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ORF macht Hunde wieder beliebtNeues aus der Kampfhund-Arena

Im ORF zeigen sie wieder „Kommissar Rex“. Was, wenn auch die deutsche Politik eine Hundeshow wäre? Über den Afghan-Border-Colline Weidel bis zum Lindner-Terrier.

K inder, wie die Zeit vergeht. Heute, beim Schreiben der Kolumne sind’s noch fünf, nein vier Tage bis zur Wahl. Wird auch Zeit, sonst kommt hier noch ernsthaft was unter die Räder. Von daher lohnt der entspannte Blick nach Österreich, wo die aktuelle wichtigste Meldung der Woche herkommt.

Der ORF buddelt „Kommissar Rex“ wieder aus. Dieses Mal sind Maximilian Brückner und Ferdinand Seebacher Herrchen und Frauchen. Okay, der deutsche Schäferhund war schon immer ein Untoter. „Dann schau doch mal, wie krass die deutschen TV-Duelle, Quadrelle und Wahlarenen einer Hundeshow ähneln“, sagt die Mitbewohnerin.

Stimmt! Da wird sich auch präsentiert und aufgepuschelt. Nur wenn die Mo­de­ra­to­r*in­nen „Aus“ oder „Sitz!“ sagen, ist das mit der Disziplin so eine Sache.

Vergangene Woche ist der olle Weimaraner Ramelow im MDR ja ganz schön aus seiner Hundehütte gekommen. Weil ihm Miniatur-Pitbull Chrupalla nochmal den alten Quark, die Linken wollten die Reichen erschießen, in den Fressnapf gespuckt hat. Stimmt zwar nicht. Blöderweise hat Ramelow aber so arg gekläfft, dass alle leider nur darüber berichten und nicht über das kluge Zeug, was dieser aufrechte olle Hund [doch wohl eher linker Sozialdemokrat! d. säzzer] sonst von sich gegeben hat.

Das lässt fragen, welcher Vierbeiner Spit­zen­kan­di­da­t*in in der Kampfhund-Arena ist. Ex­per­t*in­nen wissen, es kommt vor allem aufs Gebiss und die Zahnstellung an.

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Afghan-Border-Colline Weidel

Die ist bei der Afghan-Border-Colline Weidel immer gut zu sehen. Sie beherrscht auch diesen beleidigt-genervten Augenaufschlag super. Immer dann, wenn sie für sich und ihre Partei versichert, „Wir beißen nicht, wir wollen nur spielen!“ Nein, wollen sie nicht!

Der gute alte Deutsche Boxer Scholz konnte in den letzten Wahl-Wettrennen zur großen Hundeshow am Sonntag ein bisschen aufholen. Dagegen bläst es dem Sauerländer Windhund Merz gerade etwas ins spitze Gesicht. Trotzdem führt er das Kandidat*innen-Rudel weiter ziemlich unangefochten an.

Da kann der Grünen Retriever Habeck noch so goldig gucken. Und für die im Osten erfolgsverwöhnte Doberfrau Wagenknecht bleibt es ein Vabanque-Spiel. Wird sie es in die Endausscheidung schaffen? Oder muss sie wegen „Bissigkeit“ ohne Bewertung nach Hause fahren? Terrier und Chihuahuas gelten gemeinhin als putzig. Aber auch als Kläffer, was für den Lindner-Terrier besonders zutrifft. Auch hier ist also Vorsicht angebracht, ob es überhaupt mit den mindestens fünf Punkten durch das Wahlgericht klappt.

Es bleibt spannend. Und weil wir seit „Hausmeister Krause“ wissen, das Ordnung sein muss, gehen alle bitte vor dem 23. noch mal in den Hundesalon.

Damit das Wahlvolk auch aus voller Überzeugung „Alles für den Dackel, alles für den Club! Unser Leben für den Hund“ rufen kann.

In einer früheren Version des Artikels war Herr Krause irrtümlich als „Wachtmeister“ bezeichnet worden. Wir haben das korrigiert. Alles für den Dackel…!

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Steffen Grimberg

Steffen Grimberg Medienjournalist

2000-2012 Medienredakteur der taz, dann Redakteur bei "ZAPP" (NDR), Leiter des Grimme-Preises, 2016/17 Sprecher der ARD-Vorsitzenden Karola Wille, ab 2018 freier Autor, u.a. beim MDR Medienportal MEDIEN360G. Seit Juni 2023 Leitung des KNA-Mediendienst. Schreibt jede Woche die Medienkolumne "Flimmern und rauschen"
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1 Kommentar

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  • Es gibt keinen "besten Freund des Menschen" der mit so jemandem wie Weidel auch nur entfernt in Verbindung gebracht werden sollte.