Handelskrieg zwischen USA und China

Es kommt noch schlimmer

Wer glaubt, dass sich die USA und China in ihrem Handelsdisput bald einigen, liegt falsch. Der Konflikt beginnt gerade erst.

US-Präsident Donald Trump bei einem Treffen mit Chinas President Xi Jinping während des G20 Gipfels in Osaka, Japan, 2019

So wird das nichts: US-Präsident Trump und Chinas Regierungschef Xi Jinping bei Verhandlungen Foto: reuters

Der von den USA angezettelte Handelskrieg hinterlässt Spuren. Der chinesische Außenhandel bricht ein, Fabriken schließen, das Wachstum geht zurück. Und auch in den USA bremsen die gegenseitig verhängten Strafzölle das Wirtschaftswachstum. Zwar reden die beiden Streithähne seit vergangener Woche wieder miteinander. Doch US-Präsident Donald Trump hat in seiner sehr direkten Art bereits deutlich gemacht: Es eilt nicht.

Die chinesische Führung hat sich gründlich verschätzt. Sie hatte gedacht, sie könne Trump etwa mit einer höheren Einfuhr von Mais und Soja aus den US-Bundesstaaten mit hohem Anteil an Trump-Wählern besänftigen. Inzwischen ist auch in Peking angekommen: Dieser Handelskrieg ist von Dauer.

China hat seinen wirtschaftlichen Aufstieg dem schier endlosen Hunger der Amerikaner nach Konsumartikeln zu verdanken, den die Chinesen in ihren Fabriken kostengünstig befriedigten. Im Gegenzug finanzierte China mit seinen Überschüssen den US-Staatshaushalt.

Trump hat sich zum Ziel gesetzt, diese Abhängigkeit aufzulösen, die beiden größten Volkswirtschaften voneinander zu entkoppeln. Schäden nimmt er dafür in Kauf. Doch selbst wenn er bei der US-Präsidentschaftswahl in etwas mehr als anderthalb Jahren nicht wiedergewählt werden sollte – auch die Demokraten dürften an einem konfrontativen Kurs mit China festhalten.

Nicht nur Trump, sondern vielen in den USA geht es schon lange nicht mehr nur um faire Marktzugänge, ausgeglichene Handelsbilanzen und die Einhaltung von Urheberrechten. Ihnen geht es darum, dass sich ihr Land als führende Weltmacht behauptet. Je mehr das Reich der Mitte wirtschaftlich und technologisch aufholt, desto aggressiver ist die Stimmung gegen China.

Die Welt steht erst am Beginn dieses Konflikts zweier Giganten. Es ist zu befürchten, dass dieses Kräftemessen noch einiges mehr an Schaden anrichten wird als eine sich eintrübende Konjunktur.

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war von 2012 bis 2019 China-Korrespondent der taz in Peking. Nun arbeitet er wieder in Berlin und ist in der taz für Weltwirtschaft zuständig. 2011 ist sein erstes Buch erschienen: „Der Gewinner der Krise – was der Westen von China lernen kann“, 2014 sein zweites: "Macht und Moderne. Chinas großer Reformer Deng Xiao-ping. Eine Biographie" - beide erschienen im Rotbuch Verlag.

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