Parlamentswahlen in Bangladesch : Warum arbeiten Studierende mit Islamisten zusammen?
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Bangladeschs Gen-Z-Bewegung stürzte 2024 Präsidentin Hasina. Nun paktierte sie mit der islamistischen Jamaat-e-Islami. Was treibt die Studis an?
2024 hatte die Gen-Z-Bewegung in Bangladesch noch gegen Vetternwirtschaft, Korruption und Demokratieabbau demonstriert und die autoritäre Präsidentin Sheikh Hasina aus dem Land gejagt. Bei den jüngsten Parlamentswahlen kooperierte sie mit der islamistischen Partei Jamaat-e-Islami. Die kam vergangene Woche auf etwa ein Drittel der Stimmen und wurde zweitstärkste Kraft – ein historisch gutes Ergebnis in Bangladesch, das eigentlich für seinen liberalen Islam bekannt ist.
Was Islamisten und Studierende eint, ist der Wunsch nach echtem politischen Wandel. Nach dem Fall Hasinas und ihrer Awami-Liga im August 2024 hofften viele in Bangladesch, auch außerhalb der Studentenbewegung, auf einen Neuanfang. Die Übergangsregierung unter Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus verbreitete Aufbruchstimmung und bereitete Reformen vor.
Doch inwiefern die nun wirklich kommen, ist fraglich. Die neugewählte rechtskonservative Bangladesh Nationalist Party (BNP) steht eher für eine Rückkehr zum Normalzustand, steht für die andere Seite der Medaille eines Systems, das geprägt ist von Postenschacher und den einfachen Menschen im Land wenig Mitsprache ermöglicht. Derweil sorgen sich viele – vor allem junge Menschen in Bangladesch – um ihre finanzielle und berufliche Zukunft.
Wieso entscheiden sich junge gebildete Menschen dazu, mit Islamisten zu paktieren? Sind die Studierenden mit ihren Protesten gescheitert? Und in welche Richtung steuert Bangladeschs Gesellschaft? Über diese Fragen spricht taz-Auslandsredakteur Fabian Schroer mit taz-Südasienkorrespondentin Natalie Mayroth in der neuen Folge der Fernverbindung.
Die aktuelle Folge wurde aufgezeichnet am 19. Februar 2026 um 16.30 Uhr Mitteleuropäischer Zeit.
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