KMK-Präsidentin über Schule und Corona: „Wir brauchen einen längeren Atem“

Bis zur Normalität an Schulen wird es dauern, so Stefanie Hubig. Die Bildungsministerin in Rheinland-Pfalz rechnet weiter mit Homeschooling-Phasen.

Ein Schild mit der Aufschrift "Vor Beginn des Unterrichts Hände waschen!" hängt vor den Toiletten im Pausenhof der Realschule Benzenberg nahe Düsseldorf

Es wird noch dauern bis Schulunterricht wieder so stattfinden wird, wie vor Corona Foto: Federico Gambarini/dpa

taz: Frau Hubig, wie sieht der Stundenplan nach den Sommerferien aus: Montag Schule, Dienstag bis Freitag Homeschooling?

Stefanie Hubig: Ehrliche Antwort: Das kann im Moment noch niemand sagen.

Und wann gibt’s eine klare Ansage?

Eine definitive Antwort wird es erst geben, wenn wir wissen, wie sich das Infektionsgeschehen entwickelt und daraus resultierend die Abstandsregelungen. Die bestimmen gerade stark die Art des Unterrichts. Wir bereiten uns derzeit auf alle denkbaren Szenarien vor.

Kann man sich angesichts der nötigen Vorarbeiten überhaupt sechs Wochen Sommerferien leisten?

Ich glaube, es ist vernünftig, an den Sommerferien festzuhalten, weil Lehrkräfte, Eltern, Schülerinnen und Schüler eine Pause brauchen. Darüber hinaus müssen wir uns auf das neue Schuljahr vorbereiten. Für Schülerinnen und Schüler soll es pädagogische Angebote auch innerhalb der Sommerferien geben, aber freiwillig.

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek sagt, solange es keinen Impfstoff gibt, ist eine Rückkehr zum normalen Schulbetrieb nicht möglich. Stimmen Sie ihr zu?

Wenn es einen Impfstoff gibt, wird der Umgang mit Corona ein anderer sein. Der Impfstoff ist aber nicht der einzige Faktor. Maßgeblich sind Hygiene­regeln. Es geht im Moment nicht darum, jegliche Infektionen zu vermeiden, sondern die Zahl möglichst gering zu halten. Ich halte es nicht für ausgeschlossen, dass wir auch schon vor der Entwicklung eines Impfstoffs zu einer stärkeren Normalität in den Schulen zurückkehren.

Was heißt das? Rückkehr zu stärkerer Normalität?

51, ist Bildungsministerin in Rheinland-Pfalz. Seit Jahresanfang ist die SPD-Politikerin Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK).

Dreh- und Angelpunkt sind sicherlich die Abstandsregelungen, die derzeit nur kleine Lerngruppen möglich machen. Deshalb kann aktuell auch nur ein Teil der Schülerinnen und Schüler gleichzeitig zur Schule gehen. Gleichwohl müssen wir uns auch um die Planung eines regulären Schuljahrs kümmern.

Die liegt momentan wo – im untersten Aktenschrank?

Nein. Die liegt ganz oben auf dem Schreibtisch. Wir müssen uns vorbereiten und Personal einstellen. Aber auf dem gleichen Schreibtisch liegt ein zweiter Plan, der beinhaltet, wie wir den Wechsel von Präsenzunterricht und dem Lernen zu Hause organisieren.

Den digitalen Unterricht nehmen viele Eltern und Schüler als willkürlich wahr. Einige Lehrer machen täglich Videokonferenzen, andere haben noch nicht mal eine E-Mail-­Adresse. Wann sorgen die KultusministerInnen für mehr Verbindlichkeit?

Innerhalb der KMK haben wir eine Arbeitsgruppe zur Organisation des neuen Schuljahrs eingerichtet. In Rheinland-Pfalz haben wir zudem gleich nach Beginn der Schulschließungen eine Handreichung für den Fernunterricht herausgegeben, die wir übrigens auch allen anderen Ländern zur Verfügung gestellt haben. Darin steht, ab wann Schülerinnen und Schüler zu Hause eigenständig lernen können und auch die Aufforderung, die Schüler – und damit auch die Eltern – nicht mit zu viel Stoff zu überfordern.

