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Industriestadt auf dem Fahrrad erlebenBerlins neue Fahrradtour „Warmes Licht und kühles Bier“

Vorbei an Brauereien und Borsig: Das Berliner Zentrum Industriekultur hat die erste von acht Radtouren zur Industriegeschichte Berlins vorgestellt.

Es ist Frühling, die Sonne scheint, und eine Gruppe von Rad­fah­re­r*in­nen mit Kindern startet vom Deutschen Technikmuseum in Kreuberg auf eine neue Fahrradtour. Seit Freitag ist die Fahrradroute „Warmes Licht und kühles Bier“ offiziell ausgeschildert.

Die Themenroute ist die längste Strecke der acht Fahrradrouten der Berliner Industriekultur, die von der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt finanziert und in Zusammenarbeit mit infraVelo und visitBerlin ausgearbeitet wurde. In Kreuzberg, Mitte, Wedding, Gesundbrunnen und Prenzlauer Berg können 18 Standorte auf der 25 Kilometer langen Strecke erkundet werden.

„Die Industrialisierung hat das Berliner Stadtbild geprägt“, sagt der Staatssekretär in der Senatsverwaltung für Verkehr und Umwelt, Andreas Kraus, bei der Eröffnung. Mit den neuen Radrouten werde die Industriegeschichte der Stadt erfahrbar. „Gleichzeitig fördern wir den nachhaltigen, schonenden und klimafreundlichen Tourismus in der Stadt.“

Die Industrialisierung hat das Berliner Stadtbild geprägt

Andreas Kraus, Staatssekretär

Den Titel als größte Industriemetropole Deutschlands verdankt Berlin unter anderem dem Maschinenbauunternehmen Borsig sowie den Elektroindustriebetrieben Siemens und AEG. Während der Industrialisierung zogen die Unternehmen immer mehr Arbeitskäfte in die Stadt.

Und die waren durstig. Durch Innovationen wie die Entwicklung der Kältemaschine entwickelten sich die Brauereien von einem Handwerk zu einer Industrie. Die Fahrradroute „Warmes Licht und kühles Bier“ verbindet die beiden Industriezweige nun und machen erlebbar, wie sie die Stadt geprägt haben-

Der erste U-Bahn-Tunnel Deutschlands

Die Themenroute „Warmes Licht und kühles Bier“ ist die erste Fahrradroute des Berliner Zentrums Industriekultur, die ausgeschildert ist. Zur Orientierung dienen 85 Wegweiser und 100 Routenplaketten.

Die Strecke verläuft unter anderem am Alexanderufer, am Mariannenplatz und in der Bergmannstraße und soll abseits der typischen Touristenströme entlang gehen. Das soll nicht nur Ber­li­ne­r*in­nen auf die Strecke aufmerksam machen, sondern auch einen Mehrwert für Tou­ris­t*in­nen bieten.

Joseph Hoppe, der Leiter des Zentrums Industriekultur, findet, dass das AEG-Gelände am Humboldthain als Besichtigungsort besonders interessant ist. „Da kann man auch sehen, in welcher produktiven Art und Weise solche Gebäude der Industrialisierung sich nachnutzen lassen“, sagt er. „AEG m Humboldthain ist dafür ein tolles Beispiel.“

Damals wurden dort Motoren, Maschinen und Eisenbahnteile produziert. Heute beherbergt das Gelände das in den 80er Jahren gegründete erste deutsche Gründerzentrum und den Technologie- und Innovationspark. Auch der AEG-Tunnel verbindet bis heute das Werk mit der AEG-Apparatefabrik. Der Tunnel gilt als erster U-Bahn-Tunnel Deutschlands.

Michael Fugel, CEO von infraVelo betont die Wichtigkeit „gute Radverkehrsinfrastruktur für alle Menschen zu schaffen.“ Doch es melden sich kritische Stimmen zur Fahrradroute. Der Berliner Fahrgastverband IGEB e.V weist unter anderem auf die Baustellen der Köpenickerstraße hin, die ebenfalls Teil der Radtour sind. Sie machten eine angenehme Radtour schwierig. Auch gebe es keine Audioguides mit Angeboten in verschiedenen Sprachen.

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