Häusliche Gewalt und Corona: Eine doppelte Bedrohung

Während des Lockdowns können Frauen nicht heimlich telefonieren oder ihre Sachen packen. Frauenhäuser rechnen mit steigenden Anfragen.

Eine halb geöffnete Tür gibt den Blick frei auf eine Frau von hinten, die auf einem Stuhl sitzt

Frauenhäuser schützen bei häuslicher Gewalt: Wegen der Corona-Pandemie gab es Aufnahmestopps Foto: Sophia Kembowski/dpa

Dass Sandra Bergers* Mann sie schlug, begann lange vor Corona. Die 44-Jährige, die als Minijobberin im Verkauf arbeitet, und ihr Mann, ein Maurer, sind seit fast 20 Jahren ein Paar, sie haben zwei gemeinsame Söhne. Nach und nach veränderte sich die Beziehung. Immer wieder gab es Streit und Schläge, auch die Kinder hatten oft Angst. Doch Anzeigen wegen Körperverletzung bei der Polizei zog Berger immer wieder zurück.

Als nun Mitte März der Lockdown kam, wurde ihr Mann auf Kurzarbeit gesetzt, sie selbst war ebenfalls mehr zu Hause, die Anspannung nahm zu. Vor zwei Wochen drohte Bergers Mann, sie anzugreifen. Sie zog die Notbremse und rief die Polizei, die sie und ihre beiden Kinder schließlich ins Frauen- und Kinderschutzhaus Meppen im Emsland brachte.

Die 44-Jährige ist eine von vier Frauen, die während der Coronapandemie in dem Frauenhaus aufgenommen wurden. „Irgendwann hätten sie alle Hilfe bei uns gesucht“, sagt die Leiterin des Hauses, Cordula Glanemann vom Sozialdienst katholischer Frauen, die von dem Fall berichtet. „Aber durch die Situation, dass Täter und Opfer auf engem Raum die ganze Zeit zusammen sind, wurde das in allen Fällen schnell dramatisch.“

Vier Aufnahmen seit Mitte März – das hätte auch in Zeiten vor Corona passieren können, sagt Glanemann. Wie andere Mitarbeiterinnen von Frauenhäusern in Deutschland, mit denen die taz gesprochen hat, berichtet zwar auch sie, dass die Belastung für die Häuser durch die Pandemie extrem gestiegen und der Alltag deutlich komplizierter geworden sei. Zudem vermuten alle Gesprächspartnerinnen, dass häusliche Gewalt durch die beengte Situation im Lockdown und die vermehrte Arbeitslosigkeit zunehme. Doch eine Zunahme der Aufnahmeanfragen, davon gehen alle aus, werde sich erst einige Zeit nach den Lockerungen tatsächlich bemerkbar machen.

„Wir glauben, dass das mit Unsicherheit zu tun hat“, sagt Glanemann. Frauen würden befürchten, dass das, was in einem fremden Umfeld auf sie zukomme, noch schwieriger sei als die Situation zu Hause. Weder sei klar, wie hoch die Infektionsgefahr vor Ort sei – Frauen und Kinder teilen sich in den Häusern in den meisten Fällen Küche und Wohnzimmer, alles ist auf ein Leben in der Gruppe ausgelegt. Eine ein- oder zweiwöchige Quarantäne als Vorsichtsmaßnahme beim Einzug, auf der einige Häuser bestehen, komme wegen der Isolation von der Gruppe und der erzwungenen Untätigkeit für manche außerdem nicht infrage. Und schließlich sei unklar, wie die Zeit nach dem Aufenthalt im Frauenhaus geplant werden kann. „Die Öffnungszeiten der Ämter sind gerade sehr eingeschränkt, sodass Termine langen Vorlauf brauchen“, sagte Glanemann. „Das verunsichert die Frauen. Und es ist noch viel schwerer als sowieso schon, Wohnungen für sie zu finden.“

Einfach anrufen geht nicht

Ähnliches berichtet die Leiterin des Frauenhauses im fränkischen Schwabach, Andrea Hopperdietzel. Die Nachfrage nach Plätzen sei bislang kon­stant. Das liege unter anderem daran, dass die Frauen „während des Lockdowns nichts unbemerkt zusammenpacken und ihre Flucht nicht vorbereiten konnten“, sagt Hopperdietzel. Dies gelte umso mehr, wenn Kinder betreut werden müssen. „Wir merken, dass es für viele Frauen sogar schwieriger ist, zu telefonieren. Sie sprechen leiser, weil jemand im Nebenzimmer ist.“

