Geldspenden von Frauen: Solidarisch mit Cash
Deutlich mehr Frauen als Männer spenden Geld für einen guten Zweck. Was für unterstützenswert gehalten wird, unterscheidet sich ebenfalls.
Geld zu spenden, ist eine der einfachsten Formen der Solidarität – sofern Gebewillige genug haben. Mehr Frauen als Männer praktizieren diese Form der Solidarität.
Im vergangenen Jahr waren 56,6 Prozent der Spendenden weiblich. Das zeigen die Zahlen des Charity-Panels, die das Meinungsforschungsportal YouGov monatlich erhebt. Auch in den Jahren davor gaben deutlich mehr Frauen als Männer Geld für einen aus ihrer Sicht guten Zweck. Allerdings ist die Höhe der Einzelspende niedriger. Frauen zahlten 2025 im Schnitt 37,36 Euro im Jahr, Männer 48,08 Euro. Früher stammte mehr als die Hälfte des gesamten Spendenaufkommens von Frauen. Das hat sich 2025 geändert – möglicherweise wegen der schlechten Wirtschaftslage, die Frauen stärker trifft. 50,1 Prozent des gesamten Spendenvolumens wurde von Männern aufgebracht.
„Frauen spenden für andere Zwecke als Männer“, sagt Bianca Corcoran‑Schliemann, vom Marktforschungsinstitut YouGov. Bei Frauen steht an erster Stelle Hilfe für Kinder, dann folgen religiöse Zwecke, Not- und Katastrophenhilfe und Tierschutz. Männer spenden in erster Linie für religiöse Zwecke. Dann kommen Hilfe für Kinder, Not- und Katastrophenhilfe, andere soziale Zwecke sowie Hilfen für Behinderte und Kranke. „Der Tierschutz fehlt bei den Männern“, sagt Corcoran‑Schliemann.
Zum feministischen Kampftag am 8. März wird die wochentaz zur feministaz. Während Rechte von Frauen, trans, inter und nichtbinären Personen weltweit angegriffen und zurückgedreht werden, fragt die Ausgabe, was gegen Ohnmacht und Ratlosigkeit helfen kann. Unsere Antwort: Solidarität. Auf 52 Seiten zeigt die feministaz, wie Solidarität im Großen wie im Kleinen gelebt wird. Auch auf taz.de wird das Thema vier Tage lang begleitet. Das ganze Editorial können Sie hier lesen.
Ratgeber für Spendenportale
Wer sicher sein will, dass Zuwendungen an seriöse Organisationen gehen, kann sich an Spendensiegeln orientieren, etwa vom Deutschen Spendenrat oder dem Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI). Kein Siegel zu haben, bedeutet aber nicht, dass eine Organisation nicht seriös ist – möglicherweise ist der Zertifizierungsprozess für sie zu aufwendig.
Die Stiftung Warentest stellt eine kostenlose Checkliste für Spendenwillige zur Verfügung. Von Spendenportalen im Internet rät sie ab. Oft verbergen sich dahinter Vermittler, deren Provision die Spende schmälert. Auch sollten Organisationen nicht zu viel Geld für Verwaltung und Werbung ausgeben. Mehr als maximal 30 Prozent sollten es nicht sein, sagt das DZI. Bei seinen Mitgliedern liegen diese Ausgaben im Schnitt bei 12,7 Prozent.
Manche Spender:innen glauben, dass eine zweckgebundene Zuweisung sinnvoll, weil zielgerichtet ist. Davon rät das DZI ab. „Zweckgebundene Spenden sollten die Ausnahme bleiben“, empfiehlt das Institut. „Sie sind nur als Ergänzung, nicht als Ersatz ungebundener Spenden sinnvoll.“ Denn die Zweckbindung enge den Spielraum der Hilfsorganisation ein und verursache zusätzlichen Verwaltungsaufwand.
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