Nach fast zwei Monaten geschlossener Schulen haben Bund und Länder beschlossen, dass die Schulen in großem Stil Laptops zum Verleih an Schülerinnen kaufen sollen. Wieso hat es so lange gedauert, bis allen klar war, dass Laptops zum Zu-Hause-Lernen dazugehören, aber nicht jeder eins besitzt?

So lange hat es nicht gedauert. Viele Länder haben in der Zwischenzeit auch schon eigene Unterstützungsmaßnahmen für benachteiligte Schülerinnen und Schüler organisiert. Im Übrigen hat der Koalitionsausschuss erst vor drei Wochen beschlossen, die 500 Millionen Euro Soforthilfe für Schulen zur Verfügung zu stellen. Wir haben jetzt innerhalb von drei Wochen eine Vereinbarung zwischen Bund und Ländern geschlossen. Erinnern Sie sich an die Verhandlungen zum Digitalpakt: Die haben viel länger gedauert.

Daran gemessen war das jetzt Lichtgeschwindigkeit. Dennoch: Als wir Ende März in den Ländern gefragt haben, wie das Lernen in Zeiten geschlossener Schulen funktioniert, waren Leih-Laptops für SchülerInnen oft kein Thema. Es hieß, die Schüler hätten doch Handys.

Sie müssen eins sehen: Die aktuelle Situation ist für uns alle neu – unsere Systeme waren nie dafür ausgelegt, den Präsenzunterricht zu ersetzen. Es gibt deshalb auch keine Blaupause. Die verschiedenen Unterrichtsformate haben sich zum Teil erst entwickelt. Manche haben anfangs gedacht, man muss lediglich die Zeit bis zu den Osterferien überbrücken und danach kann der normale Betrieb wieder aufgenommen werden. Wir sehen jetzt, dass wir einen längeren Atem brauchen.

Viele Schulen öffnen derzeit wieder ein bisschen. Allerdings: Bei einem Mindestabstand von 1,50 Meter braucht es doppelt und dreifach so viele LehrerInnen und Räume, um SchülerInnen einer Klasse zu unterrichten. Wie soll das je für alle Kinder funktionieren?

Man muss ganz deutlich der Vorstellung entgegentreten, dass damit normaler Unterricht wie vor Corona stattfinden kann. Das ist überhaupt nicht realisierbar. Wir wollen, dass Schülerinnen und Schüler in die Schule kommen, und zwar tage- oder wochenweise. Die Schulen müssen sich jetzt aber tatsächlich auf das Wesentliche beschränken.

Brauchen wir nicht mehr Kreativität? Sollte man nicht stärker die Jugendeinrichtungen miteinbeziehen, die ja sonst auch mit Kindern und Jugendlichen arbeiten und das jetzt nicht können?

Meines Wissens macht das Berlin so, und auch in Rheinland-Pfalz passiert das schon im Rahmen des Ganztags. Die Partner, die am Nachmittag Sequenzen übernehmen, können jetzt auch am Vormittag einbezogen werden.

In diesem Halbjahr gab es viele Zugeständnisse: Sitzenbleiben und Noten wurden zum Teil ausgesetzt. Das wird wohl im kommenden Schuljahr so bleiben?

Das sind genau die Dinge, über die wir innerhalb der KMK, aber auch in den Ländern selbst gerade beraten. Wir müssen versuchen, möglichst zur Normalität zurückzukehren, aber dabei die besondere Situation berücksichtigen. Wir können jetzt auch nicht ein Schuljahr lang gar keine Noten mehr geben.

Warum nicht? Wenn das Zu-Hause-Lernen überwiegt, sind Noten doch noch ungerechter.

