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Neue Umfrage zur AbgeordnetenhauswahlLinkspartei ist links nicht mehr Spitze

Die Kritik an Regierungschef Wegner schadet der CDU nicht – und die Konkurrenz rückt noch enger zusammen. Neue Nummer 1 im linken Lager ist die SPD.

Aus Berlin

Stefan Alberti

Weniger als sieben Monate vor der Abgeordnetenhauswahl am 20. September ist der Wahlausgang offener denn je. In der jüngsten repräsentativen Wahlumfrage des Forschungsinstituts Insa im Auftrag der Bild-Zeitung liegt die CDU von Regierungschef Kai Wegner weiter deutlich vorn. Dahinter folgen zahlenmäßig enger denn je zusammen AfD, SPD, Grüne und Linkspartei.

Überraschendstes Ergebnis der neuen Umfrage dürfte sein, dass die CDU weiter jene 22 Prozent erreicht, auf die sie auch schon bei den drei vorangegangenen Umfragen seit Mitte November gekommen ist, sowohl bei Insa wie beim Institut Infratest dimap. Denn seit Jahresbeginn ist ihr designierter erneuter Spitzenkandidat Wegner – seine offizielle Kür ist für den 9. Juni geplant – fast durchgängig in der Kritik gewesen.

Durch viel negative Berichterstattung erst im Zusammenhang mit dem Stromausfall und seiner Bewältigung und dann beim Glatteis wäre zu erwarten gewesen, dass die Christdemokraten an Zuspruch verlieren. Tatsächlich aber liegen sie 5 Prozentpunkte vor der AfD, die als Zweitplatzierte auf 17 Prozent kommt, 1 Punkt mehr als bei einer Insa-Umfrage Mitte Januar. Wie bei der CDU die Kritik an Wegner wirkt sich bei der AfD offenbar nicht negativ aus, dass die Partei jüngst Schlagzeilen wegen Kungelei in anderen Landesparlamenten machte.

Direkt hinter der AfD folgen – so dicht zusammen wie seit Juli 2018 nicht mehr – die SPD mit 16 Prozent (im Januar 17) und die Grünen und die Linkspartei mit jeweils 15 Prozent. Während die Grünen damit 1 Punkt hinzugewinnen, verschlechtert sich die Linkspartei um 2 Punkte. Dahinter kommt die 2023 aus dem Abgeordnetenhaus ausgeschiedene FDP mit 4 Prozent nahe an die 5-Prozent-Hürde heran, die sie zum Wiedereinzug ins Parlament überwinden muss.

Jetzt könnte wieder die SPD ein Linksbündnis anführen

Für SPD, Grüne und Linkspartei reichen diese Zahlen wie in den vorangegangenen Wahlumfragen zwar nicht zu einer Mehrheit der Wählerstimmen, ergeben aber wegen besagter 5-Prozent-Hürde trotzdem eine Mehrheit der Sitze im Parlament. Diese mögliche rot-grün-rote Koalition würde nun allerdings nicht wie in Überlegungen vergangener Monate die Linkspartei anführen. Sie war in einer Umfrage im Juni 2025 an die Spitze des linken Lagers gerückt und hielt diesen Platz auch in den folgenden vier Umfragen. Einmal lag sie dabei sogar 6 Prozentpunkte vor der SPD und 3 vor den Grünen.

Stärkste Kraft einer erneuten rot-grün-roten Koalition wäre wie schon in gleichfarbigen Bündnissen zwischen 2016 und 2023 die SPD, künftiger Regierender Bürgermeister ihr Spitzenkandidat Steffen Krach. Der hatte als Staatssekretär für Wissenschaft eine solche Koalition bereits fünf Jahre miterlebt, bevor er Berlin 2021 Richtung Hannover verließ, um dort Regionspräsident zu werden.

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