Alexandra Gutmann, Heilbronner Mitternachtsmission

„Wenn eine misshandelte Frau bei uns vor der Tür steht, lehnen wir sie nicht ab“

Alexandra Gutmann von der Heilbronner Mitternachtsmission sagt: „Die Fälle, in denen Frauen sich schon seit Jahren immer wieder bei uns melden, weil sie Gewalt ausgesetzt sind, es aber nicht schaffen, sich zu trennen, vermissen wir gerade.“ Sie könne dann aber nicht einfach selbst zum Hörer greifen und anrufen, um die Frauen zu fragen, wie es ihnen geht – der Partner sei ja in vielen Fällen zu Hause. Es drohe die Gefahr, mit solchen Nachfragen unbeabsichtigte Dynamiken in Gang zu setzen. „Wenn die Zahlen also trotzdem konstant sind, sowohl in unserer Beratungsstelle als auch im Schutzhaus, bedeutet das eine enorme Steigerung der Fälle“, so Gutmanns Schlussfolgerung.

Schon ohne Corona sei ihr Haus chronisch überbelegt. „Aber wir haben einen ethisch-moralischen Grundsatz: Wenn eine misshandelte Frau bei uns vor der Tür steht, lehnen wir sie nicht ab.“ Wenn das Haus in coronafreien Zeiten völlig überfüllt war, hätten die Frau dann eben auch mal eine Nacht auf dem Flur oder in Gemeinschaftsräumen geschlafen, um am nächsten Tag in ein anderes Haus weitervermittelt zu werden.

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Dies sei nun kaum mehr möglich. Zum einen, weil Hygieneregeln und Abstände auch zwischen den Bewohner- und Betreuerinnen eingehalten werden sollen. Zum anderen, weil die Möglichkeiten der Vermittlung in andere Häuser durch Corona „enorm eingeschränkt sind“, wie Gutmann sagt. Viele Häuser hätten wegen der Pandemie einen Aufnahmestopp erlassen – entweder weil sie selbst betroffen seien oder auch weil sie die aktuellen Bewohnerinnen und deren Kinder schützen wollten. Der Grundsatz der Mitternachtsmission, niemanden abzuweisen, „hat uns deshalb fast bis zum Bersten herausgefordert“.

Zehn Frauen samt deren Kindern hat Gutmann seit Mitte März aufgenommen. Um Abstands- und Hygieneregeln einhalten zu können, hat das Haus Schulden gemacht – und „in einem Affenzahn zusätzliche Räume in der weiteren Umgebung angemietet“. Aus Schutzgründen wollte sie sich zur Art der Unterkünfte nicht äußern. Das habe allerdings zur Folge, dass die Mitarbeiterinnen dezentral arbeiten und teilweise selbst an verschiedenen Standorten übernachten müssen, um sich an die Sicherheitsvorkehrungen gegen gewalttätige Partner halten zu können. Eine fünfstellige Summe von Ausgaben ist derzeit deshalb nicht gedeckt.

Fast 15.000 Plätze fehlen

„Wir hoffen inständig, dass Bund, Länder und Kommunen uns damit nicht alleinlassen“, sagt Gutmann. „Aber was hätte ich denn machen sollen?“, fragt sie. „Ich kann die Frauen und Kinder doch nicht schutzlos auf der Straße stehen lassen.“ Corona bedeute für von Gewalt betroffene Frauen „eine doppelte Bedrohung: durch das Virus, und durch den prügelnden Partner“. Nun werde durch die Pandemie der grundsätzliche Missstand offenbar, dass Deutschland viel zu wenige Plätze in Frauenhäusern hat – fast 15.000 Plätze fehlen, legt man die Vorgaben im Übereinkommen des Europarats gegen Gewalt an Frauen zugrunde, die Istanbulkonvention.

Die Polizei in Köln und Hamburg berichtet seit Anfang bzw. Mitte März von einem Rückgang der Strafanzeigen wegen häuslicher Gewalt um jeweils knapp 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die Hamburger Polizei geht allerdings von einem „nicht unerheblichen Dunkelfeld“ aus. Betroffene hätten in der momentanen Situation „vielleicht nicht die Möglichkeit“, Anzeige zu erstatten.

