Illegale Produkte: Millionenstrafe für Onlinehändler Temu
Viele Billigwaren von Temu erfüllen grundlegende Sicherheitsstandards nicht. Dafür soll der Händler nun Strafe zahlen.
afp | Wegen des Verkaufs unsicherer und gesundheitsgefährdender Produkte hat die EU-Kommission eine Strafe in Höhe von 200 Millionen Euro gegen den Billig-Onlinehändler Temu verhängt. Temu habe in seinen Berichten an Brüssel „deutlich unterschätzt“, wie viele illegale Produkte auf seiner Plattform angeboten werden, teilte die Kommission am Donnerstag mit. Das Unternehmen, das zum chinesischen PDD-Konzern gehört, wies die Vorwürfe zurück.
Ermittler*innen der Kommission bestellten nach Angaben aus Brüssel testweise Waren wie Ladegeräte und Babyspielzeug bei Temu. „Ein sehr großer Anteil“ der Produkte fiel demnach durch grundlegende Sicherheitschecks. Das Spielzeug enthielt den Angaben zufolge häufig giftige Chemikalien oder leicht zu verschluckende Einzelteile.
Temu gehört mit 130 Millionen europäischen Nutzer*innen zu den großen Onlineplattformen, die von der EU-Kommission überwacht werden. Das Unternehmen muss jährlich einen Risikobericht an Brüssel abliefern. Dabei sei Temu aber nur auf den Markt allgemein, nicht aber auf seine eigene Plattform eingegangen, habe Risiken unterschätzt und nicht erklärt, wie seine Algorithmen gefährliche Produkte bewerben könnten, erklärte die Kommission.
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Temu gibt sich unschuldig
Temu wies die Vorwürfe zurück. „Die Strafe ist unverhältnismäßig“, teilte ein Sprecher mit. Seit dem letzten untersuchten Risikobericht für das Jahr 2024 habe das Unternehmen sein Vorgehen bereits verbessert und werde weiter „konstruktiv“ mit der Kommission zusammenarbeiten. Temu kann die Strafe auch vor Gericht anfechten.
Die Plattform muss nun bis Ende August darlegen, wie sie sich künftig bessern will, ansonsten drohen zusätzliche tägliche Bußgelder. In Brüssel laufen weitere Verfahren gegen das Unternehmen. Dabei geht es unter anderem um den Verdacht, dass Temu seine Kundinnen und Kunden mit falschen Rabatten und undurchsichtigen Algorithmen in die Irre führt. Gegen den Billigklamottenhändler Shein laufen ähnliche Ermittlungen.
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