Umfrage zur Abgeordnetenhauswahl: Wieder Westberlin
Auch in der aktuellsten Umfrage führt die CDU deutlich. Im Vergleich zur Wahl 2023 ist die SPD im Westen stabil und halbiert sich im Osten.
Die Zugstimmungswerte für die Parteien in Berlin sind seit Monaten wie eingefroren. Unabhängig von bundespolitischen Entwicklungen, den nominierten Spitzenkandidat:innen für die Abgeordnetenhauswahl und Ereignissen wie Kai Wegners Tennis-Affäre oder die CDU-Fördergeldaffäre um Antisemitismusprojekte – stets führt die CDU die Umfragen an. Laut einer neuesten Erhebung von Civey im Auftrag des Tagesspiegels würden sich auch aktuell 23 Prozent dafür entscheiden, im September ihr Kreuz bei der CDU zu setzen – dasselbe Niveau wie seit einem Jahr.
Mit jeweils 16 Prozent folgen SPD, Linke und AfD gleichauf, ein Prozentpunkt dahinter die Grünen. BSW und FDP würden demnach mit 4 und 3 Prozent den Einzug ins nächste Abgeordnetenhaus verfehlen. Größere Veränderungen über die vergangenen Monaten oder auch zwischen den verschiedenen Umfrageinstituten lassen sich nicht ausmachen. Bleibt es dabei und bleibt die AfD für alle anderen ein No-Go, kommen nach der Wahl nur zwei Dreier-Koalitionen in Betracht: ein Bündnis aus CDU, SPD und Grünen oder ein rot-rot-grünes.
Bemerkenswerte Verschiebungen lassen sich in der am Montag veröffentlichten Umfrage dennoch ausmachen, im Unterschied zur Wiederholungswahl 2023 und beim Blick auf die Aufschlüsselung nach Ost und West. Während im Osten CDU und AfD auf je 21 Prozent kommen, gefolgt von den Linken mit 19 Prozent, schmiert die SPD hier auf 8 Prozent ab. Nie zuvor wurde ein geringerer Zustimmungswert für die Sozialdemokraten im Osten der Stadt gemessen. Zum Vergleich: Bei der letzten Wahl holte die SPD in den vier reinen Ost-Bezirken noch mehr als 16 Prozent.
Ganz anders das Bild im Westen. Hier liegt die SPD weiterhin bei jenen 20 Prozent, die sie auch bei der Wahl vor drei Jahren einfuhr. Stärkste Kraft ist hier wiederum die CDU mit 25 Prozent, AfD und Linke kommen auf 14 und 13 Prozent. Am konstantesten in beiden Stadthälften sind die Grünen: im Westen mit 15, im Osten mit 14 Prozent.
Auffällig ist zudem die Entwicklung der AfD, die sich – wenig beachtet – seit Monaten auf einem Niveau eingependelt hat, das etwa eine Verdoppelung ihres letzten Berliner Wahlergebnisses darstellt. Damals holte die extrem rechte Partei in Berlin noch 9,1 Prozent; bei der Bundestagswahl im vergangenen Jahr waren es dann schon 15,2 Prozent. Angesichts der Blässe der Partei in der Berliner Landespolitik, ihren fehlenden Akzenten als Oppositionspartei und verhältnismäßig wenig Aufregern, scheint die AfD besonders von einer bundespolitischen Entwicklung zu profitieren.
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