piwik no script img

Kurdengebiete in SyrienKurden schlagen IS-Meuterei nieder

In einem Gefängnis in Nordsyrien ist es zu einem Aufstand von IS-Extremisten gekommen. Kurdische Kräfte haben die Unruhen beendet.

ap | Kurdische Streitkräfte haben eine Gefängnisrevolte von Angehörigen der Terrorgruppe „Islamischer Staat“ (IS) in einem Gefängnis in Nordsyrien niedergeschlagen. Keinem Häftling sei es gelungen, aus dem Gefängnis in Hasaka zu fliehen, erklärte Maslum Abdi von den Syrischen Demokratischen Kräften (SDF), in denen Kurden eine dominierende Rolle spielen. „Es ist uns gelungen, eine Katastrophe zu vermeiden“, twitterte er. Ob es Tote und Verletzte gegeben hat, sagte er nicht.

Der Gefängnisaufstand in Hasaka begann am Sonntagabend, als inhaftierte IS-Anhänger Türen einschlugen und Löcher in die Wände zwischen den Zellen brachen. Am Montagmorgen wurde er zunächst unterdrückt, brach am Nachmittag aber wieder aus.

Schüsse seien zu hören gewesen und Verletzte seien vom Gefängnis in nahe gelegene Krankenhäuser in der Stadt Hasaka gebracht worden, berichteten Aktivisten am Montag vor Ort. US-geführte Kräfte setzten Leuchtbomben für die kurdischen Einheiten am Boden ein; Drohnen seien über dem Gefängnis zu sehen gewesen.

Die SDF unter Führung von Kurdenmilizen hatten mit Unterstützung der USA den IS aus Teilen Syriens vertrieben. Im Nordosten des Landes verwalten die kurdischen Behörden mehr als zwei Dutzend Haftanstalten mit etwa 10.000 IS-Kämpfern, fast 2.000 von ihnen sind Ausländer, gut 800 Europäer. Das von dem Häftlingsaufstand betroffene Gefängnis soll ausländische IS-Mitglieder in Gewahrsam haben. Woher sie stammen, ist unklar.

Die Kurden haben andere Staaten aufgefordert, Staatsbürger wieder aufzunehmen, die sich im Nahen Osten dem IS angeschlossen hatten und in kurdische Gefangenschaft geraten sind. Abdi rief die Herkunftsländer ausländischer IS-Kämpfer am Montag auf, eine Lösung zu finden. Dies sei ein internationales Problem, das schleunigst gelöst werden müsse.

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

Mehr zum Thema

3 Kommentare

 / 
  • Rosmarin

    Freut mich, mal wieder von den Kurden in Syrien zu hören!

    Diese reichhaltige Quelle informiert aus erster Hand:



    anfdeutsch.com/rojava-syrien

  • Proktologe im Dienst

    Es ist immer wieder erstaunlich was Kurden so vollbringen. Und hier in Deutschland werden Müttern die Kinder entzogen wenn sie auf pro kurdischen Demos unterwegs sind. Ganz großes Kino.

  • tomás zerolo

    Ich finde es nach wie vor beschämend, wie "wir" mit den Kurden umgehen, die für uns die Drecksarbeit gemacht haben.

    Auch wie wir uns darum drücken, wenigstens die IS-Leute Europäischen Ursprungs zurückzunehmen.