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Kommentar Energiewende Wie im Mittelalter

Kommentar von

Sven-Michael Veit

Die Politik muss für ein zeitgemäßes und umweltverträgliches Bergrecht sorgen. Und dafür, dass die Energiewende ausschließlich erneuerbar ist.

F racking ist eine hochgefährliche Methode zur Gewinnung fossiler Energie. In der realen Welt gibt es dennoch mächtige Interessen, dieses Verfahren einzusetzen,weil sich damit Geld verdienen lässt. Und nebenbei könnte den Menschen vorgegaukelt werden, sie müssten bei der Energie nicht sparen, weil die Industrie in ihrer Kreativität neue Mittel und Wege findet, um an Stoff zu kommen.

Mit Chemikalien in Tausenden Metern Tiefe Risse im Gestein hervorzurufen, damit dort gefangenes Gas entweichen kann, klingt nach schlechter Science-Fiction. Tatsächlich aber ist es eine Risikotechnologie aus der nahen Zukunft mit unklaren Auswirkungen auf die Stabilität geologischer Formationen und die Reinheit des Grundwassers – also des Trinkwassers.

Aber im deutschen Bergrecht ist Ökologie noch immer ein Fall für die Suchmaschine. Es gibt keine Umweltverträglichkeitsprüfungen, es gibt keine Beteiligungsrechte der Öffentlichkeit, es gibt nur Claims, die um jeden Preis auszubeuten sind. Das deutsche Bergrecht entstand aus mittelalterlichem Gewohnheitsrecht und wurde seitdem nur unwesentlich modernisiert.

Politik muss deshalb für ein zeitgemäßes und umweltverträgliches Bergrecht sorgen. Und dafür, dass die Energiewende ausschließlich erneuerbar ist. Für Fracking indes gibt es kein stichhaltiges Argument.

Nur viele begründete Zweifel an seiner Sinnhaftigkeit.

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

Sven-Michael Veit Hamburg-Redakteur

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1 Kommentar

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  • G
    Gasometer

    Das Fracking unterliegt dem Bergbaurecht und ist damit fast nicht abwendbar. So ist das, wenn Gesetze aus vergangenen Jahrhunderten zur Anwendung kommen und damit einfach unser Grundwasser verpestet werden darf. Den Energiefirmen ist die zerstörte Umwelt dabei völlig egal, denn darum kümmert sich dann der Staat. Schönen Dank auch!