Katholikentag in Würzburg: Wüst warnt, die Gefahr durch die AfD zu unterschätzen
Die AfD „einfach mal machen lassen“? NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst hält das für brandgefährlich. Er warnt vor einer Regierungsübernahme durch die Partei.
kna | Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) warnt davor, die Gefahren zu unterschätzen, die mit einem weiteren Aufstieg der AfD und einer möglichen Regierungsübernahme in einzelnen Bundesländern verbunden wären.
Verharmlosende Einschätzungen, man solle die Partei doch „einfach mal machen lassen“, damit sie sich dann schon selbst entzaubere, seien sehr gefährlich, sagte er am Mittwochabend beim Katholikentag in Würzburg.
Der Blick in die deutsche Vergangenheit zeige, so Wüst weiter, dass man hier nicht aufmerksam und vorsichtig genug sein könne. Auch bei Adolf Hitler und den Nationalsozialisten hätten viele gesagt, diese würden schnell wieder verschwinden, wenn man erst einmal bemerkt habe, dass sie mit der Regierungsverantwortung überfordert seien. Verschwunden seien aber nicht die Nazis, sondern Meinungs- und Pressefreiheit sowie eine unabhängige Justiz – und das innerhalb von wenigen Wochen.
Wüst sprach bei einem Empfang der unionsnahen Konrad-Adenauer-Stiftung und der Hanns-Seidel-Stiftung zum Motto des Katholikentags „Hab Mut, steh auf!“ Dabei würdigte er die Rolle der Kirchen für die Gesellschaft und ermutigte sie zu weiterem Engagement.
„Wir brauchen die Kirchen auch als Brückenbauer in der Gesellschaft“, fügte der CDU-Politiker hinzu. Dazu gehörten neben vielen anderen wichtigen Aufgaben der interreligiöse Dialog sowie die Vermittlung von Werten in Kindergärten und Schulen: „Lebendige Kirchen sind tragende Säulen einer demokratischen und solidarischen Gesellschaft – und ich wünsche mir, dass das auch so bleibt.“
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