piwik no script img

HochschulfinanzierungZankapfel Superuni

Ein Treffen des Wissenschaftssenators mit den Hochschulpräsidenten bringt keine Einigung über die Struktur einer Berliner Eliteuniversität.

Ein Gespräch reichte nicht, um den Streit über die geplante Berliner Superuni beizulegen: Nach einem Treffen von Wissenschaftssenator Jürgen Zöllner (SPD) mit Vertretern der Hochschulen und Forschungseinrichtungen am Dienstagabend wurde das Problem vertagt. In gemeinsamen Arbeitskreisen soll nun geklärt werden, wie Berlin als Wissenschaftsstandort attraktiver gemacht werden könne, sagte am Mittwoch Thomas Gazlig, Sprecher der Helmholtz-Gemeinschaft. Bis Jahresende soll es konkrete Vorschläge geben.

Zöllner hatte am Montag seine Pläne einer Spitzenforschungsuniversität als eigene Institution vorgestellt, mit Doktoranden- und Masterbetreuung. Die Hochschulen sind davon wenig begeistert: Der Präsident der gerade zur Elite-Uni gekürten Freien Universität (FU), Dieter Lenzen, hatte sich gegen eine solche Superuni ausgesprochen. Gestern bezog auch der Präsident der Technischen Uni (TU), Kurt Kutzler, Position: Es bestehe in dieser Frage "Dissens mit dem Senator, da die institutionelle Form dieser Einrichtung die drei großen Universitäten schwächen würde." Das sei das Ergebnis des Treffens am Dienstagabend.

Einigkeit herrscht laut Kutzler darüber, dass die "Kooperationspotenziale der Wissenschaftslandschaft" weiterentwickelt werden sollen. Wie das zu geschehen hat, ist aber strittig. Das Gespräch sei schwierig gewesen, hieß es auch aus anderen Quellen. Ein Streitpunkt sei das Promotionsrecht, das die Universitäten nicht an eine Superuni abgeben wollen.

Laut der wissenschaftspolitischen Sprecherin der Grünen, Anja Schillhaneck, lehnte es die rot-rote Koaltion gestern ab, im Wissenschaftsaussschuss des Abgeordnetenhauses bald über das Thema Superuni zu beraten. "Bei so weitreichenden Plänen kann es nicht sein, dass sich das Parlament erst damit befasst, wenn die Debatte in der Öffentlichkeit schon fast vorüber ist", kritisierte Schillhaneck.

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

Mehr zum Thema

0 Kommentare