Polizeieinsatz in Krefeld: Zehn Schläge gegen den Kopf

Eine Festnahme in Krefeld eskaliert. Ein Video des Polizeieinsatzes sorgt für Empörung im Internet.

Eine Polizeistation in NRW, nach einem Einsatz in Krefeld gibt es Kritik.

Eine Polizeiwache in NRW, in Krefeld gibt es nach einem Polizeieinsatz nun Diskussionen Foto: dpa

KREFELD/BERLIN taz | Wieder gibt es Diskussionen um einen Polizeinsatz, diesmal in Krefeld (NRW). Ein Video, das am Wochenende in sozialen Medien geteilt wurde, zeigt PolizistInnen, die einen Mann festnehmen – der sich dagegen zunächst wehrt. Darauf halten ihn mehrere Beamte fest, eine Polizistin schlägt ihm zehn Mal gegen den Kopf.

Eine Augenzeugin, die den Einsatz filmte, rief der Polizei zu: „Übertreibt doch nicht so.“ Auch im Internet wurde das Video des Einsatzes von NutzerInnen als Polizeigewalt heftig kritisiert. Der Verein liberaler PolizistInnen PolizeiGrün kommentierte: „Wir halten dieses Vorgehen für vollkommen unprofessionell und eine unverhältnismäßige Anwendung des unmittelbaren Zwangs. Es erinnert an eine Kneipenschlägerei.“

„Unmittelbarer Zwang“ zur eigenen Sicherheit?

Laut Krefelder Polizei geschah der Einsatz am Samstagsvormittag, ausgerückt sei man wegen eines Brandes in einer Erdgeschosswohnung. Dort habe man eine 28-jährige Frau und einen 47-jährigen Mann angetroffen. Letzter habe sich jedoch geweigert, die verrauchte Wohnung zu verlassen. „Angesichts seines Widerstands musste unmittelbarer Zwang angewendet werden, um ihn in Sicherheit zu bringen“, teilte die Polizei mit. Der Mann und die Frau seien dann wegen versuchter schwerer Brandstiftung vorläufig festgenommen worden.

Nach dem aufgetauchten Video des Einsatzes rechtfertigte sich die Behörde, dieses stelle nur „einen Ausschnitt aus einer dynamischen Entwicklung“ dar. „Der Sachverhalt wird unter allen Aspekten polizeilich und staatsanwaltschaftlich geprüft.“

Bereits zuletzt hatten rabiate Polizeieinsätze in Düsseldorf, Hamburg oder Frankfurt/Main, die auf Video-Ausschnitten im Internet geteilt wurden, für breite Empörung gesorgt. Polizeigewerkschaften erwiderten, dass die Videos nicht die Vorläufe der Einsätze zeigten. Im Internet werde zu schnell „Hysterie“ verbreitet.

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