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Jemen am Rande eines neuen KriegesSchlagabtausch mit Raketen erreicht Saudi-Arabien

In Jemen eskaliert der Konflikt mit den von Iran unterstützten Huthi-Milizen erneut. Saudi-Arabien will offenbar wieder militärisch tätig werden.

Die Huthi-Miliz in Jemen, die die Hauptstadt Sanaa kontrolliert und von dort aus die international anerkannte Regierung bekämpft, hat am Montagabend Raketen und Drohnen auf den internationalen Flughafen Abha im Südwesten Saudi-Arabiens abgefeuert. Zuvor hatten am Montagmorgen jemenitische Regierungstruppen Raketen auf die Landebahn des internationalen Flughafens von Sanaa gelenkt. Stein des Anstoßes: Ein iranisches Flugzeug mit einer aus Teheran zurückkehrenden Huthi-Delegation sollte dort landen. Das Flugzeug änderte seinen Kurs und landete stattdessen auf dem Flughafen der Hafenstadt Hodeida.

Es ist die schwerwiegendste Eskalation in Jemen seit dem kurzlebigen Waffenstillstand vom April 2022. Sie folgt auf zehn Tage zunehmender Spannungen, die begannen, als das erste iranische Flugzeug seit einem Jahrzehnt in Sanaa landete und damit eine Welle von Drohungen der dortigen Huthi-Machthaber gegen Saudi-Arabien auslöste.

Die Eskalation ist wohl auf Sorgen der Huthis angesichts der militärischen Vereinigung ihrer Gegner zurückzuführen. Nach der Auflösung des südlichen Übergangsrates – eine Militärallianz aus Kräften, die von den Vereinigten Arabischen Emiraten unterstützt wurde und gemeinsam mit Saudi-Arabien gegen die von Iran unterstützten Huthi-Rebellen kämpfte – stehen diese Gebiete nun wieder komplett unter der Kontrolle der international anerkannten jemenitischen Regierung. Für die Huthi-Rebellen ist das bedrohlich, denn der Konflikt zwischen ihren Gegnern hatte das Anti-Huthi-Lager jahrelang gespalten.

Außerdem ist die wirtschaftliche Lage in den Huthi-kontrollierten Gebieten extrem schlecht. Gehälter im öffentlichen Dienst werden seit Jahren nicht gezahlt, selbst Kämpfer der Gruppe warten mittlerweile Berichten zufolge monatelang auf ihre Bezüge.

Außerdem berichten US-amerikanische Zeitungen, dass der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman US-Präsident Donald Trump um Unterstützung für eine erneute Militäraktion in Jemen gebeten und dafür von ihm am vergangenen Freitag grünes Licht erhalten habe. Der US-Vertreter im UN-Sicherheitsrat bekräftigte dann auch Washingtons Unterstützung für seine Verbündeten am Golf und beschuldigte Iran, Jemens Souveränität zu verletzen und die Huthis mit militärischer Ausrüstung zu versorgen. Analysten sehen darin eine Wende, die auf eine Wiederaufnahme der Kämpfe hindeutet, auch wenn die Huthis eigentlich kein Interesse an einem Krieg mit Saudi-Arabien haben können.

Für Iran spielen die Huthi-Verbündeten in Jemen eine große Rolle, denn sie haben unmittelbaren Zugang zur wichtigen Meerenge Bad al-Mandab am südlichen Ende des Roten Meeres, über die der Großteil des Schiffsverkehrs zwischen Asien und Europa verläuft. Sie haben seit 2023 mehrfach ihre Fähigkeit unter Beweis gestellt, den Schiffsverkehr im Roten Meer anzugreifen, aus Solidarität mit der Hamas im palästinensischen Gazastreifen.

Iran verbindet also seine Fronten miteinander: Hormus im Osten, das Rote Meer über die Huthis im Westen. Saudi-Arabien leitet seine Ölexporte über das Rote Meer um, um die Straße von Hormus zu umgehen. Die am Montag abgefeuerten Raketen wurden aus Gebieten in der Nähe dieser Küstenlinie abgefeuert – eine Mahnung, dass die Huthis auch diese Route bedrohen können.

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