Eines ist ganz klar: Die Notengebung muss unter fairen Bedingungen ­vonstattengehen. Schülerinnen und Schüler müssen gerecht und gleich behandelt werden. Das steht außer Frage, und das wird auch für das kommende Schuljahr zu regeln sein. Ein praktisches Beispiel, das jeder nachvollziehen kann, ist, dass man nur Stoff in Klassenarbeiten abfragt, der in den Präsenzphasen vermittelt wurde.

Ist eine Rückkehr zur Normalität in jedem Fall sinnvoll? Es gibt ja Dinge, die will man gar nicht zurückdrehen.

Stimmt. Eine Schulleiterin hat mir erst kürzlich gesagt, dass das, was im Bereich der Digitalisierung passiert, was gerade an neuen Lehrformaten erarbeitet wird, Schule bereichert und auch für die Zeit nach Corona unbedingt erhalten bleiben sollte. Damit spricht sie mir aus dem Herzen.

Haben Sie auch nachgefragt, was sich die Eltern wünschen?

In Rheinland-Pfalz hat der Landeselternbeirat eine Umfrage gemacht, die sich ziemlich stark mit unserer Umfrage unter Schulleitungen deckt. Es gab den großen Wunsch seitens der Eltern, eine Videoschaltkonferenz an allen Schulen zur Verfügung zu stellen. Die gibt es bei uns jetzt. Und dann gab es noch den Wunsch, dass die Lehrer nicht zu viele Aufgaben gleichzeitig aufgeben, dass sich die Kollegen besser abstimmen. Auch dieser Punkt ist in unseren Handlungsempfehlungen zum Fernunterricht enthalten.

Viele Schüler finden es auch toll, dass sie derzeit nicht um sechs oder halb sieben aufstehen müssen. Könnte nicht auch der Schulbeginn nach hinten verlegt werden?

Ich gehe davon aus, dass auch nach den Sommerferien Schule nicht direkt unter den üblichen Bedingungen stattfinden kann. Was bleibt und wichtig ist: Schule ist ein Ort des gemeinsamen Lernens und der Begegnung. Soziales Lernen, ein respektvoller Umgang miteinander und Demokratie sind enorm wichtig, und das kann man am besten praktisch in der Schule lernen. Bestimmte neue Formate wie Videokonferenzen können dazukommen.

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■ Das neuartige Coronavirus trägt die offizielle Bezeichnung SARS-CoV-2. Es ruft die Krankheit mit dem offiziellen Namen Covid-19 hervor. Der Virus ist von Mensch zu Mensch übertragbar.

Ab Januar 2020 hatte sich das Virus von der Stadt Wuhan in der chinesischen Provinz Hubei her ausgebreitet – inzwischen weltweit.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die Ausbreitung des Coronavirus am 11. März 2020 zur Pandemie erklärt, also zu einer weltweiten Epidemie.

Alle Artikel der taz zum Thema finden sich im Schwerpunkt Coronavirus.

Eine Pandemie ist eine weltweite Epidemie, also regional nicht begrenzt. Bei einer Pandemie überträgt sich ein neuartiger Virus von Mensch zu Mensch.

■ Da es keine Grundimmunität gibt, keine spezifischen Medikamente und keine Impfung, führt das zu einer hohen Zahl an teils schweren Erkrankungen und Toten. Dies kann unter anderem zu einer Überlastung des Gesundheitssystems führen, wie es beispielsweise in Italien bereits regional zu beobachten war. Deshalb ist das Ziel, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, damit nicht zu viele Menschen gleichzeitig schwer erkranken.

