Hunter Biden bei Andrew Callaghan: Ein „fuck that“ für die First Lady
Hunter Biden greift im Interview mit dem YouTuber Andrew Callaghan tief ins Nähkästchen. Neben Gossip spricht er auch über seine Drogen-Erfahrungen.
Foto: David Swanson/reuters
Unhinged ist wohl das Zauberwort in der Karriere des unabhängigen Journalisten und Youtubers Andrew Callaghan. Was so viel wie „entgleist“ oder „außer Kontrolle“ bedeutet, kann durch die Auswahl der Interviewpartner*innen veranschaulicht werden: Darunter ein Mann aus Ohio, der glaubt, mit Bigfoot zu leben, eine Kirchengemeinde, die als Glaubensbekenntnis mit tödlichen Schlangen tanzt, Obdachlose, die in Las Vegas in Tunneln wohnen, der „Schamane“ vom Sturm auf das Kapitol – der Fundus an schrägen Charakteren ist unergründlich. Dabei zeigt Callaghan keinerlei Berührungsängste mit den Abgründen der US-Gesellschaft.
Nun hat der YouTuber mit Hunter Biden, dem Sohn des Ex-US-Präsidenten, gesprochen, über vier Stunden lang. Biden plaudert aus dem Nähkästchen über die gescheiterte Kandidatur seines Vaters, beleidigt George Clooney, der den Rücktritt prominent forderte, erzählt über seine Erfahrungen mit Trauer und Drogen, erklärt die Unterschiede zwischen Crack und Kokain und wie man aus dem einen das andere herstellt.
Ist das der „Joe Rogan of the left“-Podcast, nach dem gerade alle suchen? Als direktes Pendant eignet sich das Interview nicht. Aber der Stil, das laute Überlegen, Spekulieren, die Verbindung aus Klatsch und Politik, Freude an Tabuthemen, all das passt in den eskalativen Diskurs der Staaten.
Rief First Lady Michelle Obama 2016 als Antwort auf Trumps Erfolg noch „when they go low, we go high“, orientiert sich die US-Linke heute zunehmend an den Methoden des MAGA-Lagers.
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Für die aktuelle First Lady schien das Gespräch dann doch „too low“ unter der Gürtellinie. Weil Biden sie mit dem Sexualstraftäter Jeffrey Epstein in Verbindung brachte, droht Melania Trump ihm nun mit einer Klage über 1 Milliarde Dollar Schadensersatz. Auf die Frage, ob Biden sich für seine Aussagen entschuldigen will, antwortet er nur: „Fuck that“.
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