Klimawandel gefährdet die Ernten: Dem Kaffee wird es zu heiß
In den wichtigsten Anbauländern ist es viel öfter zu heiß für die Kaffeepflanzen als früher. Die Menge und Qualität der Ernte sinken, der Preis steigt.
Foto: Jose Cabezas/reuters
afp/dpa/taz | Der Klimawandel erhöht einer Studie zufolge die Zahl der Hitzetage in den wichtigsten Kaffeeanbaugebieten der Welt. Dies führe zu geringeren Ernten und höheren Preisen für Verbraucherinnen und Verbraucher, teilte die gemeinnützige US-Organisation Climate Central am Mittwoch mit. Die fünf größten Kaffeeanbauländer – Brasilien, Vietnam, Kolumbien, Äthiopien und Indonesien – verzeichneten demnach im Schnitt 57 zusätzliche Tage mit hohen Temperaturen, die für den Kaffeeanbau schädlich sind.
In Brasilien, dem weltweit größten Kaffeeanbauland, wurden demnach gar 70 zusätzliche heiße Tage pro Jahr verzeichnet. In allen 25 untersuchten Anbauländern, die 97 Prozent der weltweiten Produktion ausmachen, waren es im Schnitt 47 zusätzliche jährliche Hitzetage.
Für die Untersuchung wertete Climate Central die Temperaturen für die Jahre 2021 bis 2025 aus und verglich diese mithilfe des Climate Shift Index mit den hypothetischen Werten ohne menschengemachte CO₂-Emissionen. Als für den Kaffeeanbau schädliche Temperaturschwelle wurde dabei ein Wert von 30 Grad Celsius definiert – ab diesem Wert leiden Kaffeepflanzen laut Climate Central unter Hitzestress, der sowohl den Ertrag verringern und die Bohnenqualität beeinträchtigen als auch die Anfälligkeit der Pflanzen für Krankheiten erhöhen kann.
Zugleich wies die Organisation darauf hin, dass geringere Ernten und höhere Preise insbesondere Kleinbauern treffen. Diese stünden zwar für einen großen Teil des weltweiten Angebots, hätten im Jahr 2021 aber nur 0,36 Prozent der benötigten Finanzmittel zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels erhalten. Diese Maßnahmen umfassen beispielsweise, die Kaffeepflanzen im Schatten größerer Bäume wachsen zu lassen und so besser vor Hitze zu schützen.
Extreme Wetterereignisse in den globalen Kaffeeanbaugebieten hätten wahrscheinlich zu den Preissprüngen bei Kaffee in den letzten Jahren beigetragen, hieß es zudem.
In den letzten Monaten ist der Kaffeepreis an den Börsen zwar wieder etwas gesunken. Aktuell werden für ein US-Pfund (etwa 454 Gramm) etwas weniger als 3 Euro verlangt. In den letzten zwei Jahren hatte der Preis zwischen 2,80 und 4,00 Euro je Pfund gependelt. Vor 5 bis 10 Jahren schwankte der Pfundpreis noch eher zwischen 1,00 und 1,50 Euro – er also weniger als halb so teuer.
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