Auf eine weitreichende Beschränkungen sozialer Kontakte hatten sich am 22. März 2020 die Bundeskanzlerin und Regierungschefs der Länder geeinigt. Damit sollte der Anstieg der Fallzahlen verlangsamt und eine Überlastung des Gesundheitssystems möglichst verhindert werden. Im April sowie im Mai beschlossen Kanzlerin und Länderchefs dann schrittweise Lockerungen. Die Kontaktbeschränkungen bleiben grundsätzlich bis zum 29. Juni bestehen. Details regeln weiterhin die Länder. (Hier eine Übersicht der Bundesregiergung zu Regelungen in den Ländern). Im Fall regionaler schneller Anstiege der Infektionszahlen sollen die Behörden vor Ort sofort mit neuen Beschränkungen reagieren.

■ Einen Abstand von mindestens 1,5 Metern soll man weiterhin draußen zu allen anderen Menschen außer der Begleitung einhalten.

■ Ein Mund-Nasen-Schutz muss in ganz Deutschland beim Einkaufen und im Öffentlichen Personennahverkehr getragen werden.

■ Seit Anfang Mai gilt: Angehörige zweier Haushalte dürfen sich grundsätzlich treffen – beispielsweise also zwei Familien oder zwei Wohngemeinschaften. In einzelnen Bundesländern gibt es darüberhinaus Spezialregelungen.

Schulen und Vorschulen sollen unter Auflagen noch vor dem Sommer wieder für alle Kinder öffnen.

■ In Kliniken und Pflegeeinrichtungen wurden die Regeln gelockert: PatientInnen oder BewohnerInnen können wieder durch eine bestimmte Person besucht werden.

Alle Geschäfte in Deutschland dürfen unter Auflagen wieder öffnen – ohne Quadratmeterbegrenzung der Verkaufsfläche.

Im Sport ist das Training unter freiem Himmel wieder erlaubt. Freizeitsportler müssen sich aber an bestimmte Auflagen halten. So muss eine Distanz von mindestens 1,5 Metern gewährleistet sein.

Die Fußball-Bundesliga hat die Saison seit Mitte Mai mit Geisterspielen fortgesetzt – zumindest die erste und zweite Liga der Männer. Die Fußballbundesliga der Frauen bleibt hingegen zunächst ausgesetzt. Vor Publikum werden in dieser Saison in jedem Fall keine Spiele mehr stattfinden.

Großveranstaltungen bleiben bis zum 31. August verboten.

Bei Restaurants sollen die Bundesländer eine schrittweise Öffnungen selbst regeln. Auch für Kinos, Theater, Hotels oder Kosmetikstudios haben die Ländern die Lockerungen eigenständig zu verantworten.

■ Spielplätze sind unter Auflagen wieder geöffnet – darauf einigten sich Kanzlerin und Länderchefs bereits am 30. April.

Gottesdienste und Gebetsversammlungen sind wieder zugelassen – unter besonderen Anforderungen des Infektionsschutzes. Taufen, Beschneidungen und Trauungen sowie Trauergottesdienste sollen im kleinen Kreis möglich sein.

Museen, Ausstellungen, Gedenkstätten, Zoos und botanische Gärten können unter Auflagen wieder öffnen.

Aktuelle Fallzahlen zum Coronavirus in Deutschland veröffentlicht das Robert-Koch-Institut (RKI).

Eine ausführliche Darstellung der COVID-19-Fälle in Deutschland bis auf Landkreisebene hat das RKI in einem Corona-Dashboard zusammengestellt. Auch gibt es tägliche Situationsberichte heraus.

Internationale Zahlen hat unter anderem die Weltgesundheitsorganisation WHO in einer interaktiven Grafik aufbereitet.

■ Ebenso weltweite Fallzahlen stellt die Johns Hopkins University auf einer interaktiven Karte dar.

■ Die Unterschiede bei den Fallzahlen von RKI, WHO und Johns Hopkins University bedeuten nicht, dass die Zahlen falsch sind. Differenzen ergeben sich vielmehr aus Melde-Verzögerungen und unterschiedlichen Quellen: Dem RKI werden die Fallzahlen von den Gesundheitsämtern über das jeweilige Bundesland übermittelt. Es meldet die Zahlen nach einer Prüfung dann weiter an die WHO – so kommt es zu Verzögerungen. Die Daten der Johns Hopkins University kommen nach eigenen Angaben aus verschiedenen öffentlich zugänglichen Quellen und können daher von jenen Zahlen von RKI und WHO abweichen.

