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Mit den Stimmen von CDU/CSU und SPDBundestag erlaubt CO₂-Speicherung unter dem Meer

Umweltschützer kritisieren das Verfahren, die Koalition hat es nun trotzdem beschlossen. Auch Betreiber von Gaskraftwerken könnten profitieren.

Umweltschützer protestierten bereits 2011 gegen die Pläne zur CO₂-Speicherung unter dem Meer Foto: Wolfgang Runge/dpa

Der Bundestag hat den Weg für den Export und die Speicherung von Kohlendioxid (CO₂) unter dem Meeresboden freigemacht. Mit den am Donnerstagabend mit den Stimmen von CDU/CSU und SPD beschlossenen Gesetzesänderungen wird es möglich, CO₂ ⁠grenzüberschreitend ‍zu transportieren und dauerhaft im Meeresgrund zu lagern.

Die ⁠Regelungen gelten als Teil der bei Klima- und Umweltschützern kritisierten Strategie, klimaschädliches CO₂ unterirdisch zu speichern. Das sogenannte Carbon Capture and Storage (CCS) soll vor allem in Bereichen mit schwer vermeidbaren Emissionen wie der Zement- und Kalkindustrie nutzbar sein. Nach jüngsten Gesetzesänderungen ist ⁠aber auch die Nutzung für Gaskraftwerke nicht ausgeschlossen.

Künftig sind damit sowohl der Export von abgeschiedenem Kohlendioxid zur ⁠geologischen Speicherung in andere Staaten als auch die Erkundung und Nutzung unterirdischer Speicher in deutschen Meeresgebieten, ‍insbesondere ⁠in der Nordsee, rechtlich möglich. Die ‌neuen Vorschriften setzen internationale Vereinbarungen um und passen zugleich das nationale Recht an, um entsprechende Genehmigungs- und Zulassungsverfahren ‌für Transport, Erkundung und Speicherung zu ermöglichen.

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