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Kommentar Klimagipfel ParisDer Krieg ums Klima

Martin Kaul

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Martin Kaul

Der Klimagipfel findet statt, doch nach dem Terror sind Demos verboten. Schade, denn so fällt der Auftakt zu einer neuen globalen Protestwelle aus.

Ü ber das Wetter reden wir dann später. Das ist ein toller Satz, der immer funktioniert. Und, zugegeben: Wer will schon angesichts der vielen Terroropfer von Paris über so banale Dinge nachdenken wie ein bisschen mehr Hitze, also dieses nervige 2-Grad-Ziel? Es klingt zynisch und ist dennoch wahr: In der Ökonomie der Aufmerksamkeiten ist immer nur Platz für einen Krieg. Das ist, jetzt wieder, der „Krieg gegen den Terror“.

Es gibt allerdings einen Krieg im Stillen, der riecht nach Kerosin und CO2. Das ist der Klimakrieg. Seine Kombattanten tragen Manschettenknöpfe an den Ärmeln, wenn sie das Investmentportfolio ausrichten; sie tragen Feldhacken, wenn sie das Land bestellen. Die Frage, wie der Klimakrieg ausgeht, wird über sie richten: Die Dürren bringen Hunger, und der Kampf um Öl und Gas wird zu neuen kriegerischen Verwerfungen führen. Woraus sollen die Saudi-Herrscher oder Russlands Präsident Putin ihre Macht beziehen, wenn der Westen die Öl- und Gashähne zudreht?

In Paris, wo ab Ende November der Weltklimagipfel stattfindet, sollte es dazu nun Friedensgespräche geben. Doch weil Frankreichs Regierung die Demonstrationen der Klimabewegung verboten hat, sollen diese Verhandlungen nun ohne ihr wichtigstes Subjekt stattfinden – die demokratische Öffentlichkeit.

Monatelang hatten sich Umweltorganisationen aus der ganzen Welt auf den Klimagipfel in Paris vorbereitet. Für die Auftaktdemonstration rechneten sie mit bis zu 300.000 Teilnehmern. Es sollte der Auftakt zu einer neuen globalen Protestwelle werden.

Dass diese Demonstration nun nicht stattfinden darf, ist ein Geschenk aus Frankreich an die Staatschefs dieser Welt. Diese werden sich bei Frankreichs Präsident François Hollande bedanken – mit einem Gruppenfoto, auf dem alle zusammenstehen. Es wird eine Demonstration sein gegen den Krieg in der Welt.

Hoffentlich ist dann das Wetter schön.

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Martin Kaul

Martin Kaul Reporter

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3 Kommentare

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  • so war der Plan. Paris wird seit Charly Hebdo bewacht wie ein Atomraketen-Silo, man wusste von Verdächtigen und man wusste von Anschlagsplänen ... aber ma ließ es geschehen - wie 9/11. Damit die für diesen Planeten wichtigen Themen tot-geschwiegen werden können

  • 2G
    27741 (Profil gelöscht)

    Der Terroranschlag ist ja eine Steilvorlage für die Staatschefs der westlichen Welt und ihrer Befehlsgeber aus der Wirtschaft, demnächst jede Demo zu verbieten. Erst müssen wir uns solchen Scheiß wie von der Verteidigung westlicher Werte, damit meinen die natürlich nicht die Ausbeutung von Mensch und Natur zum Wohle einiger, anhören. Dann kommt noch, dass wir uns nicht unterkriegen und unser freiheitliches Leben nicht aufgeben dürfen. Unterschwellig ist damit wohl Champagner saufen und in feinen Restaurant essen gehen gemeint. Natürlich bewacht von jeder Menge Bodyguards. Wenn es anders wäre, würden sie es ja den Bürgern überlassen, ob sie in der jetzgen Situation auf die Demo gehen wollen. Dazu sollte der mündige Bürger ja noch in der Lage sein.

  • Nö, nur der andauernde Kampf um Deutungshoheit...