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Kommentar Demo-Urteil Politik muss handeln

Kommentar von

Kai von Appen

Der SPD-Innensenator Michael Neumann kann es sich nicht so einfach machen wie sein CDU-Vorgänger Christoph Ahlhaus und Skandale aussitzen.

W as bringt denn das? Eine häufig gestellte Frage. Da erklärt nach Jahren das Verwaltungsgericht einen Polizeieinsatz gegen eine Demonstration und den Grundrechtseingriff für rechtswidrig, ohne dass es sichtbare Konsequenzen für die Polizeiführer hat und ohne Garantie, dass so etwas nicht wieder passiert.

Und es mag auch frustrierend erscheinen, wenn es immer wieder dieselben Polizeiführer sind, die diesen Bockmist konsequenzlos verzapfen. Dennoch herrscht unter Juristen die Auffassung, dass es richtig ist, Rechtsverstöße verwaltungsgerichtlich anzugreifen. Und es ist nicht alles folgenlos.

So wird die Polizei nach dem gerichtlichen Rüffel nicht wieder auf die Idee kommen, gegen eine Schanzenpark-Aktivistin ein Parkverbot zu verhängen. Und nach einem Verwaltungsgerichtsurteil gegen Einsatzleiter Kuno Lehmann wurde wegen der rechtswidrigen Auflösung einer Bambule-Demo 2002 ein Strafverfahren wegen Freiheitsberaubung eingeleitet.

Derartige Urteile sind eine Ermahnung an die Politik. Der inzwischen nicht mehr neue Innensenator Michael Neumann (SPD) kann es sich nicht so einfach machen wie sein CDU-Vorgänger Christoph Ahlhaus und Skandale aussitzen. Dass für ihn Handlungsbedarf in der Polizeiführung besteht, pfeifen die Spatzen von den Dächern.

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

Kai von Appen Hamburg-Redakteur

Jahrgang 1956, Seit 1983 bei der taz – zuerst bei der taz.hamburg und jetzt bei der taz.nord in Hamburg. Ressorts: Polizei, Justiz, Betrieb und Gewerkschaft. Schwerpunkte: Repression, progressive Bewegungen und Widerstand gegen Gentrifizierung
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1 Kommentar

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  • RS
    Reiner Schuhmacher

    Peter Born bekommt auch bald seinen "Ehrensold".