Eine Erkrankung an Covid-19 nach einer Infektion mit dem Coronavirus äußert sich laut Bundesgesundheitsministerium durch grippeähnliche Symptome, wie trockenem Husten, Fieber, Schnupfen und Abgeschlagenheit. Auch über Atemprobleme, Halskratzen, Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit, Durchfall sowie Schüttelfrost sei berichtet worden.

Die Inkubationszeit beträgt nach aktuellen Erkenntnissen wohl bis zu 14 Tage: Das heißt, dass es nach einer Ansteckung bis zu zwei Wochen dauern kann, bis Symptome auftreten.

■ Wichtig: Infizierte können den Virus schon übertragen, wenn sie selbst noch keine Symptome bemerken.

Der Coronavirus wird vor allem mit einer Tröpcheninfektion übertragen. Laut Robert-Koch-Institut sind theoretisch auch eine Schmierinfektion (über kontaminierte Oberflächen) und eine Ansteckung über die Bindehaut der Augen möglich. Nach bisherigen Erkenntnissen verlaufen mehr als 80 Prozent der Erkrankungen vergleichsweise mild. Wer meint, sich mit dem Coronavirus angesteckt zu haben, sollte unbedingt

zu Hause bleiben und zum Telefon greifen. Dann entweder

■ beim Hausarzt anrufen

oder beim

■ Ärztlichen Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117.

Telefonisch gibt es zudem noch weitere Stellen für Informationen:

■ Die Unabhängige Patientenberatung ist zu erreichen unter: ☎ 0800 – 011 77 22

Ein Bürgertelefon hat das Bundesgesundheitsministerium eingerichtet unter: ☎ 030 – 346 465 100

Für Gehörlose und Hörgeschädigte ist ein Beratungsservice des Gesundheitsministeriums per Fax zu erreichen: ☎ 030 – 340 60 66 07, sowie per Mail unter info.deaf@bmg.bund(dot)de und info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Ein Gebärdentelefon mit Videotelefonie findet sich unter: www.gebaerdentelefon.de/bmg/

Die aktuellen Risikogebiete für Ansteckungen hat das Robert-Koch-Institut bis zum 10. April 2020 veröffentlicht. Mittlerweile hat sich Covid-19 weltweit ausgebreitet. Ein Übertragungsrisiko bestehe daher „sowohl in Deutschland als in einer unübersehbaren Anzahl von Regionen weltweit“, schreibt das RKI.

Für Reisende gibt es weitere Informationen zu Covid-19 und Reisewarnungen beim Auswärtigen Amt.

■ Zum Infektionsschutz gibt es auf den Seiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) umfassende Anleitungen zum richtigen Händewaschen, zu den angemessenen Regeln beim Niesen sowie auch Merkblätter zu allgemeinen Hygiene- und Verhaltensregeln.

■ Niesen oder Husten soll man möglichst in die eigene Armbeuge und versuchen, sich seltener ins Gesicht zu fassen.

Händwaschen sollte man regelmäßig und zwar mindestens 20 Sekunden mit Wasser und Seife.

■ Reduzieren sollte man den Kontakt zu anderen Menschen derzeit so stark wie möglich, empfiehlt die BGzA. Wenn man doch in der Öffentlichkeit unterwegs ist, soll man möglichst einen Abstand von zwei Metern zu anderen Menschen einhalten.

■ Das Infektionsschutzgesetz (IfSG) gilt bundesweit einheitlich und bisher richten sich die Maßnahmen der Behörden nach diesem Gesetz, schreibt unser rechtspolitischer Korrespondent Christian Rath in seinem Überblick zur Rechtslage.

■ Die Katastrophenschutzgesetze der Länder sind anwendbar, sofern sich die Lage zur Katastrophe zuspitzen sollte.

