Kita- und Schulöffnungen in Deutschland: Kids sind keine Superspreader

Die Gesundheitsministerien sind für die baldige Rückkehr von Kitas und Schulen zum Normalbetrieb. Grund sind die niedrigen Ansteckungsraten.

Endlich wieder Kita – und die Freude ist groß! Foto: Jens Büttner/dpa

BERLIN taz | Bei der Übertragung des Coronavirus in Deutschland sind Kinder offenbar keine Superspreader. Seit der schrittweisen Wiederöffnung von Kitas und Schulen Ende April verzeichneten die zuständigen Behörden in den Ländern jedenfalls keine Ausbrüche, die auf ein vermehrtes Infektionsgeschehen in Kindergärten oder Schulen zurückzuführen gewesen wären.

Tageweise Schließungen von Gemeinschaftseinrichtungen, einzelnen ihrer Gruppen oder Klassen aufgrund von Corona-Infektionen stellten eine Ausnahme dar. Das ist das Ergebnis einer schriftlichen Umfrage der taz bei allen 16 Landesgesundheitsministerien, an der sich bis Sonntag 12 der 16 Landesministerien beteiligt hatten, darunter die bevölkerungsreichen Länder Nordrhein-Westfalen, Bayern, Baden-Württemberg, Niedersachsen und Hessen.

Angesichts der niedrigen Ansteckungszahlen bei den Kindern und der – bezogen auf das Infektionsgeschehen – durchweg positiven Beobachtungen des neuen, allerdings sehr eingeschränkten Kita- und Schulalltags sprechen sich die elf Landesgesundheitsministerien von Berlin, Baden-Württemberg, Bayern, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein dafür aus, dass Kindergärten allerspätestens nach den Sommerferien wieder in den gewohnten Regelbetrieb zurückkehren sollen.

Einzig Sachsen möchte hierzu noch keine „konkrete Empfehlung“ abgeben. Die Ministerien von Brandenburg, Bremen, Thüringen und dem Saarland haben die Anfrage der taz bislang nicht beantwortet.

Der Beschluss Auch die Kultusministerkonferenz (KMK) spricht sich für eine schnelle Rückkehr zum schulischen Regelbetrieb aus, sofern die Infektionsentwicklung dies zulässt. Das beschlossen die Minister am vergangenen Freitag.

Die Begründung KMK-Präsidentin Dr. Stefanie Hubig erklärt: „Unsere Schülerinnen und Schüler haben ein Recht auf Bildung. Und dieses Recht kann am besten in einem möglichst normalen Schulbetrieb umgesetzt werden.“ Die Coronakrise habe noch einmal deutlich vor Augen geführt, dass Schule viel mehr sei als Unterricht. „Es ist ein sozialer Raum, den Kinder und Jugendliche dringend brauchen“, führt Hubig aus.

Auch Schulkinder sollen laut der Hälfte der an der taz-Umfrage teilnehmenden Landesgesundheitsministerien noch kurz vor den Sommerferien (Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen) oder spätestens danach (Berlin, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein) im gewohnten Regelbetrieb Präsenzunterricht erhalten. Hamburg strebt dies zumindest für die Grundschüler des Stadtstaats an.

Fünf Landesgesundheitsministerien (Bayern, Hessen, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen) geben an, zunächst das Infektionsgeschehen weiter beobachten oder entsprechende Empfehlungen für den Schulbetrieb mit Rücksicht auf die Ressortzuständigkeit ihren jeweiligen Kultusministerien überlassen zu wollen.

Insgesamt liegen die temporären Schließungen aufgrund einzelner Corona-Infektionen von Kindern oder Beschäftigten an Kitas und Schulen seit deren schrittweiser Wiederöffnung in den zwölf Bundesländern in einem äußerst niedrigen Bereich: Nach Angaben der befragten Ministerien mussten in den meisten Bundesländern seither weder Kitas noch Schulen vorübergehend geschlossen werden.

