungsvolle Aufgabe – wenn sie denn ernst gemeint ist.

Zweifel daran lassen die Arbeitsbedingungen der Fluggastkontrolleur*innen aufkommen. Trotz jahrelangen Warnungen leiden sie noch immer unter ständig wechselnden Arbeitszeiten, überlangen Schichten, unterdurchschnittlicher Bezahlung. Die wiederum sorgt für lange Anfahrtswege – eine Wohnung in den boomenden Metropolen in Airportnähe können sich die wenigsten leisten. Die Familie, der Kreis der Freund*innen leiden.

All das führt etwa am Flughafen Düsseldorf zu einem ärztlich attestierten Krankenstand von 20 Prozent – was wiederum neue Löcher ins Personalnetz reißt. Die Folge sind Überlastung, mangelnde Konzentration, Übermüdung – und damit Gefahren für die Sicherheit.

Grund dafür ist die seit 1993 erfolgte Privatisierung der Kontrollen. Dem Neoliberalismus der neunziger Jahre folgend, wird selbst an der Sicherheit gespart. Um eine ständig wechselnde Zahl an Passieren möglichst billig durchzuschleusen, heuert das zuständige Bundesinnenministerium Billiganbieter an. Miese Arbeitsbedingungen, miese Bezahlung im Staatsauftrag sind schlicht deren Geschäftsmodell. Die Gewerkschaftsfeindlichkeit von Firmen wie Kötter Aviation, die in Düsseldorf der Gewerkschaft Verdi einen Maulkorb verpassen will, ist da nur konsequent.

Überfällig ist deshalb, die hoheitliche Aufgabe der Kontrollen und Durchsuchungen endlich wieder in staatliche Hand zu überführen. Linke und Sozialdemokraten wie zuletzt Nordrhein-Westfalens SPD-Landtagsfraktionschef Thomas Kutschaty fordern das längst – mit einem unschlagbaren Argument: Bei der Luftsicherheit geht es um Menschenleben.

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