■ Die Bundeswehr kann im Rahmen der Amtshilfe heute schon tätig werden, etwa im Sanitätsbereich oder zur logistischen Unterstützung. Im Extremfall kann sie auch im Inland eingesetzt werden, um (gemeinsam mit der Polizei) die öffentliche Ordnung zu bewahren oder wiederherzustellen, etwa wenn geplündert wird oder Krankenhäuser belagert werden.

■ In den „Notstandsgesetzen“ ist das geregelt, zu denen die Artikeln 35, 87a und 91 des Grundgesetzes zählen. Die „Notstandsgesetze“ wurden 1968 gegen den Widerstand der Außerparlamentarischen Opposition (APO) beschlossen.

■ Gerüchte, Falschmeldungen und Verschwörungstheorien über das Coronavirus kursieren derzeit viele.

■ Aufklärung über viele Corona-Falschmeldungen bietet unter anderem der Verein Mimikama.at.

■ Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO hat in englischer Sprache eine eigene Seite zur Aufklärung von Mythen über den Coronavirus veröffentlicht.

■ Zu den häufigsten Fragen hat das Robert-Koch-Institut ein FAQ zu Corona veröffentlicht.

■ Weitere Fachinformationen finden sich ebenso auch auf einer Überblicksseite des Robert-Koch-Instituts.

■ Verhaltens- und Hygienetipps und ebenso in einem FAQ die häufigsten Fragen beantwortet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung auf ihrer Corona-Übersicht auf infektionsschutz.de.

■ Umfassend informieren kann man sich auch beim Bundesgesundheitsministerium.

■ Eine weltweite Übersicht bietet die Weltgesundheitsorganisation WHO.

Bundesweite Telefonnummern im Überblick:

Ärztlicher Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117

Unabhängige Patientenberatung: ☎ 0800 011 77 22

■ Bürgertelefon des Bundesgesundheitsministeriums: 030 346 465 100

Beratungsservice für Gehörlose und Hörgeschädigte: Fax: 030 / 340 60 66 – 07 sowie per Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de / info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Gebärdentelefon (Videotelefonie): www.gebaerdentelefon.de/bmg

■ Bei Sorgen ist die Telefonseelsorge rund um die Uhr erreichbar unter: 116 123 sowie 0800 / 111 0 111 und 0800 / 111 0 222.

■ Infos über Corona auf Türkisch hat die taz in ihrem Text „Koronavirüs Almanya'da“ zusammengestellt.

■ In weiteren Sprachen sammelt die taz Info-Texte under taz.de/coronainfo

■ Hygiene-Infos in weiteren Sprachen bietet die BZgA in Hygiene-Merkblättern unter anderem auf Türkisch “Viral enfeksiyonlar – hijyen korur!“ (PDF) sowie auf Englisch “Viral infections – hygiene works!“ (PDF)

Leichte Sprache: Informationen zum Coronavirus in Leichter Sprache stellt das Bundesgesundheitsministerium zur Verfügung.

Gebärdensprache: Das Bundesgesundheitsministerium beantwortet Fragen mittels Videotelefonie und ist dafür über ihr Gebärdentelefon zu erreichen. Dazu gibt es hier noch mehr Infos. Das Gebärdentelefon ist von Montag bis Donnerstag von 8 bis 18 Uhr sowie am Freitag von 8 bis 12 Uhr erreichbar. Ebenso möglich sind Fragen per Fax: 030 / 340 60 66 – 07 oder per E-Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de oder info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de.

■ Weitere Sprachen: Kurze Info-Flyer der Johanniter auf Englisch (PDF), Dari (PDF), Arabisch (PDF), Farsi (PDF), Türkisch (PDF), Russisch (PDF), Italienisch (PDF) und Französisch (PDF) hat der Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge bereitgestellt.

International: Informationen zum Coronavirus in verschiedenen Sprachen stellt zudem die Weltgesundheitsorganisation WHO bereit.

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