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Kolumne Leipziger VielerleiEpische Dramen am Flughafen

Kolumne
von Nadja Mitzkat

Durch die Woche in Leipzig mit blauer Politik jenseits der AfD, einem verpassten Flug und einem Ort, um das Weltgeschehen auszublenden.

E in paar Getreue sind Frauke Petry nach ihrem Rücktritt dann doch noch gefolgt. Insgesamt sechs Vorstandsmitglieder der sächsischen AfD traten zurück. Die verbliebene Rumpfpartei setzte am vergangenen Samstagabend in Leipzig einen Notvorstand ein. Derweil empfahlen sich Bund und Länder als fleißige Erfüllungsgehilfen blauer Politik. Mit an vorderster Front: Sachsens Innenminister Markus Ulbig.

Unter den 14 am Dienstag vom Flughafen Leipzig-Halle (LEJ) aus nach Afghanistan abgeschobenen Männern war auch ein Asylbewerber aus Sachsen. Jetzt muss Ulbig also nur noch 9.816 der „vollziehbar Ausreisepflichtigen“ im Freistaat außer Landes schaffen lassen. So geht sächsisch.

Während die einen trotz Protesten das Land verlassen mussten, durften es andere nicht, obwohl sie gerne wollten. Der LEJ bot in dieser Woche eine fast schon epische Dramendichte auf: Ein Dessauer auf dem Weg in die Türkei hatte offenbar den gegen ihn ausstehenden Haftbefehl vergessen.

Der Mann war bereits im November 2015 wegen Trunkenheit im Straßenverkehr zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Glück im Unglück für den am Schkeuditzer Flughafen Gestrandeten: Weil ein Bekannter die fälligen knapp 1.600 Euro in einem Polizeirevier in Dessau für ihn zahlte, entging er der Inhaftierung, verpasste nur seinen Flug.

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Wie er sich die Zeit bis zum Start der nächsten Maschine vertrieben hat, ist nicht bekannt. (M)Ein Insider-Tipp: Wenn Ihnen mal alles zu viel wird – ab in die Albertina! Das herrschaftliche Gebäude in der Beethovenstraße ist sozusagen die Mutter der Leipziger Universitätsbibliothek. Und diese wurde gerade als „Bibliothek des Jahres“ geehrt.

„Laufend neue Innovationen“, „digitale Methoden für mehr Zugänglichkeit“ und vieles mehr heißt es in der Begründung. Aber ganz ehrlich, die Albertina ist vor allem ein guter Ort, um mal kurz dem Weltgeschehen zu entfliehen. Einfach auf einen der bequemen Holzstühle setzen, Hände und Unterarme auf die Tischplatte sinken lassen, den Kopf ablegen und die Augen schließen …

Die taz schreibt, redet und diskutiert für Pluralismus und eine freie, offene Gesellschaft – besonders jetzt, wo der Rechtsextremismus weiter erstarkt und demokratische Institutionen angreift. Dort wo rechtsextreme Kräfte an Zustimmung gewinnen, wächst auch die Befürchtung vor zunehmenden Angriffen und Diffamierungen gegen Gegner*innen extrem rechter Politik. Besonders selbstverwaltete Orte spüren diesen Druck, dabei brauchen wir gerade jetzt Orte der Kritik, (Sub)Kultur und der Solidarität. Gerade jetzt müssen wir zusammenhalten und uns solidarisch mit denjenigen zeigen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit „Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

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