Krimiserie „Back Up“: Der perfekte lesbische Buddy-Cop-Filmabend mit der Ex
In „Back Up“ lösen zwei Polizistinnen aberwitzige Kriminalfälle. Aber eigentlich versuchen sie vor allem, ihre Gefühle füreinander zu entzwirbeln.
Foto: Julie Zhu/ZDF
M ihi hat Deb vor vielen Jahren sitzengelassen und ist in die Großstadt gegangen. Nun ist sie auf einmal zurückgekommen ins beschauliche Waitote (Die „Stadt der Gartenzwerge“). Und nicht nur das, die beiden sollen ab sofort zusammenarbeiten: als Partnerinnen bei der Kriminalpolizei. Mihi will dafür ihre romantische Vergangenheit mit Deb hinter sich lassen. Nur Kolleginnen also. Alles klar? Kein Problem.
Doch Problem! Denn für Deb stellt sich die Sache insgeheim anders dar: Sie will Mihi zurückgewinnen. Dass Mihi inzwischen mit einem Mann verheiratet ist, findet Deb bloß ein kleines Hindernis auf dem Weg zum Glück.
Die charmant-skurrile Serie, koproduziert mit dem ZDF, ist kompakt genug, um sie an zwei oder drei Abenden durchzugucken. Perfektes lesbisches Buddy-Cop-Wochenende also. Falls Sie die Ex einladen: Zeit für klärende Gespräche zwischendurch einplanen, also eher am Nachmittag anfangen.
Die Krimi-Serie
„Back Up Auf Streife mit der Ex“, 6 Folgen à 50 Min. Alle Folgen in der ZDF-Mediathek
Es startet alles einigermaßen harmlos: mit einem tollpatschigen Bankräuber. Aber dann werden die Fälle skurriler. Leichen verschwinden spurlos, Junggesellinnen liegen wie angespült am Strand herum, Gartenzwerge tauchen in Höhlen auf – und ein Killer killt jemanden, der längst tot ist. In Waitote hängt alles miteinander zusammen und kommt in der Regel anders, als man dachte. Die Grenzen zwischen Thriller und Slapstick sind fließend.
Natürlich macht das Spaß
Die Fälle sind in ihrer Überdrehtheit zum Glück kaum ernst zu nehmen. Ganz anders das Beziehungsdrama zwischen Mihi und Deb, das sich über die Folgen hinweg entspinnt – mal leise, mal witzig, mal tieftraurig. Selten in einer Polizeiserie fiel es mir so leicht zu glauben, dass zwei Figuren ernsthaft etwas aneinander gelegen ist.
Morgana O'Reilly spielt die verträumte Deb so, wie Menschen eben sind, die an einer alten Liebe hängen. Roimata Fox spielt den Gegenpart der ernsthaften Mihi als eine, die alles richtig machen will, weshalb sie ihre wahren Gefühle nach Möglichkeit unterdrückt. Diese Paarung von impulsiv mit kontrolliert ist ein bewährtes Rezept sowohl in der romantischen Komödie als auch im Buddy-Cop-Genre. Beides zu kombinieren ist ein genialer Kniff von den Schreiber*innen von „Back Up“.
Natürlich macht das Spaß: dieses ewige Werden-sie-oder-werden-sie-nicht. Doch ist auch klar, dass es kein Happy End geben kann. Im Dreieck zwischen Deb, Mihi, und Mihis sympathischem Ehemann (Arlo Green) muss es einen Verlierer geben – wenn nicht drei. Wer hat nochmal gesagt „Tragödie ist Liebe plus Zeit“? Niemand? Stimmt aber.
Ein bisschen was von den leisen Tönen ist leider in der deutschen Synchro auf der Strecke geblieben – ebenso von Biss und Tempo der witzigeren Dialoge. Wer möchte, kann „Back Up“ in der ZDF-Mediathek im englischen Original mit deutschen Untertiteln sehen. Lohnt sich allein für den neuseeländischen Akzent.
Und was machen wir mit der Ex? Natürlich in den Arm nehmen, immerhin ist sie Teil der Familie. Und dann die nächste Folge anmachen. Ist natürlich nur zu empfehlen mit Exen, mit denen man halbwegs im Guten ist. Geht dafür aber mit Exen jedweden Geschlechts.
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