Krieg gegen die Ukraine: Und wieder sterben Menschen
In der gesamten Ukraine bombardiert Russland Zivilisten. Betroffen waren diesmal unter anderem die Regionen Kyjiw, Charkiw, Odessa und Dnipropetrowsk.
Foto: Andrii Marienko/dpa
Wieder gibt es Tote und Verletzte im Krieg gegen die Ukraine. In der Nacht wurde das Land nach Angaben von Präsident Selenskyj von 29 Raketen und etwa 480 Drohnen angegriffen.
Betroffen waren die Regionen Kyjiw, Charkiw, Odessa, Dnipropetrowsk, Chmelnyzkyj und Tscherniwzi. Dabei wurden Wohnhäuser und Infrastruktur beschädigt, mehrere Menschen kamen ums Leben.
Besonders schwer traf es die ostukrainische Stadt Charkiw. Hier wurde ein Gebäude an einer Stelle vom Hauseingang im ersten bis zum fünften Stockwerk vollständig zerstört. Dabei, so ukrainische Behörden, seien acht Menschen getötet worden. Unter den Opfern waren auch zwei Kinder im Alter von 9 und 13 Jahren. Außerdem wurden mindestens 15 Menschen verletzt, mehrere von ihnen mussten ins Krankenhaus gebracht werden. Ein 11-jähriger Junge liegt immer noch auf der Intensivstation.
Unter den Toten befinden sich auch eine Grundschullehrerin eines Lyzeums und ihr Sohn, ein Zweitklässler. Zudem starben eine Achtklässlerin eines anderen Lyzeums und ihre Mutter. Rettungskräfte suchten stundenlang nach Verschütteten. Man ging in den Morgenstunden von 14 Menschen aus, die noch immer unter den Trümmern liegen.
Auch der Sachschaden war beträchtlich. Insgesamt 19 Wohnhäuser wurden in Charkiw getroffen. Dabei zerbarsten über 800 Fenster, wurden mehr als 200 Balkone zerstört.
Nach Angaben der ukrainischen Generalstaatsanwaltschaft wurde bei dem Angriff möglicherweise eine neue russische Rakete mit der Bezeichnung „Isdelije-30“ eingesetzt. Sie soll eine Reichweite von bis zu 1.500 Kilometern und einen Gefechtskopf von rund 800 Kilogramm besitzen. Laut ukrainischen Militärangaben kann diese Rakete von strategischen Bombern gestartet werden.
Auch die Hauptstadt Kyjiw wurde in der Nacht mit Raketen und Drohnen attackiert. In einigen Stadtteilen kam es zu Schäden an der Energieinfrastruktur. Nach Angaben des Bürgermeisters fiel in rund 1.900 Gebäuden daraufhin die Heizung aus. Insgesamt waren fast 2.700 Gebäude betroffen, darunter Wohnhäuser in mehreren Bezirken.
In Odessa brannte es nach einem Angriff in einem Infrastrukturobjekt. Ähnliches wird auch aus der Region Dnipropetrowsk berichtet. Weitere Schäden wurden auch in den Regionen Saporischschja, Winnyzja, Poltawa, Sumy und Tscherkassy gemeldet.
Unterdessen berichten russische Medien von ukrainischen Luftangriffen in der Nacht zum Sonntag. Insgesamt 124 Drohnen habe man in der Nacht registriert, so das Nachrichtenportal gazeta.ru. In der Region Samara wurde ein Mann verletzt, nachdem Trümmer einer abgeschossenen Drohne herabgefallen waren.
Weitere Schäden wurden unter anderem in der Oblast Ryazan gemeldet, wo das Dach eines Privathauses beschädigt wurde. In der Stadt Oryol wurde die Fassade eines Mehrfamilienhauses durch Drohnentrümmer beschädigt.
In der Oblast Bryansk wurden zudem Anlagen zweier Agrarunternehmen durch Angriffe beschädigt. Der Gouverneur des Gebietes Belgorod, Wjatscheslaw Gudkow berichtet auf Telegram von sechs Männern, die durch ukrainische Drohnen verletzt worden seien.
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