: „Noch immer viele Klischees“
Jacqueline Brösicke, 59, Geschäftsführerin des Frauenzentrums Courage Magdeburg
Ich bin Mitbegründerin der Fraueninitiative Magdeburg, die sich 1989 gegründet hat. Seitdem bin ich aktiv, seit vielen Jahren Geschäftsführerin des Frauen- und soziokulturellen Zentrums Courage im Volksbad Buckau. Wir machen soziokulturelle und soziale Arbeit im Hinblick auf Frauen und Mädchen, dafür bin ich auch in verschiedenen Gremien des Landes und der Stadt, zum Beispiel dem queerpolitischen Tisch. Die Landesregierung hat, was LSBTQA-Themen (lesbische, schwule, bisexuelle, trans, queere und asexuelle) angeht, noch einiges zu tun. Wir haben für die Landtagswahl Prüfsteine erarbeitet – insbesondere im Hinblick auf die AfD habe ich schon Sorge. Wenn es wirklich eine noch größere Mehrheit für die AfD geben sollte, werden wir politisch alle Hände voll zu tun haben. Da sollten sich alle demokratischen Parteien zusammenschließen, um mindestens das Level zu halten, das wir aktuell haben. Eigentlich müssten wir aber noch voranschreiten. Die CDU hat das Gleichstellungsgesetz bislang blockiert – aber das muss in der nächsten Legislaturperiode kommen. Es gibt immer noch viele Klischees über Menschen, die nicht heterosexuell leben möchten. Insbesondere in ländlichen Gebieten muss da etwas passieren, auch im Hinblick auf Klima und Umweltschutz. Die Grünen haben sich in diesem Punkt viel eingebracht in der Koalition. Und die Linken sind es, die soziale Themen abdecken. Die Coronakrise zeigt auch: Kliniken müssen ebenso wie große Energiefirmen in staatliche Hand. Daher hoffe ich auch, dass viele Menschen grün oder links wählen.
Protokoll: Sarah Ulrich
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