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Sprecherin im Weißen HausTrumps Maschinengewehr tritt ab

Karoline Leavitt war mit 27 die jüngste Pressesprecherin des Weißen Hauses aller Zeiten. Jetzt tritt sie zurück. Sie wolle mehr Zeit für die Familie.

Karoline Leavitt gibt ihren Job als Pressesprecherin des Weißen Hauses auf. Nur gut einen Monat, nachdem sie aus dem Mutterschutz nach der Geburt ihres zweiten Kindes, einer Tochter, in den Presseraum zurückgekehrt ist, meldet sie jetzt doch das Bedürfnis an, sich mehr um ihre Familie kümmern zu wollen, als es der Job als Pressesprecherin zulasse.

Leavitt, die im Januar 2025 mit nur 27 Jahren als jüngste Pressesprecherin aller Zeiten angetreten war, werde nunmehr eine seiner „Top“-Beraterinnen außerhalb der Regierung werden, sagte Donald Trump. Leavitt sei „eine der besten Pressesprecherinnen in der Geschichte“ gewesen.

Mit Sicherheit war sie eine der kämpferischsten und eine derjenigen, die sich am intensivsten die Sprache und politischen Instinkte ihres Chefs zu eigen gemacht hat. Regelmäßig die Legitimität der traditionellen journalistischen Medien angreifend, stritt sie sich mit kritischen Pres­se­ver­tre­te­r*in­nen, erklärte sie für vorurteilsbehaftet, nannte sie „Linke, die als Reporter posieren“, sagte, sie sollten sich schämen und sorgte gleichzeitig dafür, dass immer mehr Propagandisten von neuen rechten Internetplattformen ins Pressecorps des Weißen Hauses aufgenommen wurden.

Ihr Auftreten war stets von Schärfe und direkter Konfrontation geprägt, das womöglich sogar gepaart mit einem Lächeln, und einem unglaublich schnellen Mundwerk. Trump selbst verglich ihren Sprachstil mal mit einem Maschinengewehr und sagte anerkennend, sie könne richtig gemein sein. Ihm imponierte das.

Leavitt, die mit 22 Jahren schon einen Abschluss in politischer Kommunikation gemacht hat, war schon während Trumps erster Amtszeit im Pressesekretariat beschäftigt, allerdings als Helferin in der dritten Reihe.

2021 startete sie als überzeugte MAGA-Aktivistin in New Hampshire ihre Kandidatur fürs US-Repräsentantenhaus, gewann auch die republikanischen Vorwahlen, verlor jedoch 2022 gegen den demokratischen Amtsinhaber. Viele US-Beobachter*innen gehen davon aus, dass es nicht allzu lange dauern wird, bis Leavitt sich erneut mit politischen Ambitionen für ein Amt zurückmeldet.

Leavitt war die fünfte Sprecherperson für Trump

Leavitt war die fünfte Sprecherperson für Trump als Präsidenten. Während seiner ersten Amtszeit gab es gleich vier auf diesem Posten, wobei nur eine, Sarah Huckabee Sanders, den Job länger ausübte als Leavitt. Huckabee Sanders ist seit 2023 Gouverneurin von Arkansas – im November steht sie zur Wiederwahl.

Nur ein einziger Mann vertrat Trump vor der Presse: Sean Spicer, sein allererster Sprecher, der allerdings nur ein halbes Jahr auf dem Posten blieb. Spicer sagt heute, er habe nie ein derartig enges Verhältnis zu Trump gehabt wie Karoline Leavitt. Spicer war im übrigen überhaupt der letzte Mann auf dem Posten: Hatte es zuvor seit Einführung des Amtes vor knapp einem Jahrhundert überhaupt nur zwei Frauen in dem Job gegeben, so waren die letzten sechs Sprecherinnen inklusive Leavitt alle weiblich – auch unter Biden.

Nach seiner Zeit im Weißen Haus trat Spicer bei der Show Dancing with the Stars auf und wurde Host einer Sendung beim rechten NewsMax.

Bisher hat Trump weder einen Hinweis darauf gegeben, wen er als Nächstes in den Presseraum schicken will, noch wann er das bekanntgeben will. Eine solche Waffe wie Karoline Leavitt zu finden, wird nicht einfach.

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