Die Berliner Polizei teilt mit, dass von Mitte März bis Anfang Mai zwar die Zahl der Notrufeinsätze mit dem Stichwort „häusliche Gewalt“ um über ein Drittel, die der Anzeigen aber nur um 1 Prozent stieg. Es waren 20 Fälle mehr als im Vorjahr. Eine mögliche Schlussfolgerung: Nachbar:innen rufen die Polizei, das Opfer erstattet aber keine Anzeige.

Beim bundesweiten Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ haben die Beratungsanfragen im April „über die üblichen Schwankungen hinaus“ zugenommen, wie eine Sprecherin der taz mitteilte. Mittlerweile halte sich die Anzahl auf einem konstanten Niveau, das etwa 20 Prozent über dem der Zeit vor Corona liegt.

Auch Andrea Hopperdietzel aus Schwabach sagt: „Wenn Lebensgefahr besteht, nehmen wir die Frau auf.“ Ansonsten hat sie bisher versucht, in die Gemeinschaftsunterkunft im Frauenhaus „nicht so viel Bewegung“ zu bringen und den angestrebten Grundsatz „Wer schlägt, der geht“ in Zusammenarbeit mit Polizei, Ämtern und Gerichten noch konsequenter als sonst umzusetzen.

„Ich habe mehrere Aufgaben, die ich erfüllen muss“, sagt Hopperdietzel: „Ich muss die Frau schützen, die einziehen will. Ich muss die Frauen schützen, die schon bei uns wohnen und deren Immunsystem oft durch jahrelange Erfahrung von Gewalt und Erniedrigung geschwächt ist. Und ich muss die Mitarbeiterinnen und Ehrenamtlichen schützen.“ Die Ehrenamtlichen sind in Schwabach vor allem Seniorinnen und zählen deshalb zur Risikogruppe. Während der vergangenen Wochen haben sie in Absprache mit dem Haus ihre Arbeit niedergelegt. „Jetzt wollen wir das langsam wieder hochfahren“, sagt Hopperdietzel.

Die übrigen Schutzmaßnahmen, die ihr Haus wegen Corona getroffen hat, werden wohl erst einmal beibehalten: zwei Wochen Quarantäne bei Neuaufnahme. Zwei Teams, um im Infek­tions­fall nicht gänzlich ohne Mitarbeiterinnen dazustehen. Homeoffice, wo möglich. Das Tragen von Masken und die Hygienemaßnahmen mit Bildern erklären, um die Regeln den Bewohnerinnen näherzubringen, die kein oder nur wenig Deutsch können. Vorräte inklusive Notproviant anlegen, um für eine eventuelles Quarantäne des gesamten Hauses gerüstet zu sein. „Der Betrieb muss ja in jedem Fall weiterlaufen“, sagt Hopperdietzel.

Einen Coronaverdachtsfall gab es auch schon. Die Bewohnerin bekam ein eigenes Zimmer, das sie nicht mehr verlassen durfte und in dem sie auch kochte, und konnte ein eigenes Bad benutzen – was bedeutete, dass sich drei andere Frauen samt deren Kindern ein Bad teilen mussten. Nach zehn Tagen war klar, dass sich der Verdacht nicht erhärtet hatte.

Die Herausforderung in Zeiten von Corona, sagt Hopperdietzel, sei noch viel mehr als sonst, Sorgen und Ängste der Frauen nicht überhandnehmen zu lassen. Im Flur steht deshalb seit ein paar Wochen jeden Morgen eine kleine Überraschung, Blumen zum Beispiel, mit dem Hinweis: „Die blühen auch für dich.“ Kürzlich bekam das Haus Gasluftballons gespendet, für jedes Kind einen. Manche Mitarbeiterinnen drehen kleine Videoclips, um den Ausklang des Tages mit gemeinsamem virtuellem Singen zu gestalten, auch wenn das in der realen Gemeinschaft nicht möglich ist. „Wir versuchen, die Stimmung hoch zu halten“, sagt Hopperdietzel, „für alle.“

*Name geändert

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■ Das neuartige Coronavirus trägt die offizielle Bezeichnung SARS-CoV-2. Es ruft die Krankheit mit dem offiziellen Namen Covid-19 hervor. Der Virus ist von Mensch zu Mensch übertragbar.