Bayern vermeldet eine „einstellige Zahl“ an temporären Kitaschließungen sowie „einzelne Klassen“ an Schulen, die vorübergehend die Gebäude nicht betreten durften. Im größten Bundesland Nordrhein-Westfalen mit knapp 18 Millionen Einwohnern, davon mehr als zwei Millionen Kindern und Jugendlichen, mussten seit Ende des Lockdowns insgesamt fünf Kitas sowie eine Kitagruppe vorübergehend geschlossen werden; bei den Schulen gab es vier Schließungen und zwei Teilschließungen.

Gesundheitsministerien sehen Forschungsbedarf

In Niedersachsen wurde nach Angaben des Landesgesundheitsministeriums seit Wiederöffnung Ende April lediglich eine Schule an einem Tag geschlossen, eine weitere für drei Tage – bei landesweit rund 3.000 Schulen. „Aufgrund der Sonderlage in und um Göttingen“, schreibt das Ministerium mit Bezug auf den dortigen aktuellen Ausbruch, der möglicherweise auf große Familienfeiern zurückzuführen ist, seien derzeit elf weitere Schulen hinzugekommen, an denen zurzeit kein Präsenzunterricht stattfinden könne.

Allerdings betont das niedersächsische Gesundheitsministerium: „Die Ausbruchsgeschehen stehen primär nicht im Zusammenhang mit Schulen oder Kindertagesstätten.“ Vielmehr seien sie in betrieblichen Kontexten, in einer Unterkunft für Geflüchtete oder bei Feiern aufgetreten.

Intensiv beschäftigt die Landesgesundheitsministerien die Frage, ob das Virus, sofern es in Gemeinschaftseinrichtungen ausbricht, häufiger von Kindern auf Kinder, von Kindern auf Erwachsene, von Erwachsenen auf Kinder oder von Erwachsenen auf Erwachsene übertragen wird. Mit Verweis auf die international bisher nicht abschließend geklärte Forschungslage möchte sich das Gros der Landesgesundheitsministerien hierzu jedoch nicht äußern.

Niedersachsen immerhin wagt eine vorsichtige Einschätzung aufgrund bisheriger empirischer Beobachtungen, die Kinder von dem Verdacht entlastet, Virusschleudern zu sein: „Das Umfeld der Ausbrüche in Niedersachsen deutet allerdings darauf hin, dass Kinder nicht primär betroffen sind.“

Viele Bundesländer sind sich einig

Sachsens vorläufige Erkenntnisse lauten ähnlich: „Nach Rücksprache mit den Gesundheitsämtern ist eine ursächliche Weitergabe von Kindern auf andere Kinder nicht bekannt.“ Berlin teilt mit, dass es sich bei den Verdachtsfällen in den Kitas „bei dem überwiegenden Teil um Erwachsene“ und nur einmal um ein Kind handelte. Auch in den Schulen der Hauptstadt seien „eher Lehrkräfte betroffen“.

Bayern schreibt: „Nach den bisher erhobenen Daten scheinen Kinder etwas weniger empfänglich für eine SARS-CoV-2-Infektion zu sein und spielen im Übertragungsgeschehen möglicherweise eine geringere Rolle als Erwachsene, obgleich erste Studien zur Viruslast bei Kindern keinen wesentlichen Unterschied zu Erwachsenen erbracht haben.“

Und Baden-Württemberg, dessen Landesregierung im April eine eigene wissenschaftliche Untersuchung an vier Unikliniken zur Infektiosität von Kindern unter zehn Jahren beauftragt hatte, zieht mit Verweis auf erste Zwischenergebnisse der Studie den Schluss, es „könne ausgeschlossen werden, dass Kinder besondere Treiber des Infektionsgeschehens“ seien. Und: „Kinder bis zehn Jahre spielen damit bei Corona als Überträger eine untergeordnete Rolle.“

Nordrhein-Westfalen weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die meisten bisherigen Studien zur Infektiosität von Kindern während des Lockdowns durchgeführt wurden. Damit seien sie allerdings nur bedingt aussagekräftig. Denn es werde, so das Ministerium, „nicht berücksichtigt, dass Kinder aufgrund dieser Situation weniger Expositionen außerhalb des Haushalts hatten als Erwachsene“.

