Namensänderung auf Google Maps: Vom Landesverband zum „CDU Eierverband“
Nach der „Merz, leck Eier“-Kampagne hat ein User die Namen von CDU-Geschäftsstellen auf Google ändern lassen. Die Partei findet das nicht witzig.
dpa/taz | Wer am Donnerstagmorgen auf Google Maps nach der Geschäftsstelle des CDU-Landesverbandes Schleswig-Holstein gesucht hat, fand auf der Karte einen Marker mit der Aufschrift „CDU Eierverband Schleswig-Holstein“. „Kreativer Protest sieht anders aus“, sagte CDU-Landes-Generalsekretär Lukas Kilian der Deutschen Presse-Agentur. „Aber das bereitet uns auch keine schlaflosen Nächte.“
Nach Darstellung Kilians hatte ein User über einen Änderungsvorschlag den Namen ändern lassen. Diese Funktion des Dienstes mache beispielsweise bei geänderten Öffnungszeiten von Restaurants Sinn. Bei politischen Parteien oder Institutionen müsse diese Option hingegen eingeschränkt werden, forderte der CDU-Politiker.
Nicht nur die Kieler Landesgeschäftsstelle der Union, auch der Marker des Kreisverbands in Rendsburg („CDU Eierhaus Kreisverband“) war von der Aktion betroffen. Ebenfalls in Kiel wurde die Landesgeschäftsstelle des Wirtschaftsrats in „Eierrat der CDU e. V.“ umbenannt.
Erwischt hat es auch die Hamburger CDU-Zentrale, die in der Adresszeile unter „CDU Eierhaus“ firmierte. „Da hat wohl jemand Ostern verpasst“, mutmaßte der Parlamentarische Geschäftsführer der CDU-Bürgerschaftsfraktion, Dennis Gladiator. „Verspätete Eierwitze sind ungefähr so originell wie ein abgelaufener Schokohase. Das ist nicht humorvoll, sondern schlicht daneben und fehl am Platz.“
Die Eier-Aktion könnte im Zusammenhang stehen mit dem Spruch „Merz, leck Eier“, der das erste Mal auf dem Schild eines 18-Jährigen bei einer Anti-Wehrpflicht-Demo Anfang März in Berlin auftauchte. Die Polizei beschlagnahmte das Schild – und löste damit erst recht eine „Merz leck Eier“-Welle aus, auf Demonstrationen, an Uni-Gebäuden, in den sozialen Medien und nun offenbar bei Google Maps.
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