Ab Januar 2020 hatte sich das Virus von der Stadt Wuhan in der chinesischen Provinz Hubei her ausgebreitet – inzwischen weltweit.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die Ausbreitung des Coronavirus am 11. März 2020 zur Pandemie erklärt, also zu einer weltweiten Epidemie.

Alle Artikel der taz zum Thema finden sich im Schwerpunkt Coronavirus.

Eine Pandemie ist eine weltweite Epidemie, also regional nicht begrenzt. Bei einer Pandemie überträgt sich ein neuartiger Virus von Mensch zu Mensch.

■ Da es keine Grundimmunität gibt, keine spezifischen Medikamente und keine Impfung, führt das zu einer hohen Zahl an teils schweren Erkrankungen und Toten. Dies kann unter anderem zu einer Überlastung des Gesundheitssystems führen, wie es beispielsweise in Italien bereits regional zu beobachten war. Deshalb ist das Ziel, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, damit nicht zu viele Menschen gleichzeitig schwer erkranken.

Auf eine weitreichende Beschränkungen sozialer Kontakte hatten sich am 22. März 2020 die Bundeskanzlerin und Regierungschefs der Länder geeinigt. Damit sollte der Anstieg der Fallzahlen verlangsamt und eine Überlastung des Gesundheitssystems möglichst verhindert werden. Im April sowie im Mai beschlossen Kanzlerin und Länderchefs dann schrittweise Lockerungen. Die Kontaktbeschränkungen bleiben grundsätzlich bis zum 29. Juni bestehen. Details regeln weiterhin die Länder. (Hier eine Übersicht der Bundesregiergung zu Regelungen in den Ländern). Im Fall regionaler schneller Anstiege der Infektionszahlen sollen die Behörden vor Ort sofort mit neuen Beschränkungen reagieren.

■ Einen Abstand von mindestens 1,5 Metern soll man weiterhin draußen zu allen anderen Menschen außer der Begleitung einhalten.

■ Ein Mund-Nasen-Schutz muss in ganz Deutschland beim Einkaufen und im Öffentlichen Personennahverkehr getragen werden.

■ Seit Anfang Mai gilt: Angehörige zweier Haushalte dürfen sich grundsätzlich treffen – beispielsweise also zwei Familien oder zwei Wohngemeinschaften. In einzelnen Bundesländern gibt es darüberhinaus Spezialregelungen.

Schulen und Vorschulen sollen unter Auflagen noch vor dem Sommer wieder für alle Kinder öffnen.

■ In Kliniken und Pflegeeinrichtungen wurden die Regeln gelockert: PatientInnen oder BewohnerInnen können wieder durch eine bestimmte Person besucht werden.

Alle Geschäfte in Deutschland dürfen unter Auflagen wieder öffnen – ohne Quadratmeterbegrenzung der Verkaufsfläche.

Im Sport ist das Training unter freiem Himmel wieder erlaubt. Freizeitsportler müssen sich aber an bestimmte Auflagen halten. So muss eine Distanz von mindestens 1,5 Metern gewährleistet sein.

Die Fußball-Bundesliga hat die Saison seit Mitte Mai mit Geisterspielen fortgesetzt – zumindest die erste und zweite Liga der Männer. Die Fußballbundesliga der Frauen bleibt hingegen zunächst ausgesetzt. Vor Publikum werden in dieser Saison in jedem Fall keine Spiele mehr stattfinden.

Großveranstaltungen bleiben bis zum 31. August verboten.

Bei Restaurants sollen die Bundesländer eine schrittweise Öffnungen selbst regeln. Auch für Kinos, Theater, Hotels oder Kosmetikstudios haben die Ländern die Lockerungen eigenständig zu verantworten.

■ Spielplätze sind unter Auflagen wieder geöffnet – darauf einigten sich Kanzlerin und Länderchefs bereits am 30. April.

Gottesdienste und Gebetsversammlungen sind wieder zugelassen – unter besonderen Anforderungen des Infektionsschutzes. Taufen, Beschneidungen und Trauungen sowie Trauergottesdienste sollen im kleinen Kreis möglich sein.

Museen, Ausstellungen, Gedenkstätten, Zoos und botanische Gärten können unter Auflagen wieder öffnen.

Aktuelle Fallzahlen zum Coronavirus in Deutschland veröffentlicht das Robert-Koch-Institut (RKI).