Unterstützung zusätzlicher Forschung geplant

In Alltagssituationen bestünden aber in der Regel häufigere und engere körperliche Kontakte. Das Ministerium gibt zu bedenken: „Rückschlüsse auf die Normalsituation mit geöffneten Bildungseinrichtungen können daher bisher nicht gezogen werden.

Unterdessen wollen sieben Bundesländer weitere Studien initiieren oder unterstützen, um mehr über die Infektiosität von Kindern zu erfahren. Das Forschungsinteresse ist enorm. Bayern etwa plant in Kooperation mit den bayerischen medizinischen Fakultäten eine so genannte „Sentinel-Überwachung“ von Kitas und Schulen, also stichprobenartige, anonyme Erhebungen zur Verbreitung des Virus in dortigen Gruppen.

Sachsen hat in Kooperation mit der Universität Leipzig eine Studie bei Lehrkräften und Schülern in den Regionen Dresden, Zwickau und Leipzig angeschoben und eine weitere gemeinsam mit der Universität Dresden bei Schülern und Kita-Kindern und deren Sorgeberechtigten in den Regionen Dresden und Bautzen. Zudem plant das Land Studien zur Allgemeinbevölkerung und in Pflegeheimen.

Mecklenburg-Vorpommern erwartet „in Kürze“ Ergebnisse einer Studie der Universitätsmedizin Rostock zur Antikörperentwicklung von Müttern. In Schleswig-Holstein soll der öffentliche Gesundheitsdienst demnächst wiederholte stichprobenartige Tests bei Kindern und Personal in Bildungseinrichtungen durchführen, um so Erkenntnisse für die Übertragungsweise zu gewinnen.

Breit angelegte Screening-Studien startet

Hamburg unterstützt mehrere bereits laufende Studien, darunter die City Health Study am Universitätsklinikum Eppendorf, die gezielt die Immunität der Hamburger Bevölkerung – unter anderem bei bis zu 1.000 Kindern und Jugendlichen – erforscht.

Hessen will in Kooperation mit Virologen des Universitätsklinikums Frankfurt ab dieser Woche in 60 Kindergärten des Landes jeweils 25 Kinder und ihre Erzieherinnen über acht bis zwölf Wochen wöchentlich auf das Virus testen lassen, um mehr über die Rolle von Kindern bei der Übertragung des Virus und die Gefährdung von Kindern und Personal in den Kitas zu erfahren.

Mit einer ähnlichen, sehr breit angelegten Screening-Studie an 24 Kitas und 24 Schulen hat der Berliner Senat vorige Woche Forscher der Charité beauftragt. Ausgewählte Beschäftigte sowie Kinder sollen dort über einen Zeitraum von zwölf Monaten regelmäßig auf das Virus untersucht werden, um die geplante Rückkehr zum Normalbetrieb wissenschaftlich zu begleiten.

Einmal zahlen
.

■ Das neuartige Coronavirus trägt die offizielle Bezeichnung SARS-CoV-2. Es ruft die Krankheit mit dem offiziellen Namen Covid-19 hervor. Der Virus ist von Mensch zu Mensch übertragbar.

Ab Januar 2020 hatte sich das Virus von der Stadt Wuhan in der chinesischen Provinz Hubei her ausgebreitet – inzwischen weltweit.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die Ausbreitung des Coronavirus am 11. März 2020 zur Pandemie erklärt, also zu einer weltweiten Epidemie.

Alle Artikel der taz zum Thema finden sich im Schwerpunkt Coronavirus.

Eine Pandemie ist eine weltweite Epidemie, also regional nicht begrenzt. Bei einer Pandemie überträgt sich ein neuartiger Virus von Mensch zu Mensch.

■ Da es keine Grundimmunität gibt, keine spezifischen Medikamente und keine Impfung, führt das zu einer hohen Zahl an teils schweren Erkrankungen und Toten. Dies kann unter anderem zu einer Überlastung des Gesundheitssystems führen, wie es beispielsweise in Italien bereits regional zu beobachten war. Deshalb ist das Ziel, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, damit nicht zu viele Menschen gleichzeitig schwer erkranken.

