Israels Sicht auf Deutschland

Von allen geliebt

70 Prozent der Israelis schätzen das Land positiv ein, mehr als die Hälfte sehen es als guten Vermittler im Nahost-Konflikt. 58 Prozent der Palästinenser sehen das genauso.

Zwei Israelis feiern Silvester 2015 am Brandenburger Tor. Bild: dpa

BERLIN/BONN kna | Die Mehrheit der Israelis hat ein gutes Bild von Deutschland. Nahezu 70 Prozent schätzen das Land positiv ein, wie aus einer aktuellen Studie der Konrad-Adenauer-Stiftung hervorgeht, die am Montag in Berlin vorgestellt wurde. Zwar werden die Deutschen in Israel mehrheitlich (56 Prozent) als zurückhaltend, kalt und unpersönlich eingeschätzt, zugleich wird ihnen große Verlässlichkeit zugesprochen (57 Prozent). Die Unterschiede zwischen den arabisch-stämmigen Israelis und den jüdischen Israelis sind dabei den Angaben nach vergleichsweise gering.

Auch in seiner Rolle als internationaler politischer Akteur hat Deutschland bei den Israelis einen hohen Stellenwert, unter anderem als Vermittler im Nahost-Konflikt. 54 Prozent der Israelis glauben, dass Deutschland als „ehrlicher Makler“ zwischen Israel und der Palästinensischen Autonomiebehörde fungieren kann. Zudem haben 70 Prozent der Befragten einen guten bis sehr guten Eindruck von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).

Viel Zustimmung für Deutschland gibt es auch seitens der Palästinenser. Mehr als 50 Prozent schätzen der Umfrage zufolge Deutschland als starken, guten und unabhängigen Staat und als moderne Wirtschafts-, Bildungs- und Technologierepublik ein. 58 Prozent der Palästinenser sind der Überzeugung, die Menschen in Deutschland unterstützten die Anliegen des palästinensischen Volkes und seines Wunsches nach Eigenstaatlichkeit.

Gleichwohl wünschen sich Israelis und Palästinenser explizit ein stärkeres Engagement Deutschlands auf internationaler Ebene. Für die Umfrage wurden im Dezember 2014 mehr als 1.000 Israelis über 18 Jahren befragt. In den Palästinensischen Autonomiegebieten wurden 1.270 zufällig ausgewählte Personen im Westjordanland, Ost-Jerusalem und dem Gazastreifen befragt.

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