Eine ausführliche Darstellung der COVID-19-Fälle in Deutschland bis auf Landkreisebene hat das RKI in einem Corona-Dashboard zusammengestellt. Auch gibt es tägliche Situationsberichte heraus.

Internationale Zahlen hat unter anderem die Weltgesundheitsorganisation WHO in einer interaktiven Grafik aufbereitet.

■ Ebenso weltweite Fallzahlen stellt die Johns Hopkins University auf einer interaktiven Karte dar.

■ Die Unterschiede bei den Fallzahlen von RKI, WHO und Johns Hopkins University bedeuten nicht, dass die Zahlen falsch sind. Differenzen ergeben sich vielmehr aus Melde-Verzögerungen und unterschiedlichen Quellen: Dem RKI werden die Fallzahlen von den Gesundheitsämtern über das jeweilige Bundesland übermittelt. Es meldet die Zahlen nach einer Prüfung dann weiter an die WHO – so kommt es zu Verzögerungen. Die Daten der Johns Hopkins University kommen nach eigenen Angaben aus verschiedenen öffentlich zugänglichen Quellen und können daher von jenen Zahlen von RKI und WHO abweichen.

Eine Erkrankung an Covid-19 nach einer Infektion mit dem Coronavirus äußert sich laut Bundesgesundheitsministerium durch grippeähnliche Symptome, wie trockenem Husten, Fieber, Schnupfen und Abgeschlagenheit. Auch über Atemprobleme, Halskratzen, Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit, Durchfall sowie Schüttelfrost sei berichtet worden.

Die Inkubationszeit beträgt nach aktuellen Erkenntnissen wohl bis zu 14 Tage: Das heißt, dass es nach einer Ansteckung bis zu zwei Wochen dauern kann, bis Symptome auftreten.

■ Wichtig: Infizierte können den Virus schon übertragen, wenn sie selbst noch keine Symptome bemerken.

Der Coronavirus wird vor allem mit einer Tröpcheninfektion übertragen. Laut Robert-Koch-Institut sind theoretisch auch eine Schmierinfektion (über kontaminierte Oberflächen) und eine Ansteckung über die Bindehaut der Augen möglich. Nach bisherigen Erkenntnissen verlaufen mehr als 80 Prozent der Erkrankungen vergleichsweise mild. Wer meint, sich mit dem Coronavirus angesteckt zu haben, sollte unbedingt

zu Hause bleiben und zum Telefon greifen. Dann entweder

■ beim Hausarzt anrufen

oder beim

■ Ärztlichen Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117.

Telefonisch gibt es zudem noch weitere Stellen für Informationen:

■ Die Unabhängige Patientenberatung ist zu erreichen unter: ☎ 0800 – 011 77 22

Ein Bürgertelefon hat das Bundesgesundheitsministerium eingerichtet unter: ☎ 030 – 346 465 100

Für Gehörlose und Hörgeschädigte ist ein Beratungsservice des Gesundheitsministeriums per Fax zu erreichen: ☎ 030 – 340 60 66 07, sowie per Mail unter info.deaf@bmg.bund(dot)de und info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Ein Gebärdentelefon mit Videotelefonie findet sich unter: www.gebaerdentelefon.de/bmg/

Die aktuellen Risikogebiete für Ansteckungen hat das Robert-Koch-Institut bis zum 10. April 2020 veröffentlicht. Mittlerweile hat sich Covid-19 weltweit ausgebreitet. Ein Übertragungsrisiko bestehe daher „sowohl in Deutschland als in einer unübersehbaren Anzahl von Regionen weltweit“, schreibt das RKI.

Für Reisende gibt es weitere Informationen zu Covid-19 und Reisewarnungen beim Auswärtigen Amt.

■ Zum Infektionsschutz gibt es auf den Seiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) umfassende Anleitungen zum richtigen Händewaschen, zu den angemessenen Regeln beim Niesen sowie auch Merkblätter zu allgemeinen Hygiene- und Verhaltensregeln.

■ Niesen oder Husten soll man möglichst in die eigene Armbeuge und versuchen, sich seltener ins Gesicht zu fassen.

Händwaschen sollte man regelmäßig und zwar mindestens 20 Sekunden mit Wasser und Seife.

■ Reduzieren sollte man den Kontakt zu anderen Menschen derzeit so stark wie möglich, empfiehlt die BGzA. Wenn man doch in der Öffentlichkeit unterwegs ist, soll man möglichst einen Abstand von zwei Metern zu anderen Menschen einhalten.