Auf eine weitreichende Beschränkungen sozialer Kontakte hatten sich am 22. März 2020 die Bundeskanzlerin und Regierungschefs der Länder geeinigt. Damit sollte der Anstieg der Fallzahlen verlangsamt und eine Überlastung des Gesundheitssystems möglichst verhindert werden. Im April sowie im Mai beschlossen Kanzlerin und Länderchefs dann schrittweise Lockerungen. Die Kontaktbeschränkungen bleiben grundsätzlich bis zum 29. Juni bestehen. Details regeln weiterhin die Länder. (Hier eine Übersicht der Bundesregiergung zu Regelungen in den Ländern). Im Fall regionaler schneller Anstiege der Infektionszahlen sollen die Behörden vor Ort sofort mit neuen Beschränkungen reagieren.

■ Einen Abstand von mindestens 1,5 Metern soll man weiterhin draußen zu allen anderen Menschen außer der Begleitung einhalten.

■ Ein Mund-Nasen-Schutz muss in ganz Deutschland beim Einkaufen und im Öffentlichen Personennahverkehr getragen werden.

■ Seit Anfang Mai gilt: Angehörige zweier Haushalte dürfen sich grundsätzlich treffen – beispielsweise also zwei Familien oder zwei Wohngemeinschaften. In einzelnen Bundesländern gibt es darüberhinaus Spezialregelungen.

Schulen und Vorschulen sollen unter Auflagen noch vor dem Sommer wieder für alle Kinder öffnen.

■ In Kliniken und Pflegeeinrichtungen wurden die Regeln gelockert: PatientInnen oder BewohnerInnen können wieder durch eine bestimmte Person besucht werden.

Alle Geschäfte in Deutschland dürfen unter Auflagen wieder öffnen – ohne Quadratmeterbegrenzung der Verkaufsfläche.

Im Sport ist das Training unter freiem Himmel wieder erlaubt. Freizeitsportler müssen sich aber an bestimmte Auflagen halten. So muss eine Distanz von mindestens 1,5 Metern gewährleistet sein.

Die Fußball-Bundesliga hat die Saison seit Mitte Mai mit Geisterspielen fortgesetzt – zumindest die erste und zweite Liga der Männer. Die Fußballbundesliga der Frauen bleibt hingegen zunächst ausgesetzt. Vor Publikum werden in dieser Saison in jedem Fall keine Spiele mehr stattfinden.

Großveranstaltungen bleiben bis zum 31. August verboten.

Bei Restaurants sollen die Bundesländer eine schrittweise Öffnungen selbst regeln. Auch für Kinos, Theater, Hotels oder Kosmetikstudios haben die Ländern die Lockerungen eigenständig zu verantworten.

■ Spielplätze sind unter Auflagen wieder geöffnet – darauf einigten sich Kanzlerin und Länderchefs bereits am 30. April.

Gottesdienste und Gebetsversammlungen sind wieder zugelassen – unter besonderen Anforderungen des Infektionsschutzes. Taufen, Beschneidungen und Trauungen sowie Trauergottesdienste sollen im kleinen Kreis möglich sein.

Museen, Ausstellungen, Gedenkstätten, Zoos und botanische Gärten können unter Auflagen wieder öffnen.

Aktuelle Fallzahlen zum Coronavirus in Deutschland veröffentlicht das Robert-Koch-Institut (RKI).

Eine ausführliche Darstellung der COVID-19-Fälle in Deutschland bis auf Landkreisebene hat das RKI in einem Corona-Dashboard zusammengestellt. Auch gibt es tägliche Situationsberichte heraus.

Internationale Zahlen hat unter anderem die Weltgesundheitsorganisation WHO in einer interaktiven Grafik aufbereitet.

■ Ebenso weltweite Fallzahlen stellt die Johns Hopkins University auf einer interaktiven Karte dar.

■ Die Unterschiede bei den Fallzahlen von RKI, WHO und Johns Hopkins University bedeuten nicht, dass die Zahlen falsch sind. Differenzen ergeben sich vielmehr aus Melde-Verzögerungen und unterschiedlichen Quellen: Dem RKI werden die Fallzahlen von den Gesundheitsämtern über das jeweilige Bundesland übermittelt. Es meldet die Zahlen nach einer Prüfung dann weiter an die WHO – so kommt es zu Verzögerungen. Die Daten der Johns Hopkins University kommen nach eigenen Angaben aus verschiedenen öffentlich zugänglichen Quellen und können daher von jenen Zahlen von RKI und WHO abweichen.

