Kommentar: Supersenator ohne Superuni

FU-Präsident Lenzen lehtn die von Wissenschaftssenatro Zöllner geplante Superuni ab.

Kaum hat die FU bei der Exzellenzinitiative gewonnen, verkündet deren Präsident Dieter Lenzen, dass er nicht bei der vom Wissenschaftssenator geplanten Super-Uni mitmachen wird. Damit kann Jürgen Zöllner sein Vorhaben, die besten Berliner Forschungsbereiche in einer übergeordneten Institution zu bündeln, beerdigen. Denn ohne die neue Elite-Uni hat ein solches Konstrukt keinen Sinn. Eine Blamage für den sogenannten Supersenator.

Als Zöllner vor einem Jahr nach Berlin kam, wurden große Hoffnungen in ihn gesetzt. Er galt als erfahren und pragmatisch. Doch erst hörte man wenig von ihm. Dann überraschte er mit seinem Masterplan für die Wissenschaft nicht nur die Öffentlichkeit, sondern auch die Uni-Präsidenten. Die reagierten reichlich verschnupft. Zöllner hatte versäumt, sie rechtzeitig mit ins Boot zu holen.

Und noch ein Fehler ist ihm unterlaufen: Von Anfang an war unklar, wie sich die neue Super-Uni zu den Zukunftskonzepten der Hochschulen verhalten solle, die diese beim Exzellenzwettbewerb eingereicht hatten. Die neue Institution kam in den Anträgen der Hochschulen logischerweise nicht vor. Zöllners Vorstoß stiftete Verwirrung auf allen Seiten.

Nun hat die FU den Elitestatus gewonnen - und damit auch ein Stück Unabhängigkeit. Es wird dem Wissenschaftssenator nichts anderes übrigbleiben, als auf die Uni zuzugehen und Schnittmengen zu suchen. Gemeinsame Interessen gibt es durchaus: Sowohl Zöllner als auch Lenzen wollen die Berliner Wissenschaftslandschaft weiter vernetzen.

Die Frage ist nur, unter wessen Federführung das geschieht. Da hat die Freie Universität nach der Entscheidung in der Exzellenzinitiative jetzt die besseren Karten.

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