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Kommentar Nationalismus in FrankreichWie norwegisch bist du?

Rudolf Balmer

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Rudolf Balmer

Der Polemik zuliebe hat Premier Fillon in seiner patriotischen Entrüstung am Grundsatz der Gleichheit gerüttelt. Das taten bisher nur die fremdenfeindlichsten Nationalisten.

E s war eine politisch nützliche Provokation von Eva Joly, am Sinn und Zweck der jährlichen Militärparade zur Nationalfeier laut zu zweifeln. So ist eine solch gigantische Machtdemonstration, wie sie sonst nur noch in Nordkorea oder China inszeniert wird, wirklich befremdend. Zumindest für ausländische Beobachter. Den französischen Hurrapatrioten auf den Champs-Élysées jedoch kommt vor allem die norwegischstämmige Joly fremd vor.

Es ist ja sehr bezeichnend, wenn in einer Republik wie Frankreich, in der (bisher wenigstens) jeder und jede in Frankreich Geborene und Aufgewachsene ohne Einschränkung durch Herkunft, Rasse oder Religion Franzose bzw. Französin ist, eine Eingebürgerte wie Joly öffentlich als „unfranzösisch“ gebrandmarkt wird, um ihr damit auch jede Legitimität zu entziehen, im Namen des Volkes, versteht sich.

Natürlich ist es provokant, sich an einer heiligen Kuh wie der traditionellen Ehrung der Militärs am französischen Nationalfeiertag, dem 14. Juli, zu vergreifen. Durchgefallen aber sind Premierminister François Fillon zusammen mit etlichen Parteikollegen und der Rechtsextremistin Marine Le Pen. Der Polemik zuliebe hat er in seiner patriotischen Entrüstung mal eben am Grundsatz der Gleichheit gerüttelt – was bisher nur die fremdenfeindlichsten Nationalisten taten.

Bild: privat

RUDOLF BALMER ist Frankreich-Korrespondent der taz.

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Die Aberkennung der französischen Nationalität gehörte zur faschistischen Praxis des Vichy-Kollaborationsregimes während des Zweiten Weltkriegs. Seit geraumer Zeit wollen einige in der Regierungspartei UMP das Recht auf die Doppelstaatsbürgerschaft abschaffen. Joly, so meinen nun einige in der UMP, liefere ihnen hierfür Munition. Sie haben nur einmal mehr bewiesen, dass rassistische Ideologien befremden sollten – und nicht die Herkunft von Mitbürgern.

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Rudolf Balmer
Auslandskorrespondent Frankreich
Frankreich-Korrespondent der taz seit 2009, schreibt aus Paris über Politik, Wirtschaft, Umweltfragen und Gesellschaft. Gelegentlich auch für „Die Presse“ (Wien) und die „Neue Zürcher Zeitung“.
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4 Kommentare

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  • AH
    Axel Humpel

    besonders @ Daniel Preissler:

    Wenn Herr Balmer (Autor des Artikels) schreibt, dass "in Frankreich Geborene (sic!) und Aufgewachsene (sic!) ohne Einschränkung durch [...] Rasse [...] Franzose bzw. Französin ist." dann sagt er, dass Menschen in Rassen unterteilt werden können. Das ist bekanntlich nicht so!

    Es geht nicht um eine Formulierung, sondern um die Idee, die dahinter steht. Man weiß heute, dass es die Idee der Rasse nicht gibt. Der Unterschied, den Balmer meint, beschränkt sich lediglich auf das Aussehen der Menschen.

     

    Das ist so, als würde ich schreiben: "Alle rothaarigen Frauen sind Hexen." und sage anschließend "Ja gut, 'Hexe' sagt man nicht mehr, dann halt 'unheilbringende Zauberin'." Es bleibt aber bei der Annahme, dass es so etwas wie 'Hexen' gibt.

  • DS
    Der Sizilianer

    Warum macht Axel (nicht Alex) sich Ihrer Meinung nach lächerlich?

     

    Er hat doch recht!

     

    "Es gibt keinen wissenschaftlichen Grund, den Begriff "Rasse" weiterhin zu verwenden."

     

    Quelle: http://www.netz-gegen-nazis.de/artikel/unesco-zum-rassebegriff

  • DP
    Daniel Preissler

    Ja, Alex, mach dich nicht lächerlich.

    Ersetz es einfach durch "Sanguinität", wenn du dich dann besser fühlst.

  • AH
    Axel Humpel

    Es gibt KEINE Menschen-Rassen.

    Setzten 6!