Eine Erkrankung an Covid-19 nach einer Infektion mit dem Coronavirus äußert sich laut Bundesgesundheitsministerium durch grippeähnliche Symptome, wie trockenem Husten, Fieber, Schnupfen und Abgeschlagenheit. Auch über Atemprobleme, Halskratzen, Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit, Durchfall sowie Schüttelfrost sei berichtet worden.

Die Inkubationszeit beträgt nach aktuellen Erkenntnissen wohl bis zu 14 Tage: Das heißt, dass es nach einer Ansteckung bis zu zwei Wochen dauern kann, bis Symptome auftreten.

■ Wichtig: Infizierte können den Virus schon übertragen, wenn sie selbst noch keine Symptome bemerken.

Der Coronavirus wird vor allem mit einer Tröpcheninfektion übertragen. Laut Robert-Koch-Institut sind theoretisch auch eine Schmierinfektion (über kontaminierte Oberflächen) und eine Ansteckung über die Bindehaut der Augen möglich. Nach bisherigen Erkenntnissen verlaufen mehr als 80 Prozent der Erkrankungen vergleichsweise mild. Wer meint, sich mit dem Coronavirus angesteckt zu haben, sollte unbedingt

zu Hause bleiben und zum Telefon greifen. Dann entweder

■ beim Hausarzt anrufen

oder beim

■ Ärztlichen Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117.

Telefonisch gibt es zudem noch weitere Stellen für Informationen:

■ Die Unabhängige Patientenberatung ist zu erreichen unter: ☎ 0800 – 011 77 22

Ein Bürgertelefon hat das Bundesgesundheitsministerium eingerichtet unter: ☎ 030 – 346 465 100

Für Gehörlose und Hörgeschädigte ist ein Beratungsservice des Gesundheitsministeriums per Fax zu erreichen: ☎ 030 – 340 60 66 07, sowie per Mail unter info.deaf@bmg.bund(dot)de und info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Ein Gebärdentelefon mit Videotelefonie findet sich unter: www.gebaerdentelefon.de/bmg/

Die aktuellen Risikogebiete für Ansteckungen hat das Robert-Koch-Institut bis zum 10. April 2020 veröffentlicht. Mittlerweile hat sich Covid-19 weltweit ausgebreitet. Ein Übertragungsrisiko bestehe daher „sowohl in Deutschland als in einer unübersehbaren Anzahl von Regionen weltweit“, schreibt das RKI.

Für Reisende gibt es weitere Informationen zu Covid-19 und Reisewarnungen beim Auswärtigen Amt.

■ Zum Infektionsschutz gibt es auf den Seiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) umfassende Anleitungen zum richtigen Händewaschen, zu den angemessenen Regeln beim Niesen sowie auch Merkblätter zu allgemeinen Hygiene- und Verhaltensregeln.

■ Niesen oder Husten soll man möglichst in die eigene Armbeuge und versuchen, sich seltener ins Gesicht zu fassen.

Händwaschen sollte man regelmäßig und zwar mindestens 20 Sekunden mit Wasser und Seife.

■ Reduzieren sollte man den Kontakt zu anderen Menschen derzeit so stark wie möglich, empfiehlt die BGzA. Wenn man doch in der Öffentlichkeit unterwegs ist, soll man möglichst einen Abstand von zwei Metern zu anderen Menschen einhalten.

■ Das Infektionsschutzgesetz (IfSG) gilt bundesweit einheitlich und bisher richten sich die Maßnahmen der Behörden nach diesem Gesetz, schreibt unser rechtspolitischer Korrespondent Christian Rath in seinem Überblick zur Rechtslage.

■ Die Katastrophenschutzgesetze der Länder sind anwendbar, sofern sich die Lage zur Katastrophe zuspitzen sollte.

