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Früheres RAF-MitgliedKeine Gnade für Hogefeld

Das frühere RAF-Mitglied Birgit Hogefeld bleibt in Haft. Bundespräsident Horst Köhler lehnte ihre Begnadigung ab - bereits zum zweiten Mal.

BERLIN dpa | Bundespräsident Horst Köhler hat das Gnadengesuch der zu lebenslanger Haft verurteilten ehemaligen RAF-Terroristin Birgit Hogefeld endgültig abgelehnt. Die 53-Jährige gilt als eine der Leitfiguren der dritten Generation der Rote Armee Fraktion (RAF) und sitzt seit 1993 im Gefängnis. Die in Frankfurt/Main im offenen Vollzug einsitzende Hogefeld kann nun erst im Juni 2011 mit einer Entlassung aus der Strafhaft rechnen.

1996 hatte sie sich von den Gewalttaten der linksterroristischen RAF distanziert.

Köhler habe auf der Grundlage von Stellungnahmen und eines Gesprächs mit Hogefeld nach Abwägung aller Gesichtspunkte gegen eine Begnadigung entschieden, teilte das Bundespräsidialamt am Montag in Berlin mit. Er hatte das Gesuch Hogefelds aus dem Jahr 2004 im Jahr 2007 zurückgestellt und angekündigt, er werde später darüber entscheiden. Nachdem das Oberlandesgericht Frankfurt im Juni 2008 die Dauer der Vollstreckung auf insgesamt 18 Jahre festgelegt hatte, wird Hogefeld nach Angaben des Bundespräsidialamtes voraussichtlich im Juni 2011 freikommen.

Köhler hatte Hogefeld nach einem Bericht der im DuMont-Verlag erscheinenden Zeitungen "Express", "Hamburger Morgenpost" und "Berliner Kurier" (Dienstag) am Freitag getroffen.

Hogefeld war 1993 auf dem Bahnhof im mecklenburgischen Bad Kleinen verhaftet worden. Dabei starben ein GSG-9-Beamter sowie ihr Komplize und Lebensgefährte Wolfgang Grams. Wegen der Ermordung eines US- Soldaten und des Bombenanschlags auf die Frankfurter US-Airbase 1985 wurde sie zu lebenslanger Haft verurteilt. Hogefeld war 2009 in Frankfurt in den offenen Vollzug verlegt worden und geht tagsüber einer Tätigkeit nach. Nachts kehrt sie in die Justizvollzugsanstalt zurück. Nach der Freilassung von Christian Klar im Dezember 2008 verbüßt Hogefeld als einzige Ex-Terroristin der RAF eine lebenslange Haftstrafe.

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3 Kommentare

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  • N
    natalka

    Hogefeld kannte auch keine Gnade.

  • G
    gaijinette

    Hm... Köhler habe unter anderem 'auf der Grundlage [...] eines Gesprächs mit Hogefeld nach Abwägung aller Gesichtspunkte gegen eine Begnadigung entschieden' ... was mag Birgit Hogefeld ihm da wohl gesagt haben?

     

    Etwa so was wie, wenn Du auch nur einen Funken Anstand hättest, hättest Du Deine erste Wahl mit Hinweis auf den Nazi-Wahlmann Filbinger abgelehnt -- ein zweites Mal wärst Du sowieso nicht gefragt worden?

     

    (Daß das damals kein Skandal war... ist eigentlich seinerseits ein Skandal... aber die deutsche Schamlosigkeit war sowieso schon lange vorher wieder ausgebrochen...)

     

    Wolfgang Grams... auch so eine Geschichte: Es gab doch, auch hier in der taz diskutierte, Indizien dafür, daß es sich bei seinem Tod um Mord gehandelt hatte (das verwendete Wort war allerdings entkriminalisiert, es war 'Exekution')... also staatlicher Mord mutmaßlich und niemanden hat es interessiert... (bei Ulrike Meinhof ja auch schon nicht).

     

    Ich muß immer wieder darauf hinweisen, daß ich mit Gewalt von wem auch immer 'nichts am Hut' habe (nicht nur trivialerweise, weil ich etwa keinen Hut hätte, was übrigens stimmt, nein, prinziell).

     

    --gaijinette

  • H
    Hardy

    Typisch Rachejustiz