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Kommentar Hapag-Lloyd Kein Freibrief

Kommentar von

Sven-Michael Veit

Die Risiken des Deals sind bislang nicht transparent benannt worden.

D ie Entscheidung des Hamburger Verfassungsgerichts, die Debatte und Abstimmung in der Bürgerschaft über Hapag-Lloyd nicht zu untersagen, ist keine inhaltliche Entscheidung. Die war auch nicht zu erwarten. Wenn schon Abgeordnete beklagen, sechs Wochen seien nicht ausreichend Zeit für eine Meinungsbildung, dann ist nicht zu erwarten gewesen, dass das Gericht binnen zwei Tagen zu glasklaren Erkenntnissen kommen kann.

Was das Gericht demnächst in der Sache entscheiden wird, ist gleichwohl offen. Das Geschäft, das der SPD-Senat tätigen will und die Mehrheit der Bürgerschaft bewilligt hat, steht somit unter juristischem Vorbehalt.

Die Aufstockung der städtischen Anteile an der Reederei ist mit Risiken verbunden. Und es ist fraglich, ob es für die Stadt zu einem guten Geschäft werden kann. Die politische Priorität, eine Reederei mit Weltgeltung in Hamburg zu erhalten, ist nachvollziehbar. Welcher Preis dafür gerechtfertigt wäre, ist strittig.

Die Risiken des Geschäfts sind bislang nicht transparent benannt worden, die Aussicht auf eine verlustfreie Refinanzierung der Beteiligung ist Glaubenssache. 420 Millionen Euro Kaufpreis sind eine intensive Prüfung wert, allein die jährliche Zinsbelastung des Haushalts von etwa 50 Millionen Euro rechtfertigt Nachfragen. Im Parlament. Und im Gerichtssaal.

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

Sven-Michael Veit Hamburg-Redakteur

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3 Kommentare

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  • P
    Piet

    Die GAL in Treue fest mit CDU und FDP gegen Rot-Rot -

     

    hier wächst zusammen, was zusammen gehört...

  • S
    Steuerzahler

    @Peter Silie

     

    Geschenkt! Ist natürlich ein Unterschied - nur: auch 15 Mio. sind angesichts der Unterfinanzierung von Bildung (Universität!) und Sozialem (Jugendhilfeprojekte!) mehr als die Kassenlage nach Aussagen der Landesregierung selbst aufzubringen in der Lage sind.

     

    Die Konzentration der Mittel auf Prestigeobjekte wie Elbphilharmonie und Hapag-Lloyd könnte ja per Bürgerabstimmung ganz demokratisch erfragt werden... Auf das Ergebnis wäre ich gespannt!

  • PS
    Peter Silie

    50 Millionen jährliche Zinsbelastung??? Mmmmhhh, das wäre ja eine Verzinsung von 12% p.a. Meines Wissens wird es eine jährliche Zinsbelastung von 15 Millionen p.a. geben, was einem Zinssatz von 3,5% p.a. entspricht. Herr Veit, recherchieren Sie besser. Und bitte kein Blöd-Zeitungsniveau hier.