■ Die Bundeswehr kann im Rahmen der Amtshilfe heute schon tätig werden, etwa im Sanitätsbereich oder zur logistischen Unterstützung. Im Extremfall kann sie auch im Inland eingesetzt werden, um (gemeinsam mit der Polizei) die öffentliche Ordnung zu bewahren oder wiederherzustellen, etwa wenn geplündert wird oder Krankenhäuser belagert werden.

■ In den „Notstandsgesetzen“ ist das geregelt, zu denen die Artikeln 35, 87a und 91 des Grundgesetzes zählen. Die „Notstandsgesetze“ wurden 1968 gegen den Widerstand der Außerparlamentarischen Opposition (APO) beschlossen.

■ Gerüchte, Falschmeldungen und Verschwörungstheorien über das Coronavirus kursieren derzeit viele.

■ Aufklärung über viele Corona-Falschmeldungen bietet unter anderem der Verein Mimikama.at.

■ Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO hat in englischer Sprache eine eigene Seite zur Aufklärung von Mythen über den Coronavirus veröffentlicht.

■ Zu den häufigsten Fragen hat das Robert-Koch-Institut ein FAQ zu Corona veröffentlicht.

■ Weitere Fachinformationen finden sich ebenso auch auf einer Überblicksseite des Robert-Koch-Instituts.

■ Verhaltens- und Hygienetipps und ebenso in einem FAQ die häufigsten Fragen beantwortet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung auf ihrer Corona-Übersicht auf infektionsschutz.de.

■ Umfassend informieren kann man sich auch beim Bundesgesundheitsministerium.

■ Eine weltweite Übersicht bietet die Weltgesundheitsorganisation WHO.

Bundesweite Telefonnummern im Überblick:

Ärztlicher Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117

Unabhängige Patientenberatung: ☎ 0800 011 77 22

■ Bürgertelefon des Bundesgesundheitsministeriums: 030 346 465 100

Beratungsservice für Gehörlose und Hörgeschädigte: Fax: 030 / 340 60 66 – 07 sowie per Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de / info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Gebärdentelefon (Videotelefonie): www.gebaerdentelefon.de/bmg

■ Bei Sorgen ist die Telefonseelsorge rund um die Uhr erreichbar unter: 116 123 sowie 0800 / 111 0 111 und 0800 / 111 0 222.

■ Infos über Corona auf Türkisch hat die taz in ihrem Text „Koronavirüs Almanya'da“ zusammengestellt.

■ In weiteren Sprachen sammelt die taz Info-Texte under taz.de/coronainfo

■ Hygiene-Infos in weiteren Sprachen bietet die BZgA in Hygiene-Merkblättern unter anderem auf Türkisch “Viral enfeksiyonlar – hijyen korur!“ (PDF) sowie auf Englisch “Viral infections – hygiene works!“ (PDF)

Leichte Sprache: Informationen zum Coronavirus in Leichter Sprache stellt das Bundesgesundheitsministerium zur Verfügung.

Gebärdensprache: Das Bundesgesundheitsministerium beantwortet Fragen mittels Videotelefonie und ist dafür über ihr Gebärdentelefon zu erreichen. Dazu gibt es hier noch mehr Infos. Das Gebärdentelefon ist von Montag bis Donnerstag von 8 bis 18 Uhr sowie am Freitag von 8 bis 12 Uhr erreichbar. Ebenso möglich sind Fragen per Fax: 030 / 340 60 66 – 07 oder per E-Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de oder info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de.

■ Weitere Sprachen: Kurze Info-Flyer der Johanniter auf Englisch (PDF), Dari (PDF), Arabisch (PDF), Farsi (PDF), Türkisch (PDF), Russisch (PDF), Italienisch (PDF) und Französisch (PDF) hat der Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge bereitgestellt.

International: Informationen zum Coronavirus in verschiedenen Sprachen stellt zudem die Weltgesundheitsorganisation WHO bereit.

Bitte registrieren Sie sich und halten Sie sich an unsere Netiquette.

Haben Sie Probleme beim Kommentieren oder Registrieren?

Dann mailen Sie uns bitte an kommune@taz.de

Ihren Kommentar hier eingeben