Kinder fragen, die taz antwortet: Warum müssen Tiere nicht die Zähne putzen?
Zahnpflege kommt auch bei Tieren vor – nur etwas anders als bei uns Menschen.
Wir wollen von Kindern wissen, welche Fragen sie beschäftigen. Jede Woche beantworten wir eine. Diese Frage kommt von Finn, 6 Jahre alt.
Zähneputzen gehört einfach dazu. Morgens und abends sollten wir unsere Zähne gut schrubben, um fiese Schmerzen zu vermeiden. Tatsächlich wäre es gar nicht schlecht, wenn auch Tiere mal zur Zahnbürste greifen würden. „Zahnpflege ist bei Tieren genauso wichtig wie beim Menschen“, sagt Melanie Schöne, Tierpflegedienstleitung im Tierheim Berlin. Genau wie bei uns bleiben auch im Tiermaul Essensreste zwischen den Zähnen hängen. Dann vermehren sich die Bakterien im Mund und können die Zähne angreifen. Die Folge: Entzündungen, Karies, Zahnstein und im schlimmsten Fall Zahnverlust.
Aber stopp! Jetzt bitte nicht deine Zahnbürste aus dem Badezimmerschrank holen und loslegen. Die meisten Tiere finden es gar nicht lustig, wenn man versucht, ihnen die Zähne zu putzen, erzählt Schöne.
In freier Wildbahn haben Tiere zwar keine Zahnbürste dabei, aber einige andere Methoden gefunden, um ihre Zähne sauber zu halten. Sie kauen auf harten Dingen herum, auf Knochen oder auf fester Baumrinde. Das sorgt dafür, dass Futterreste zwischen den Zähnen entfernt werden. Haie machen es sich noch einfacher: Sie haben ein sogenanntes Revolvergebiss, bei dem mehrere Zahnreihen hintereinander liegen. Wenn sie Zähne verlieren, dann rücken einfach neue nach. Auf bis zu 30.000 Zähne kommt ein Hai so in seinem Leben.
Bei Haustieren ist es mit der Zahnpflege etwas komplizierter. Hund, Katze und Kaninchen müssen keine Beute jagen, sondern werden oft mit weichem, industriellen Futter aus dem Supermarkt gefüttert. Schmutz und Zahnbelag bleiben schneller an den Zähnen kleben. Leckerlis enthalten sogar zugesetzten Zucker. Und genau wie Süßigkeiten unseren menschlichen Zähnen schaden, schadet der Zucker in den Leckerlis dem Gebiss der Vierbeiner.
„Auch Tiere können Zahnschmerzen bekommen“, sagt Melanie Schöne. Das erkenne man daran, dass sie nur noch einseitig kauen, beim Fressen das Gesicht verziehen oder ihr Futter gar nicht mehr anrühren. Spätestens dann sollten Herrchen oder Frauchen in die Tierarztpraxis gehen. Damit es soweit nicht kommt, gibt es spezielle Tierzahnpasta und Fingerzahnbürsten, an die man die Tiere langsam gewöhnen kann. Katzenminze finden Katzen zwar super, bei menschlicher Zahnpasta wäre der Minzgehalt aber zu aggressiv. Die tierische Zahnpflege überlässt man allerdings besser den Erwachsenen. Denn Tierzähne, ob sauber oder dreckig, sind ganz schön spitz! Lea Fiehler
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