Konflikt in Tigray: Rebellen nehmen Unesco-Stätte ein
Kämpfer der Rebellenorganisation TPLF in Tigray sind in die benachbarte Region Amhara vorgedrungen. Dort kontrollieren sie nun die Felsenkirchen Lalibela.
Foto: Flora Bagenal/reuters
afp | Rebellen aus der äthiopischen Unruheregion Tigray haben laut Berichten von Augenzeugen die Unesco-Weltkulturerbestätte Lalibela in der benachbarten Region Amhara eingenommen. Kämpfer der Rebellenorganisation TPLF seien in die Stadt einmarschiert und hätten sie kampflos erobert, sagte ein Bewohner am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP. Von den örtlichen Sicherheitskräften sei nichts zu sehen gewesen. Ein anderer Einwohner berichtete, viele Menschen verließen nun die Stadt.
Der Vizepräsident der Region Amhara, Fanta Mandefro, hatte zuvor gesagt, die Tigray-Rebellen seien „weit“ auf Amhara-Gebiet vorgedrungen.
Die US-Regierung rief die Rebellen auf, die aus dem zwölften Jahrhundert stammenden Felsenkirchen in der Welterbestätte Lalibela zu schützen. Zudem seien alle Seiten aufgerufen, „die Gewalt zu beenden“, sagte Außenministeriumssprecher Ned Price in Washington.
Äthiopische Regierungstruppen hatten im November die in Tigray regierende Gruppe TPLF angegriffen, nach Regierungsangaben als Reaktion auf Attacken der TPLF auf Armeestellungen. Im Juni eroberten mit der TPLF verbündete Kämpfer die Regionalhauptstadt Mekele zurück, die äthiopische Armee zog sich weitgehend zurück.
Seitdem drang die TPLF in die Nachbarregionen Afar im Osten und Amhara im Süden vor. Nach Angaben der äthiopischen Regierung sind hunderttausende Menschen auf der Flucht vor den Kämpfen. Die Lieferung von Hilfsgütern in die umkämpfte Region im Norden Äthiopiens wird durch die problematische Sicherheitslage und bürokratische Hürden erschwert. Nach UN-Schätzungen leiden rund 400.000 Menschen in der Region Hunger.
Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen
meistkommentiert