Gute Nachrichten: Es gibt sie noch

Ich habe meine Freun­d:in­nen nach guten Nachrichten gefragt. Hier kommt, was sie geantwortet haben – von Armin Laschet bis Fußpflege.

Philipp Grütering alias Kryptik Joe steht mit der Band Deichkind in der Kieler Sparkassen-Arena auf der Bühne.

Macht sich für's Impfen stark: Die Hamburger Band Deichkind, hier im Februar 2020 in Kiel Foto: Carsten Rehder/dpa

Meinen Freun­d:in­nen texte ich: „,Es gibt sie noch, die guten Nachrichten' – Mit diesem abgenudelten Satz plane ich meine nächste Kolumne zu starten. Ich wüsste gern, ob euch Nachrichten dazu in den Sinn kommen.

Eure Jasmin.“

– Beate Zschäpes Revision wurde vom Bundesgerichtshof abgelehnt, sie bleibt auch offiziell eine zehnfache Mörderin und für immer im Knast.

– Totgeglaubten 36-jährigen Covid-Patienten nach über einer Stunde Reanimation immerhin an die Ecmo bekommen. Heute.

– Nein!!! Sorry.

– Die gute Nachricht: Armin Laschet wird jetzt doch nicht Kanzler, die schlechte: Jetzt wird es Olaf Scholz.

– 2G in Hamburg.

– Meine Eltern sind meine Eltern, hab’ ’nen DNA-Test mit Fragen im Internet gemacht.

– Mein Sohn wird morgen geimpft.

– Die Tierärztin hat gesagt, meine Katze ist sehr gesund, sie pisst nur ständig auf den Boden, um mich zu dominieren.

– Unlösbare Aufgabe. Aber: Ich gebe jetzt mehr Geld für meine Füße aus als für mein Gesicht. Das ist eine gute Nachricht, sagt meine Mutter.

– Ich kann wieder ins Theater.

– Impfstoff wird an Entwicklungsländer verschenkt.

– Der angenehm kühle August.

– Zu hören, dass es Bekannten, zu denen der Kontakt anderthalb Jahre abgebrochen war, gut geht.

– Nein, leider nicht.

– Nein, nichts.

– Die Impfkampagne von den Einstürzenden Neubauten, Deichkind, den Ärzten etc. Einige Impfgegner geraten jetzt hoffentlich in einen großen Loyalitätskonflikt mit ihrer Lieblingsband und sind deshalb gezwungen, auf Nena, Wendler und Naidoo umzuschwenken oder sich eben impfen zu lassen.

– Dass ich gute Nachrichten und Momente überhaupt wieder erkenne, ist eine gute Nachricht für mich selbst.

– Ich habe einen neuen Koffer und verreise endlich mal nach 6 Jahren. Er war teuer, aber die gute Nachricht ist: Er hat 10 Jahre Garantie! 5 hätten auch gereicht bei meinem Alter!

– In Pommes steckt viel Vitamin C.

– Das 439 macht am Donnerstag endlich wieder auf!

– Hunderte Capybaras haben eine Luxussiedlung in Argentinien besetzt, die auf einem trockengelegten Feuchtgebiet gebaut wurde, dem Lebensraum der Tiere.

– Kanye West ist allein in ein Stadion gezogen, die größte Traurigkeit überkommt ihn beim Gedanken daran, dass er sich niemals selbst im Publikum auf der Bühne bewundern kann, und er will in Zukunft nur noch Ye heißen. Sein zuverlässiger Narzissmus amüsiert mich stets hervorragend!

– Jon Bon Jovi betreibt eine Kette mit ­Obdachlosenrestaurants.

– Gute Nachrichten werden verschwiegen, niemand will sie lesen, bringt keine Klicks.

– Mein Kater ist wieder da, er wurde zeitweilig von den Jungs vom Dönerladen adoptiert, weil er sich wegen des guten Essens zu wohl dort fühlte. Jetzt sieht er aus, als wär’ er schwanger, aber was soll’s.

– Das SPD-Wahlplakat mit Olaf Scholz und dem Slogan drüber: Er kann Kanzlerin.

– Ich überlege noch immer …

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Jasmin Ramadan ist Schriftstellerin in Hamburg. Ihr letzter Roman „Hotel Jasmin“ ist im Tropen/Klett-Cotta Verlag erschienen. 2020 war sie für den Bachmann-Preis nominiert. In der taz verdichtet sie im Zwei-Wochen-Takt tatsächlich Erlebtes literarisch.

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