Landtagswahlen in Deutschland: SPD und Grüne triumphieren

Malu Dreyers SPD hält Rheinland-Pfalz, die Grünen um Winfried Kretschmann gewinnen in Baden-Württemberg. Die CDU verliert drastisch. Die Ergebnisse im Überblick.

Malu Dreyer

Malu Dreyer hat wohl großen Anteil am Erfolg der SPD in Rheinland-Pfalz Foto: Thilo Schmuelgen/reuters

MAINZ/STUTTGART dpa | Die beiden Landtagswahlen im Südwesten haben der CDU historische Niederlagen beschert. In Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz verbuchten die Christdemokraten unter dem Eindruck der Maskenaffäre um Abgeordnete des Bundestags am Sonntag jeweils ihr bislang schlechtestes Ergebnis. Triumphieren konnten hingegen die Regierenden.

In Baden-Württemberg trugen die Grünen von Ministerpräsident Winfried Kretschmann den Wahlsieg davon, in Rheinland-Pfalz die SPD von Regierungschefin Malu Dreyer. Die Ergebnisse im Detail:

Rheinland-Pfalz

Deutlicher als erwartet hat die SPD um Ministerpräsidentin Malu Dreyer die Landtagswahl in Rheinland-Pfalz gewonnen. Die CDU mit Spitzenkandidat Christian Baldauf kassierte dagegen das bisher schlechteste Ergebnis und schaffte es auch nach 30 Jahren nicht, die Macht in Mainz zurückzugewinnen. Die seit 2016 im Land regierende Ampel-Koalition könnte damit weitermachen. Im Parlament sitzen künftig sechs Parteien, denn die Freien Wähler zogen erstmals in den rheinland-pfälzischen Landtag ein.

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Die SPD kam nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis auf 35,7 Prozent der Stimmen. Deutlich dahinter lag die CDU mit 27,7 Prozent. Ihr bislang schlechtestes Ergebnis bei einer Landtagswahl in Rheinland-Pfalz hatte sie 2016 mit 31,8 Prozent eingefahren. Nachdem in den ersten Hochrechnungen noch die AfD auf Position drei gelegen hatte, eroberten letztlich die Grünen diesen Platz. Sie kamen auf 9,3 Prozent. Damit wären in einer Neuauflage der Ampel nicht mehr die FDP, sondern die Grünen zweitstärkste Kraft.

Die AfD, die vor fünf Jahren aus dem Stand mit 12,6 Prozent drittstärkste Kraft im Landtag geworden war, landete dieses Mal bei 8,3 Prozent. Die FDP erreichte am Sonntag nach Verlusten 5,5 Prozent und rangierte damit nur knapp vor den Freien Wählern mit 5,4 Prozent. Die Linke verpasste einmal mehr den Sprung in den Landtag und landete bei 2,5 Prozent.

Die Wahlbeteiligung lag diesmal bei 64,4 Prozent, zwei Drittel gaben in Pandemie-Zeiten ihre Stimme per Briefwahl ab. 2016 hatte die Wahlbeteiligung bei 70,4 Prozent gelegen, seinerzeit lag der Briefwähler-Anteil bei 31 Prozent.

Baden-Württemberg

Die Grünen mit Ministerpräsident Winfried Kretschmann haben die Landtagswahl in Baden-Württemberg mit einem bundesweiten Rekordergebnis gewonnen und können sich die Koalitionspartner aussuchen. Die bisher mitregierende Südwest-CDU stürzte am Sonntag in ihrer einstigen Hochburg auf das schlechteste Ergebnis in ihrer Geschichte. Die grün-schwarze Koalition könnte zwar weiterregieren, die Grünen haben aber auch die Möglichkeit, mit SPD und FDP ein Ampel-Bündnis zu bilden. Für eine Neuauflage von Grün-Rot reichte es knapp nicht.

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Nach dem vorläufigen Endergebnis schaffen die Grünen 32,6 Prozent, ein Plus von 2,3 Punkten. Die CDU verliert fast 3 Punkte und landet bei nur noch 24,1 Prozent. Die AfD büßt am meisten ein im Vergleich zu der Wahl vor fünf Jahren und landet nur auf Platz fünf. Sie bekommt 9,7 Prozent, das ist ein Minus von 5,4 Prozent. Die SPD liegt mit schwachen 11,0 Prozent auf Platz drei vor der FDP, die sich auf 10,5 Prozent steigern kann – ein Plus von 2,2 Prozent. Die Linke verfehlt mit 3,6 Prozent klar den Einzug in den Landtag.

Für den 72 Jahre alten Kretschmann wäre es schon die dritte Wahlperiode an der Macht. Er nehme den Auftrag zur Bildung einer Regierung mit „Dankbarkeit und Demut“ an, sagte er. Er werde mit CDU, SPD und FDP Gespräche führen. Zunächst will er mit der CDU sprechen, dies sei aber nicht als Zeichen zu werten. Sowohl Grün-Schwarz als auch eine Ampel hätten stabile Mehrheiten.

Die 154 Sitze im Stuttgarter Landtag verteilen sich wie folgt: Die Grünen kommen auf 58 Sitze, die CDU auf 42, die SPD schafft 19, die FDP 18 und die AfD 17. Grün-Rot kommt auf 77 Mandate, die Mehrheit liegt aber bei 78. Grün-Rot kam auf 43,6 Prozent, die anderen drei Parteien zusammen auf 44,3 Prozent. Rechnerisch könnte damit die neu gegründete Klimaliste den Grünen und der SPD eine Regierungsbildung vermasselt haben. Die neue Partei kam auf 0,9 Prozent der Stimmen.

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