Podcast Bundestalk : Grüne Ratlosigkeit
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Wahlniederlagen im Osten, der Rücktritt der Vorsitzenden und dann tritt noch die Grüne Jugend aus. Was kommt jetzt?
Erst verlieren die Grünen drei Wahlen, jetzt tritt die Parteispitze, Omid Nouripour und Ricarda Lang, zurück. Der Vorstand der Grünen Jugend verabschiedet sich gleich ganz. „Die Grünen werden immer mehr zu einer Partei wie alle anderen“, klagen die jungen Grünen um Svenja Appuhn und wollen vielleicht eine neue linke Organisation gründen. Lange waren die Grünen diszipliniert und ruhig. Jetzt gerät viel in Bewegung.
Die Grünen stehen dem Rechtsruck, den wir erleben, hilflos gegenüber. Sind ist erster Linien eigene Fehler wie beim Heizungsgesetz oder der Kindergrundsicherung für die Baisse verantwortlich – oder sind die Grünen vor allem Opfer der Antiöko-Stimmung, die ein Ventil für eine veränderungsmüde Gesellschaft ist? Oder beides? Sollen die Grünen sich also, wie es manche Realos fordern, an die rechte Stimmung anpassen? Oder ist es klüger, die Fahnen hochzuziehen und auf besseres Wetter zu warten?
Auf jeden Fall haben Habeck & Co ein Problem mit jüngeren WählerInnen. Die galten lange als grünenaffin. Das ist vorbei. In Brandenburg wählten 31 Prozent der JungwählerInnen AfD, nur 6 Grüne. Das hatte sich auch schon bei der Europawahl im Juni gezeigt. Die Grünen werden im November eine neue Führung wählen. Die wird wahrscheinlich noch stärker auf Robert Habeck ausgerichtet sein als die alte. Wie es aussieht, wird Habeck zu einer Art neuem Joschka Fischer der Grünen 2024, jemand, der die Partei weitgehend beherrscht.
CDU Kanzlerkandidat Friedrich Merz hält die Grünen für nicht koalitionsfähig. Doch die personelle Neuaufstellung der Ökopartei kann man als Schritt Richtung Schwarz-Grün verstehen. Allerdings ist Habeck lange nicht so populär wie Fischer. Die Zeit, als er als Everybody's Darling galt, ist vorbei.
Darüber spricht im aktuellen Bundestalk taz-Parlamentskorrespondent Stefan Reinecke mit den taz-Grünen-Expert:innen Sabine am Orde und Tobias Schulze.
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