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Kinder fragen, die taz antwortetWie entsteht Glas?

Wir wollen von Kindern wissen, welche Fragen sie beschäftigen. Jede Woche beantworten wir eine. Diese Frage kommt von Johannes, 5 Jahre alt.

Glas ist faszinierend, das ist ja wohl glasklar. Es kann so dünn sein, dass es in Glasfaserkabeln verbaut wird. Und so dick, dass es nicht einmal von einer Pistolenkugel durchschossen werden kann. Im Gegensatz zu anderen Materialien haben Menschen Glas jedoch nicht erfunden, sondern in der Natur entdeckt. Dort taucht es in sogenannten Quarzsanden auf. Nicht jeder Sand ist Quarzsand, aber du findest ihn an vielen Stellen, auch an Stränden oder im Sandkasten.

Wenn solcher Sand bei großer Hitze schmilzt, etwa bei einem Vulkanausbruch, dann entsteht dort Glas. Die Menschen haben es der Natur dann einfach nachgemacht. Vor 2.500 Jahren beherrschten schon die Ägypter die Herstellung von Glas. Sie brachten den Wüstensand beim Feuermachen zum Schmelzen.

Heute wird Glas nicht auf dem Wüstenboden, sondern in der Glasfabrik hergestellt. Die Zutaten sind aber die gleichen: Quarzsand und hohe Temperaturen. Wobei allerdings der Quarzsand aus dem Sandkasten nicht rein und fein für die moderne Herstellung ist. Er würde das Glas trüb und spröde machen. Es gibt spezielle Orte, wo besonders quarzhaltiger Sand für die Fabriken abgebaut wird.

Damit das Glas bereits bei einer etwas niedrigeren Temperatur schmilzt, wird der Rohstoff Soda beigemischt. Damit das Glas stabiler ist, wird Kalk hinzugegeben. Im Schmelzofen wird das Gemisch dann auf 1.200 bis 1.700 Grad erhitzt. Das ist ungefähr sechsmal so heiß wie der Backofen bei dir zu Hause. Um Schlieren und Bläschen zu vermeiden, werden im nächsten Schritt chemische Stoffe hinzugefügt – sie heißen Läutermittel.

wochentaz

Dieser Text erschien zuerst in der wochentaz, unserer Wochenzeitung von links!

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Das erhitzte Gemisch ist die sogenannte Glasschmelze, sie erinnert an flüssigen Honig. Die Glasschmelze kommt dann in eine riesige Wanne, die außerdem schon mit flüssigem Zinn gefüllt ist. Und weil die Glasschmelze leichter ist als der Zinn, schwimmt das flüssige Glas nach oben und kühlt ganz langsam ab. Wenn es dann kalt ist, wird das Glas von einer Maschine in große Scheiben zerschnitten.

Glas ist superpraktisch. Es kann leicht sauber gehalten werden und hat keinen Geschmack, deshalb eignet es sich so gut zum Aufbewahren von Essen und Getränken. Es lässt sich auch bequem wiederverwenden. Aus diesem Grund wirft man alte Glasflaschen auch nicht in den Hausmüll, sondern entsorgt sie in der Glassammlung. Das alte Glas wird dann einfach wieder eingeschmolzen. Das verbraucht weniger Energie, als neues zu machen. Und es sorgt dafür, dass der Quarzsand, den es in der Natur gibt, nicht so schnell aufgebraucht wird.

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