piwik no script img

Gewalt in Afghanistan20 Tote bei Selbstmordanschlag

Taliban, Sicherheitskräfte und Zivilisten feierten im Osten des Landes die zum Zuckerfest verhängte Waffenruhe. Inmitten der Menge sprengte sich ein Mann in die Luft.

AFP/dpa | Bei einem Selbstmordanschlag auf eine feiernde Menge aus Taliban, Sicherheitskräften und Zivilisten sind in Afghanistan am Samstag mindestens 20 Menschen getötet worden. Der Selbstmordattentäter, der sich inmitten der Feier zur derzeit geltenden Waffenruhe in die Luft gesprengt habe, habe mindestens 16 weitere Menschen verletzt, teilte ein Behördensprecher in der östlichen Provinz Nangarhar mit. Der Anschlag ereignete sich im Bezirk Rodat.

Provinzratsmitglied Nilofar Asisi sagte, die Menschen hätten in einem Park im Rodat-Bezirk gefeiert. Wer hinter der Tat steckte, blieb zunächst unklar. Nangarhar ist die Hauptbasis der Terrormiliz Islamischer Staat (IS), die mit den Taliban verfeindet ist.

Seit Dienstag waren die afghanischen Sicherheitskräfte zu einer einwöchigen Feuerpause aufgerufen. Die Taliban hatten ihrerseits alle Kämpfer der Miliz aufgefordert, während der ersten drei Tage des Zuckerfestes zum Ende des Ramadan die Angriffe auf afghanische Sicherheitskräfte einzustellen. Die US-geführten Nato-Truppen sollten aber weiterhin bekämpft werden. Es war das erste Mal in dem seit dem Jahr 2001 andauernden Konflikt in Afghanistan, dass die Taliban eine Waffenruhe ausriefen.

Am Samstag kündigte Präsident Aschraf Ghani in einer Fernsehansprache die Verlängerung der Waffenruhe an und forderte die Taliban auf, die ihrerseits geltende Feuerpause ebenfalls zu verlängern.

Im Februar hatte Ghani einen Plan für Friedensgespräche mit den Taliban vorgestellt und deren Anerkennung als politische Partei in Aussicht gestellt. Die Taliban reagierten nicht offiziell auf den Vorschlag. Sie begannen kurz darauf jedoch ihre alljährliche „Frühjahrsoffensive“ gegen die afghanische Regierung.

50.000 Menschen beteiligen sich bei taz zahl ich – weil unabhängiger, kritischer Journalismus in diesen Zeiten gebraucht wird. Weil es die taz braucht. Dafür möchten wir uns herzlich bedanken! Ihre Solidarität sorgt dafür, dass taz.de für alle frei zugänglich bleibt. Denn wir verstehen Journalismus nicht nur als Ware, sondern als öffentliches Gut. Zahlen muss niemand, aber guter Journalismus hat seinen Preis. Und immer mehr Leser*innen machen mit und entscheiden sich für eine freiwillige Unterstützung der taz! Dieser Schub trägt uns gemeinsam in die Zukunft. Denn wir suchen wir auch weiterhin Ihre Unterstützung. Setzen auch Sie jetzt ein Zeichen für kritischen Journalismus und unterstützen Sie die taz – schon ab 5 Euro. Jetzt unterstützen

Mehr zum Thema

4 Kommentare

 / 
  • Wird nun der IS auch in Afghanistan bekämpft und beteiligt sich der Kreml genauso gründlich wie in Syrien an der Bombardierung des IS?

    • @nzuli sana:

      Unnötig, die ganze freie Welt unter dem siegreichen NATO Fahne hat das Land so sicher gemacht, dass man dort sogar abschieben kann, und übrigens wird die Sache jetzt völlig drohnenautomatisiert behandelt.

      • @Eulenspiegel:

        Die Meldungen über den Krieg in Afghanistan haben doch nur noch die Funktion, um über Abschiebungen zu diskutieren. Über andere Konflikte in der Welt wird weniger dicht berichtet. Daher scheint Afghanistan so viel unsicherer als Harlem oder Baltimore ...

        • @TazTiz:

          Klar, Tote sind Einbildung von der Lügenpresse