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Präsidiumswahl beim Hamburger SVDie Graswurzel-Kandidatin

Anna Maria Stöcken verwirklicht seit Jahren Projekte wie den Pilgerweg beim Hamburger SV. Am Samstag will sie zur Vizepräsidentin gewählt werden.

Am Sonnabend wählt der HSV ein neues Präsidium. Dabei ist klar: Einer der beiden Vizepräsidenten wird erstmals weiblich sein. Den Weg frei machte die gescheiterte Kandidatur des ehemaligen Nationalspielers und HSV-Trainers Felix Magath und des Ex-Profis Richard Golz. Eine der beiden Kandidatinnen, die sich jetzt Chancen ausrechnen können, ist Anna Maria Stöcken.

„Der HSV ist ein Teil meines Lebens und meiner Identität“, sagt Stöcken. Im Jahr 2005 begann ihre Reise im Verein mit einem Schülerpraktikum. Danach blieb sie, arbeitete als Aushilfe in sämtlichen Positionen, etwa dem Mitgliederwesen, gab Stadionführungen und engagierte sich ehrenamtlich. Seit 2023 ist sie stellvertretende Vorsitzende des Ehrenrats. Mit der Bewerbung für das Amt der Vizepräsidentin möcht sie den nächsten Schritt gehen.

Vielen HSV-Mitgliedern wird der Name Anna Maria Stöcken nicht bekannt sein, wohl aber umso mehr ihre Projekte. Stöcken gründete den HSV Supporters Chor, den HSV Mini Supporters Chor sowie den HSV-Pilgerweg, der an 17 Orten vorbeiführt, die wir mit dem HSV verbunden sind. Überdies war sie Mitgründerin des HSV-Volksparketts, einer offenen Bühne von und für HSV-Fans. Vor allem der Pilgerweg ist ihr Herzensprojekt: „Ich mag alle meine Projekte, aber den Pilgerweg habe ich komplett selbst geplant und vorgestellt“, sagt Stöcken. „Pilgern tat mir mein ganzes Leben lang gut.“

Sie selbst beschreibt sich als jemand, die lieber macht als nur redet. Ihre Ideen entstünden oft spontan, erzählt sie: „Manchmal sitze ich abends auf dem Sofa und frage mich: Was kann ich dem HSV Gutes tun? Dann reiche ich eine Idee ein oder entwickle sie selbst weiter.“

Nicht nur im sportlichen Bereich, sondern auch im sozialen Bereich sollten wir erstklassig sein

Anna Maria Stöcken

Für den Fall, dass sie gewählt wird, möchte sie sich auf vier Kernbereiche konzentrieren: „Der Breitensport ist das Rückgrat des Vereins und wir müssen ihn sichtbarer machen“, findet sie. Aber auch das Ehrenamt soll weiter gefördert werden: „Ich bin seit 20 Jahren ehrenamtlich aktiv und es geht mir darum, den Austausch zu fördern und neue Projekte zu gestalten“. Zudem möchte sie die Sichtbarkeit des HSV in der Stadt fördern und sich für eine klare Haltung gegen Ausgrenzung und Diskriminierung einsetzen. Sie selbst findet hierzu klare Worte: „Nicht nur im sportlichen Bereich, sondern auch im sozialen Bereich sollten wir erstklassig sein“.

Ihre Gegenkandidatin kennt sie auch bereits: Laura Ludwig, Beachvolleyball-Olympiasiegerin von 2016. „Ich habe damals den Fernseher angemacht, um das Olympia-Gold zu sehen“, erinnert sich Stöcken. „Sie ist eine super Gegenkandidatin.“ Ihrer beider Schwerpunkte seien aber auch super unterschiedlich: Ich komme aus dem Verein und sie aus dem Profibereich“.

Der Wahlkampf läuft längst. Erst kürzlich stellte Stöcken sich einem Fanclub in Bad Fallingbostel vor: „Ich war die Einzige, die zugesagt hat“, erzählt sie. Es sei dann zu einem tollen Gespräch gekommen. „Das ist es, was ich möchte: ansprechbar sein“, sagt Stöcken.

Ob der Weg geplant war von der Praktikantin zur Kandidatur fürs HSV-Präsidium? Sie sagt: „Nicht direkt, aber durch meine Tätigkeiten hatte ich die Möglichkeit den Verein aus verschiedenen Perspektiven kennenzulernen“.

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