■ Das Infektionsschutzgesetz (IfSG) gilt bundesweit einheitlich und bisher richten sich die Maßnahmen der Behörden nach diesem Gesetz, schreibt unser rechtspolitischer Korrespondent Christian Rath in seinem Überblick zur Rechtslage.

■ Die Katastrophenschutzgesetze der Länder sind anwendbar, sofern sich die Lage zur Katastrophe zuspitzen sollte.

■ Die Bundeswehr kann im Rahmen der Amtshilfe heute schon tätig werden, etwa im Sanitätsbereich oder zur logistischen Unterstützung. Im Extremfall kann sie auch im Inland eingesetzt werden, um (gemeinsam mit der Polizei) die öffentliche Ordnung zu bewahren oder wiederherzustellen, etwa wenn geplündert wird oder Krankenhäuser belagert werden.

■ In den „Notstandsgesetzen“ ist das geregelt, zu denen die Artikeln 35, 87a und 91 des Grundgesetzes zählen. Die „Notstandsgesetze“ wurden 1968 gegen den Widerstand der Außerparlamentarischen Opposition (APO) beschlossen.

■ Gerüchte, Falschmeldungen und Verschwörungstheorien über das Coronavirus kursieren derzeit viele.

■ Aufklärung über viele Corona-Falschmeldungen bietet unter anderem der Verein Mimikama.at.

■ Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO hat in englischer Sprache eine eigene Seite zur Aufklärung von Mythen über den Coronavirus veröffentlicht.

■ Zu den häufigsten Fragen hat das Robert-Koch-Institut ein FAQ zu Corona veröffentlicht.

■ Weitere Fachinformationen finden sich ebenso auch auf einer Überblicksseite des Robert-Koch-Instituts.

■ Verhaltens- und Hygienetipps und ebenso in einem FAQ die häufigsten Fragen beantwortet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung auf ihrer Corona-Übersicht auf infektionsschutz.de.

■ Umfassend informieren kann man sich auch beim Bundesgesundheitsministerium.

■ Eine weltweite Übersicht bietet die Weltgesundheitsorganisation WHO.

Bundesweite Telefonnummern im Überblick:

Ärztlicher Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117

Unabhängige Patientenberatung: ☎ 0800 011 77 22

■ Bürgertelefon des Bundesgesundheitsministeriums: 030 346 465 100

Beratungsservice für Gehörlose und Hörgeschädigte: Fax: 030 / 340 60 66 – 07 sowie per Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de / info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Gebärdentelefon (Videotelefonie): www.gebaerdentelefon.de/bmg

■ Bei Sorgen ist die Telefonseelsorge rund um die Uhr erreichbar unter: 116 123 sowie 0800 / 111 0 111 und 0800 / 111 0 222.

■ Infos über Corona auf Türkisch hat die taz in ihrem Text „Koronavirüs Almanya'da“ zusammengestellt.

■ In weiteren Sprachen sammelt die taz Info-Texte under taz.de/coronainfo

■ Hygiene-Infos in weiteren Sprachen bietet die BZgA in Hygiene-Merkblättern unter anderem auf Türkisch “Viral enfeksiyonlar – hijyen korur!“ (PDF) sowie auf Englisch “Viral infections – hygiene works!“ (PDF)

Leichte Sprache: Informationen zum Coronavirus in Leichter Sprache stellt das Bundesgesundheitsministerium zur Verfügung.

Gebärdensprache: Das Bundesgesundheitsministerium beantwortet Fragen mittels Videotelefonie und ist dafür über ihr Gebärdentelefon zu erreichen. Dazu gibt es hier noch mehr Infos. Das Gebärdentelefon ist von Montag bis Donnerstag von 8 bis 18 Uhr sowie am Freitag von 8 bis 12 Uhr erreichbar. Ebenso möglich sind Fragen per Fax: 030 / 340 60 66 – 07 oder per E-Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de oder info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de.

■ Weitere Sprachen: Kurze Info-Flyer der Johanniter auf Englisch (PDF), Dari (PDF), Arabisch (PDF), Farsi (PDF), Türkisch (PDF), Russisch (PDF), Italienisch (PDF) und Französisch (PDF) hat der Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge bereitgestellt.

International: Informationen zum Coronavirus in verschiedenen Sprachen stellt zudem die Weltgesundheitsorganisation WHO bereit.

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