Mikroben fernab von Coronaviren: Klimaschützer Bakterien

Mikroben haben es zurzeit nicht leicht. Da kommt diese Meldung gerade recht: In der Arktis fressen Bakterien offenbar klimaschädliches Methan.

Mikroben werde in Petri-Schalen gezüchtet Foto: Westend61/imago

BERLIN taz | In Zeiten der globalen Angst vor einem Virus hat man es als Mikrobe nicht leicht. Da kommt es gerade recht, dass ForscherInnen der US-Universität Purdue nun in der Arktis Bakterien gefunden haben, die offenbar die Belastung der Atmosphäre mit dem hochwirksamen Klimagas Methan reduzieren. Treffen die Ergebnisse von Qianlai Zhuang und Youmi Oh zu, die in der Fachzeitschrift Nature Climate Change veröffentlicht wurden, könnten die Methan-Emissionen zwar zunehmen, aber „viel geringer sein als ursprünglich angenommen“, erklärt Zhuang, Professor für Erdwissenschaften.

Das könnte eine der gefährlichsten „Kohlenstoffbomben“ des Planeten entschärfen helfen. Denn die Erwärmung, die in der Arktis besonders stark ausfällt, taut die Permafrostböden auf und setzt Methan frei. Das Gas heizt die Atmosphäre mindestens 25-mal so stark auf wie CO2 und könnte zu einem Teufelskreis beitragen: Mehr Erwärmung taut mehr Boden auf, führt zu mehr Erwärmung...

Zhuang und Oh aber haben entdeckt, dass ihre „methanotrophen“ Mikroben des arktischen Hochlands das Gas als Energiequelle nutzen. Weniger Methan gelangt deshalb dort in die Atmosphäre, wo die winzigen Klimaschützer das Gas verbrauchen. Zum Glück leben sie in 87 Prozent aller Böden. Anders als ihre Verwandten, die vom Methan der Feuchtgebiete leben, überleben die arktischen Bakterien bei viel geringeren Konzentrationen und senken den Methan-Ausstoß regional deutlich. Klar, das Ganze hat einen Haken: Die Mikroben lieben Wärme. „Wir könnten uns vorstellen, dass arktische Methanotrophe mehr Methan verbrauchen, als die Region produziert“, so Zhuang. „Aber das würde noch mehr Erwärmung voraussetzen“, und die gilt es ja zu verhindern.

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