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Kommentar Fachkräftemangel Die kostbare Ressource Mensch

Friederike Gräff

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Friederike Gräff

Bislang haben sich westliche Bundesländer gern an den Jahrgängen des Ostens bedient, wenn es um Lehrlinge und Fachkräfte ging.

M an kennt das Phänomen vielerorts: Sowohl die mit der Rentenentwicklung als auch die mit der Schülerzahl befassten Stellen scheinen immer wieder überrascht von der demographischen Entwicklung. Als seien die Jahrgänge, über die diskutiert wird, nicht vor mehr als 15 Jahren geboren, sondern hätten gestern das Licht der Welt erblickt.

Bislang haben sich westliche Bundesländer gern an den Jahrgängen des Ostens bedient, wenn es um Lehrlinge und Fachkräfte ging. Die östlichen Bundesländer versuchten, ihre Jugendlichen wenigstens zu qualifizieren - zur Not eben anderswo. Nun rangelt man gemeinsam um die kostbar gewordene Ressource Mensch und das mit ungleichen Möglichkeiten. Noch immer kann man im Westen bessere Gehälter und oftmals auch mehr Aufstiegschancen bieten.

Was bedeutet das für den Osten? In Mecklenburg-Vorpommern hat man früh die Notwendigkeit erkannt, mögliche Rückkehrer zu umwerben. Doch das kann nur gelingen, wenn man das mit Nachdruck betreibt. Vier Mitarbeiter können da nicht viel stemmen. Spätstarter Thüringen schickt immerhin fünfmal so viele Mitarbeiter los, um die Landeskinder zurückzuholen. All das entbindet die Unternehmen aber nicht von der Pflicht, Personalpolitik aktiv zu betreiben. Und wenn kein Geld da ist? Dann muss Not erfinderisch machen. Beim Fördern zum Beispiel.

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Friederike Gräff

Friederike Gräff Redakteurin taz nord

Ausgebildet an der Deutschen Journalistenschule. Interessiert sich dafür, was Menschen antreibt, sei es in Gerichtsprozessen oder in langen Interviews. Hat ein Sachbuch übers Warten geschrieben, "Warten. Erkundungen eines ungeliebten Zustands", Chr.Links Verlag und eines übers Schlafen "Schlaf. 100 Seiten", Reclam. Im Februar 2025 ist ihr Erzählband "Frau Zilius legte ihr erstes Ei an einem Donnerstag" bei Schöffling erschienen.
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