Neue Pressesprecherin des Weißen Hauses: Nachfolge in schwierigen Zeiten
Katie Zacharia hat Erfahrung bei den rechten Sendern Fox News und Newsmax. Jetzt soll sie direkt im Weißen Haus für die Trump-Regierung sprechen.
Foto: Terry Watt/getty images
Die neue Pressesprecherin im Weißen Haus heißt Katie Zacharia. Dies verkündete US-Präsident Donald Trump in einem Post auf Truth Social. Kaum jemand hatte die konservative TV-Persönlichkeit auf der Rechnung. Selbst die amerikanische Prognosemarkt-Plattform Kalshi gab Zacharia nur eine Chance von 1 Prozent, die Regierungsposition zu erhalten.
Trump begründete seine Entscheidung damit, dass sich die gebürtige Kalifornierin als „loyale Unterstützerin“ erwiesen habe, die die MAGA-Bewegung hingebungsvoll unterstütze.
„Ich bin zuversichtlich, dass Katie als nächste Pressesprecherin des Weißen Hauses hervorragende Ergebnisse für unser Land erzielen wird, denn sie genießt den Respekt der Medien, des amerikanischen Volkes sowie meiner Regierung und wird ausgezeichnet mit ihnen zusammenarbeiten“, erklärte der Präsident.
Die 41-jährige Mutter von vier Kindern dürfte vor allem Zuschauern der rechten Nachrichtensender Fox News und Newsmax ein Name sein, denn dort trat sie als konservative Kommentatorin und Analystin auf. Die studierte Juristin arbeitete zuletzt auch als Kommunikationsberaterin für das Unternehmen hinter Truth Social, Trumps eigenem sozialen Netzwerk.
Frostige Atmosphäre zwischen Regierung und Medien
Sie hatte auch bereits erst Erfahrungen in der zweiten Trump-Regierung gemacht. Für eine kurze Zeit fungierte sie als Pressesprecherin für die ehemalige Heimatschutzministerin Kristi Noem. Trump erklärte in seinem Post, dass sie zudem auch für sein Wahlkampfteam gearbeitet hätte.
Zacharia ersetzt die Ende August zurückgetretene Pressesprecherin Karoline Leavitt. Diese hat mittlerweile beim Trump-nahen Sender Fox News ein neues Zuhause gefunden.
Zacharia übernimmt das Amt jedoch in einer schwierigen Zeit für die Regierung. In den USA stehen wichtige Kongresswahlen vor der Tür, und Umfragen zufolge könnten Republikaner eine deutliche Niederlage kassieren. Immer mehr republikanische Kandidaten haben sich in den vergangenen Wochen deshalb von Trump abgewendet, da Teile der Wählerschaft die aktuelle Regierung für die anhaltende Inflation verantwortlichen machen, die sich vor allem auf Lebensmittel- und Energiepreise ausgewirkt hat.
Außerdem ist die Atmosphäre zwischen der Regierung und den Medien aktuell noch frostiger als sonst. Grund dafür ist Trumps Entscheidung, drei Medienunternehmen den Zugang zum Weißen Haus zu verweigern.
Erste Äußerung zum Dieseldeal mit Russland
Zacharia bedankte sich trotzdem für das Vertrauen des Präsidenten und bezeichnete es als Privileg, für die Trump-Regierung arbeiten zu dürfen. „Die vor uns liegende Aufgabe besteht darin, weiterhin starke Ergebnisse für unser Land zu erzielen und dem amerikanischen Volk die bedeutenden Erfolge zu vermitteln, die diese Regierung Tag für Tag erreicht“, erklärte sie in einem Post.
Auch wenn ihr erster offizieller Tag hinter dem Podium des Weißen Haus erst am Montag ist, hat sie bereits am Samstag zu dem umstrittenen Dieseldeal der US-Regierung mit Russland Stellung genommen.
„Präsident Donald Trump hat sich nie missverständlich geäußert. Er ist ein Präsident, für den ‚Amerika an erster Stelle‘ steht. Mit diesem Abkommen stellt er [amerikanische Interessen] und die amerikanischen Bürger an die erste Stelle. Und dank dieses Diesel-Abkommens werden wir billigeres Benzin und günstigere Lebensmittel haben“, sagte Zacharia in einem TV-Interview auf Fox News.
Demokraten und der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj haben die Vereinbarung kritisiert. Selenskyj erklärte das eine Lockerung der Exportsanktionen ein Zeichen von „Schwäche“ auf Seiten der Amerikaner sei.
Zacharia kann sich also auf einiges gefasst machen. Wann sie ihr erstes Presse-Briefing abhalten wird, steht noch nicht fest.
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